Die besten Dividenden im Dax: Bis zu 6,5 Prozent Rendite

Rekord-Ausschüttung 2019 Die besten Dividenden im Dax: Bis zu 6,5 Prozent Rendite

Sebastian Schick
von Sebastian Schick Kevin Schwarzinger
20.02.2019
Auf einen Blick
  • Dax-Anleger können sich auf den Frühling freuen. Die anstehenden Ausschüttungen der Dax-Konzerne streben einen neuen Rekord an.
  • Experten rechnen mit einem Zuwachs bei den Dividenden von rund vier Prozent auf knapp 37 Milliarden Euro.

  • Noch ist Zeit, um auf den Dividenden-Zug aufzuspringen. Allerdings sollten sich Anleger von hohen Dividendenrenditen allein nicht blenden lassen.
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Es ist der dritte Rekord in Folge – auch in diesem Jahr werden die 30 Dax-Unternehmen so viel ausschütten wie nie zuvor. Laut Dekabank sollen sich die Dividendenzahlungen auf insgesamt knapp 37 Milliarden Euro belaufen – nach 35,7 Milliarden Euro im Vorjahr und 31,7 Milliarden Euro im Jahr 2017. Gut die Hälfte der Dax-Mitglieder wird die Dividende voraussichtlich anheben.

Siemens und Thyssenkrupp haben ihre Dividenden bereits ausgeschüttet, da deren Geschäftsjahr nicht mit dem Kalenderjahr identisch ist und jeweils am 30. September endet. Gemessen am Schlusskurs zur Hauptversammlung erzielten die Aktionäre von Siemens und Thyssenkrupp Renditen von 3,8 beziehungsweise 0,9 Prozent.

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Die höchste Dividendenrendite im Dax bietet derzeit die Aktie von Daimler. Der Konzern hat vor kurzem mitgeteilt, dass Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 22. Mai eine Dividende in Höhe von 3,25 Euro vorschlagen wollen (Vorjahr: 3,65 Euro). Insgesamt erzielen zehn der 30 Dax-Unternehmen aktuell eine Dividendenrendite von vier Prozent und mehr. Renditen, von denen Tagesgeld- oder Festgeld-Anleger derzeit nur träumen können.

Die höchsten Dividendenrenditen im Dax

UnternehmenDividende für 2018Rendite**HV
Daimler3,25 Euro6,5 %22.05.2019
BMW3,85 Euro*5,5 %16.05.2019
BASF3,21 Euro*4,9 %03.05.2019
Allianz9,00 Euro4,8 %08.05.2019
Covestro2,39 Euro*4,7 %12.04.2019
Deutsche Post1,17 Euro*4,5 %15.05.2019
Eon0,43 Euro*4,5 %14.05.2019
Munich Re9,25 Euro4,5 %30.04.2019
Bayer2,84 Euro*4,2 %26.04.2019
* Schätzung von Factset Research Systems
**bezogen auf den Xetra-Schlusskurs vom 18. Februar 2019

Hohe Renditen lohnen sich nicht immer

Anleger sollten allerdings nicht nur auf die Dividendenhöhe beziehungsweise Rendite achten. Denn Letztere ergibt sich immer aus der Dividende dividiert durch den aktuellen Kurs. Das bedeutet: Sinkt der Aktienkurs, steigt die Rendite – und umgekehrt. So kann es durchaus sein, dass eine Aktie nur deshalb eine hohe Dividendenrendite erzielt, weil der Aktienkurs zuletzt gesunken ist.

Beispiel RWE: Die Aktie des Stromversorgers hat im vergangenen Jahr eine stattliche Dividendenrendite von 8,5 Prozent erzielt (aktuell: 3,1 Prozent). Wer allerdings Anfang 2008 bei Kursen um die 100 Euro eingestiegen ist, liegt trotz aller seither erzielten Dividendenzahlungen immer noch mehr als 50 Prozent im Minus. Zwar summieren sich die Dividendenzahlungen mit der diesjährigen Ausschüttung auf insgesamt 23 Euro je Aktie. Allerdings liegt das RWE-Papier seit Anfang 2008 immer noch knapp 80 Prozent beziehungsweise 80 Euro im Minus.

