Die Angst der Banken vor den Bonzen

Editorial - Strafzinsen Die Angst der Banken vor den Bonzen

Manfred Fischer
von Manfred Fischer
23.01.2017
Auf einen Blick
  • Früher rollten Geldhäuser reichen Kunden einen roten Teppich aus, heute vergraulen sie Großsparer mit roten Zahlen.

  • Wer sein Kapital stückelt, kann es in Form von Tages-  oder Festgeld nach wie vor mehren. 
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Reiche sind in den Augen mancher Banker schrecklich. Jahrelang ließen sich vermögende Kunden hofieren, und wenn irgendwo die Konditionen nicht konvenierten, straften diese das Geldhaus kurzer Hand ab, indem sie ihr Kapital andernorts als Tages- oder Festgeld deponierten. Banker, die den Diener machten, darbten nicht, die Welt war ja noch in Ordnung, damals, bevor Lehman absoff. Damals, als hohe Tagesgeld-Einlagen mit bis zu 4,5 Prozent verzinst wurden.

Noch keine zehn Jahre ist es her, dass Banker den roten Teppich ausrollten, wenn ein Großsparer vorfuhr. Doch seit zwei Jahren scheinen sie kaum etwas mehr zu fürchten als diese Klientel.

Vor zwei Jahren begann das erste Geldhaus, sich aus diesem Geschäft davonzustehlen. Es war die Skatbank im thüringischen Altenburg, die den Zinssatz für hohe Tagesgeld-Einlagen plötzlich in den roten Bereich drehte. Es dauerte nicht lange, bis andere Institute dem Beispiel folgten. Schuld an der Misere gaben sie der Europäischen Zentralbank, die Bankeinlagen auf EZB-Konten mit einem Zins von minus 0,4 Prozent bestraft.

Den Strafzins - Banker sprechen von "Verwahrentgelt" - sollen Kunden jetzt selber zahlen. Skatbank, Raiffeisenbank Gmund, Volksbank Stendal, Stadtsparkasse München – der Satz von minus 0,4 Prozent entwickelt sich zum kollektiven Abschreckungsmittel.

Geld in Tranchen aufteilen

Schreckliche Reiche - bestrafte Reiche? Auch wenn die Zeiten vorbei sind, da vor Vertragsschluss Schampus und Schnittchen kredenzt wurden – wer sein Vermögen mehren will, kann immer noch seinen Schnitt mit Tagesgeld machen. Der Trick ist so simpel wie wirksam. Es funktioniert schlicht so: das Kapital stückeln und mehrere Tagesgeld-Konten eröffnen.

Eine Variante besteht darin, Tranchen zu 100.000 Euro anzulegen. So kann auch nichts verbrennen, diesen Betrag deckt die gesetzliche Einlagensicherung der Banken in der Europäischen Union ab. Solche Tagesgeld-Tranchen rentieren aktuell mit bis zu einem Prozent.

Wer mehr herausholen will, für den bietet sich eine Mischung aus Tages- und Festgeld an. Für eine 100.000-Euro-Tranche Festgeld gibt es bei einer Laufzeit von zwei Jahren bis 1,15 Prozent Zinsen.

Längere Laufzeiten sind bei Festgeldanlagen momentan nicht zu empfehlen. Denn zwei Jahre wird es kaum noch dauern, bis die EZB beginnt, die Zinsen wieder zu anzuheben.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de