Und plötzlich nimmt die Bank keine Münzen

Sparda Bank Und plötzlich nimmt die Bank keine Münzen

Manfred Fischer
von Manfred Fischer
10.01.2017
Auf einen Blick
  • Die Sparda-Bank Hannover nimmt vielerorts keine Münzen mehr an.

  • Die Verbraucherzentrale Bremen rät betroffenen Kunden, die Bank zu wechseln.

  • Sparda-Banken in anderen Regionen folgen dem norddeutschen Exempel nicht.
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Gibt es das Sparschwein und das vergnügliche Schlachten desselben bald nur noch in der Erinnerung? Es sieht nicht gut aus für das Geldbehältnis. Denn Banken haben mit Münzen offenbar mehr Arbeit, als gut für das Geschäft ist.

Die Sparda-Bank Hannover geht sogar so weit, kein Kleingeld mehr anzunehmen. „Ab dem 12.12.2016 stehen Ihnen für Ein- und Auszahlungen ausschließlich unsere Geldautomaten zur Verfügung. Hartgeld nehmen wir ab diesem Zeitpunkt nicht mehr entgegen“, bekommen Kunden zu lesen.

Wie viele Filialen sind betroffen? „Wir wissen von Fällen in Bremen, Bremerhaven und in Hannover“, berichtet Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen.

Die Bildzeitung berichtet, dass 23 der 25 Filialen in der Region die Annahme von Münzen verweigern. Münzgeld spiele für Privatkunden eine „immer kleinere Rolle“, begründet die Bank ihren Schritt gegenüber dem Blatt. Es mache nur noch ein Prozent des eingezahlten Geldes aus.

„Geld ist Geld“, sagt Oelmann. Sie rät betroffenen Kunden, die Bank zu wechseln. Dass man Hartgeld einzahlen könne, „das ist doch eine grundlegende Dienstleistung“.

Sparda-Institute in anderen Regionen folgen dem norddeutschen Exempel nicht. „Wir nehmen unverändert Münzen an“, sagt eine Unternehmenssprecherin der Sparda-Bank München. Auch bei der Sparda West bleibt es, wie es ist: Einmal pro Quartal können Kunden Münzen gebührenfrei abgeben. „Es gibt keine Überlegungen, daran etwas zu ändern“, heißt es.

Die Sparda Hannover ist, wie es aussieht, die erste Bank überhaupt, die Münzgeld verschmäht. Viele andere Geldhäuser erheben Gebühren bei der Annahme. Die Sparkasse Köln/Bonn etwa verlangt drei Euro. Die Berliner Volksbank streicht laut Bild 5,5 Prozent des Betrags ein.

Sieg der Bankautomaten-Lobby?

Dass Münzen bei Banken unbeliebt sind, hängt mit einer EU-Richtlinie zusammen. Seit zwei Jahren müssen sie eingesammeltes Kleingeld auf Echtheit prüfen, bevor sie es wieder in Umlauf bringen. Dazu benötigen sie einen Prüfautomaten. „So ein Gerät kostet einige hunderttausend Euro“, sagt ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Die Investition lohne sich nicht für jede Filiale. Kleine Institute in ländlichen Gegenden müssten Münzen zur Prüfung in eine Hauptfiliale transportieren lassen, begründet der Sprecher die Gebühren, die mancherorts anfallen.

Der DSVG zweifelt an der Verhältnismäßigkeit der EU-Vorgabe. „Schätzungen zufolge seien in Deutschland 52.000 gefälschte Münzen im Umlauf.

Kritiker gehen noch weiter, sie sprechen im Zusammenhang mit der EU-Richtlinie von einem Sieg der Bankautomaten-Lobby.

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Das Girokonto zu wechseln, ist einfach. Worauf es ankommt, lesen Sie in unserem Beitrag "Fünf Schritte genügen".

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de