Natürlich ist das Ganze nur eine Momentaufnahme. Wer beispielsweise die Tiefkurse von RWE nach der Fukushima-Katastrophe genutzt hat, um seinen Einstiegkurs zu verbilligen, hätte durch die höheren Dividendenrenditen und Kurssteigerungen seine Bilanz wieder deutlich aufpoliert, wenn nicht sogar ins Plus gedreht.

Biallo-Tipp

Wenn Sie sich die Dividende eines börsennotierten Unternehmens noch für dieses Jahr sichern wollen, müssen Sie die Aktie spätestens am Tag der Hauptversammlung (HV) im Depot eingebucht haben. Am ersten Handelstag nach der HV wird die Aktie "ex-Dividende" gehandelt. Das bedeutet, die Ausschüttung ist bereits im ersten Kurs berücksichtigt. Es kann aber durchaus sein, dass das Papier trotz Dividendenabschlag im Plus notiert oder im ungünstigsten Fall noch deutlicher im Minus steht. Die eigentliche Dividendenzahlung erfolgt in der Regel am dritten Geschäftstag nach der HV. Die Ausschüttung bleibt auch dann in vollem Umfang erhalten, falls Sie die Aktie direkt im Anschluss wieder verkaufen.

Auf diese Kennzahlen kommt es an

Mindestens genauso wichtig wie die Dividendenrendite sind Kontinuität und Wachstum bei den Ausschüttungen. Die sogenannten Dividendenaristokraten schaffen es über Jahrzehnte, ihre Dividende kontinuierlich anzuheben. Bislang gelang das nur einem einzigen Dax-Mitglied: dem Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius.

Der Konzern konnte in den vergangenen 25 Jahren seine Dividende kontinuierlich steigern. Und auch in diesem Jahr dürfen sich Fresenius-Aktionäre auf eine höhere Ausschüttung freuen. Das Unternehmen will seinen Aktionären auf der Hauptversammlung am 17. Mai im Congress Center Messe Frankfurt eine Dividende von 80 Cent vorschlagen (Vorjahr: 0,75 Cent). Das ist zwar aktuell nur eine Dividendenrendite von 1,7 Prozent. Allerdings ist die Dividende in den vergangenen elf Jahren um fast 300 Prozent gewachsen, was im Schnitt eine jährliche Steigerung von gut 27 Prozent bedeutet.

Kontinuität zahlt sich langfristig aus

Eine exzellente Dividendenhistorie spiegelt sich meist auch langfristig im Aktienkurs wider. Denn kontinuierlich steigende Dividenden lassen auf stetiges Gewinnwachstum schließen, was von der Börse in der Regel honoriert wird. So konnte sich die Fresenius-Aktie im aktuellen Börsenzyklus (seit März 2009) in der Spitze mehr als verachtfachen. Allerdings muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass das Papier allein im Schlussquartal 2018 mehr als 30 Prozent einbüßte.

Auch wenn Fresenius eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Leitindex ist, was die Dividendenpolitik angeht, gibt es dennoch einige Dax-Unternehmen, die eine ähnlich gute Performance bei der Ausschüttung vorweisen.

Folgende Dax-Mitglieder haben ihre Dividende in den vergangenen elf Jahren maximal einmal gesenkt, sonst immer angehoben oder stabil gehalten:

UnternehmenDividenden-Historie (2006 bis 2017)WachstumDividende für 2018HV

Rendite**

AdidasAchtmal erhöht, zweimal stabil, einmal gesenkt (2009)0,42 auf 2,60 Euro (+519 %)3,14 Euro*09.05.20191,6 %
AllianzAchtmal erhöht, zweimal stabil, einmal gesenkt (2008)3,80 auf 8,00 Euro (+110 %)9,00 Euro05.05.20194,8 %
BASFZehnmal erhöht, einmal stabil, einmal gesenkt (2009)1,50 auf 3,10 Euro (+106 %)3,21 Euro*03.05.20194,9 %
BayerZehnmal erhöht, einmal stabil1,00 auf 2,80 Euro (+180 %)2,84 Euro*26.04.20194,2 %
BMWNeunmal erhöht, einmal stabil, einmal gesenkt (2008)0,70 auf 4,00 Euro (+471 %)3,85 Euro*16.05.20195,5 %
Deutsche PostAchtmal erhöht, zweimal stabil, einmal gesenkt (2008)0,75 auf 1,15 Euro (+53 %)1,17 Euro*15.05.20194,5 %
FreseniusElfmal erhöht0,19 auf 0,75 Euro (+294 %)0,80 Euro17.05.20191,7 %
HenkelNeunmal erhöht, zweimal stabil0,50 auf 1,77 Euro (+254 %)1,79 Euro*08.04.20192,0 %
LindeZehnmal erhöht, einmal stabil1,50 auf 3,90 Euro (+160 %)3,41 Euro*02.05.20191,7 %
Munich ReAchtmal erhöht, dreimal stabil4,50 auf 8,60 Euro (+91 %)9,25 Euro30.04.20194,5 %
SAPAchtmal erhöht, zweimal stabil, einmal gesenkt (2012)0,46 auf 1,40 Euro (+204 %)1,42 Euro15.05.20191,5 %
SiemensSiebenmal erhöht, viermal stabil1,45 auf 3,70 Euro (+155 %)3,80 Euro30.01.20194,0 %
* Schätzung von Factset Research Systems
**bezogen auf den Xetra-Schlusskurs vom 18. Februar 2019

Aktienfonds als Alternative

Natürlich sollten Anleger immer auch die langfristigen Wachstumsperspektiven eines börsennotierten Unternehmens im Blick haben. Zudem ist die Einzelanlage in Aktien risikoreicher als ein Investment in einen Aktienkorb. Deshalb ist eine breite Streuung beim langfristigen Vermögensaufbau unverzichtbar. Setzen Sie also nicht alles auf eine Karte, sondern legen Sie mehrere Titel in einen Korb.

Wenn Ihnen das Stock-Picking zu kompliziert oder zeitaufwendig ist, können Sie auch auf einen dividendenorientierten Aktienfonds setzen, wie etwa den DWS Top Dividende oder den KBC Equity Fund High Dividend. Letzterer ist thesaurierend. Das bedeutet, die Dividendenzahlungen werden nicht ausgeschüttet, sondern erneut angelegt. Dadurch kommt es zum Zinseszinseffekt.

Lesen Sie auch: Gute Zeiten für Dividenden-Jäger

Biallo-Tipp

Online-Broker wie ConsorsbankComdirect und DKB offerieren Sparpläne mit ausgewählten ETFs bereits zum Nulltarif. Bei unserem Kooperationspartner Fondsdiscount erhalten Sie rund 19.000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag. Die Depotführung ist kostenlos. Falls Sie bereits ein Depot besitzen, können Sie Ihr Portfolio gratis auf das Gebührenmodell von Fondsdiscount übertragen. Mit dem Online-Vermittlerwechsel transferieren Sie auch bereits vorhandene Sparpläne und handeln die betreffenden Fonds künftig ohne Ausgabeaufschlag. Dadurch erhöhen Sie Ihre Rendite.

Auch unter den börsengehandelten Indexfonds gibt es kostengünstige ETFs, die ausschließlich in globale Dividendentitel investieren, wie etwa der SPDR S&P Global Dividend Aristocrats oder der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield. Allerdings sollten Anleger hier das Währungsrisiko beachten.

Mit einem ETF auf den Dax partizipieren Sie ebenfalls an den Dividendenzahlungen seiner Mitglieder. Denn der deutsche Leitindex wird als sogenannter Performanceindex berechnet. Das heißt, in die Berechnung fließen auch die Dividenden und deren Wiederanlage mit ein. Im Unterschied dazu berücksichtigt der weniger bekannte Dax-Kursindex die Reinvestition der Dividenden nicht und notiert deshalb auch niedriger. Den sogenannten DivDax gibt es ebenfalls als Kurs- und Performanceindex. Er beinhaltet die 15 Dax-Unternehmen mit den höchsten Dividendenrenditen. Der iShares DivDax ETF bildet den DivDax-Kursindex nahezu eins zu eins ab und schüttet die Dividenden aus.

Lesen Sie auch: Investieren mit Dividenden-ETFs

Biallo-Lesetipp

Seit 2018 werden Fonds anders besteuert. Anleger müssen neue Spielregeln beachten und ihre Geldanlagen neu aufstellen. Mehr dazu lesen Sie hier: Neue Steuerregeln für Fonds.

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de