Die besten Dividenden-Aktien im Dax

Rekord-Ausschüttung 2018 Die besten Dividenden-Aktien im Dax

Sebastian Schick
von Sebastian Schick Ines Baur
18.01.2018
Auf einen Blick
  • Dax-Anleger können sich auf den Frühling freuen. Die anstehenden Ausschüttungen der Dax-Konzerne streben einen neuen Rekord an.
  • Experten rechnen mit einem Zuwachs bei den Dividenden von elf Prozent auf 35,3 Milliarden Euro.

  • Noch ist Zeit, um auf den Dividenden-Zug aufzuspringen. Allerdings sollten sich Anleger von hohen Dividendenrenditen nicht blenden lassen.
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2018 steuern die Dax-Unternehmen auf einen Rekord zu – zumindest, was die Höhe der Dividenden angeht. Laut Commerzbank wird die Ausschüttung in den kommenden Monaten bei insgesamt 35,3 Milliarden Euro liegen. Das wäre ein Plus von elf Prozent im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2017 (31,7 Milliarden Euro). 24 der 30 Dax-Firmen werden ihre Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr voraussichtlich anheben. Die Dividenden-Rendite liegt im Schnitt bei 2,8 Prozent.

Thyssenkrupp macht den Anfang

Traditionell läutet der Stahlkonzern Thyssenkrupp die Dividendensaison ein. Die Hauptversammlung findet am 19. Januar in Bochum statt. Thyssenkrupp will seinen Aktionären eine Dividende von 15 Cent vorschlagen (Vorjahr: 15 Cent). Gemessen am Schlusskurs vom 17. Januar 2018 in Höhe von 25,03 Euro liegt die Dividendenrendite bei 0,6 Prozent.

Die höchste Dividendenrendite im Dax bietet derzeit der Energieversorger RWE. Der Konzern will der Hauptversammlung am 26. April 2018 eine Dividende von 1,50 Euro vorschlagen. Darin enthalten ist ein Euro Sonderausschüttung, die aus der Steuerrückzahlung der Brennelementesteuer resultiert. Damit beläuft sich die Dividendenrendite auf 8,5 Prozent. Renditen, von denen Tagesgeld- oder Festgeld-Anleger derzeit nur träumen können.

Die höchsten Dividendenrenditen im Dax

UnternehmenDividende für 2017Rendite**HV
RWE1,50 Euro8,5 %26.04.2018
ProSiebenSat.11,94 Euro*6,6 %16.05.2018
Daimler3,50 Euro*4,7 %05.04.2018
Deutsche Telekom0,67 Euro*4,6 %17.05.2018
Munich Re8,85 Euro*4,6 %25.04.2018
BMW3,73 Euro*4,0 %17.05.2018
* Schätzung von Factset Research Systems
**bezogen auf den Xetra-Schlusskurs vom 17. Januar 2018

Hohe Renditen lohnen sich nicht immer

Anleger sollten allerdings nicht nur auf die Dividendenhöhe bzw. Rendite achten. Denn die Dividendenrendite ergibt sich immer aus der Dividende dividiert durch den aktuellen Kurs. Das bedeutet: Sinkt der Aktienkurs, steigt die Rendite. So kann es durchaus sein, dass eine Aktie nur deshalb eine hohe Dividendenrendite erzielt, weil der Aktienkurs zuletzt gesunken ist.

Beispiel RWE: Die Aktie des Versorgers hat in den vergangenen drei Monaten mehr als 15 Prozent an Wert verloren, in der Spitze gut fünf Euro. Auf Sicht von zehn Jahren liegt das Minus sogar bei mehr als 80 Prozent oder 80 Euro je Aktie. Das können die besten Dividenden nicht wettmachen: Selbst mit der Sonderdividende im Frühjahr liegen die gesamten Dividendenzahlungen von RWE in den vergangenen zehn Jahren "nur" bei 22,15 Euro. Dadurch steht im gleichen Zeitraum immer noch ein Verlust von gut 60 Prozent oder 60 Euro je Aktie zu Buche.

Biallo-Tipp

Wenn Sie sich die Dividende eines börsennotierten Unternehmens noch für dieses Jahr sichern wollen, müssen Sie die Aktie spätestens am Tag der Hauptversammlung (HV) im Depot eingebucht haben. Am ersten Handelstag nach der HV wird der Aktienkurs "ex-Dividende" gehandelt. Das bedeutet, die Ausschüttung ist bereits im ersten Kurs berücksichtigt. Es kann aber durchaus sein, dass die Aktie trotz Dividendenabschlag im Plus notiert oder im ungünstigsten Fall noch deutlicher im Minus steht. Die eigentliche Dividendenzahlung erfolgt in der Regel am dritten Geschäftstag nach der HV. Die Ausschüttung bleibt auch dann in vollem Umfang erhalten, falls Sie die Aktie direkt im Anschluss wieder verkaufen.

Auf diese Kennzahlen kommt es an

Mindestens genauso wichtig wie die Dividendenrendite sind Kontinuität und Wachstum bei den Ausschüttungen. Die sogenannten Dividendenaristokraten schaffen es über Jahrzehnte, ihre Dividende kontinuierlich anzuheben. Bislang gelang das nur einem einzigen Dax-Mitglied: dem Medizintechnik- und Gesundheitsunternehmen Fresenius.

Der Konzern konnte in den vergangenen 25 Jahren seine Dividende kontinuierlich steigern. Und auch in diesem Jahr dürfen sich Fresenius-Aktionäre auf eine höhere Ausschüttung freuen. Der Markt erwartet eine Dividende von 72 Cent. Das ist zwar trotz des Kursrückgangs der vergangenen Monate aktuell nur eine Dividendenrendite von 1,1 Prozent. Allerdings ist die Dividende in den vergangenen zehn Jahren um rund 230 Prozent gewachsen, was im Schnitt eine jährliche Steigerung von knapp 23 Prozent bedeutet.

Kontinuität zahlt sich langfristig aus

Eine exzellente Dividendenhistorie spiegelt sich meist auch langfristig im Aktienkurs wider. Denn kontinuierlich steigende Dividenden lassen auf stetiges Gewinnwachstum schließen, was von der Börse in der Regel honoriert wird. So konnte sich die Fresenius-Aktie im aktuellen Börsenzyklus (seit März 2009) in der Spitze mehr als verachtfachen.

Auch wenn Fresenius eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Leitindex ist, was die Dividendenpolitik angeht, gibt es dennoch einige Dax-Unternehmen, die eine ähnlich gute Performance bei der Ausschüttung vorweisen.

Folgende Dax-Mitglieder haben ihre Dividende in den vergangenen zehn Jahren maximal einmal gesenkt, sonst immer angehoben oder stabil gehalten:

UnternehmenDividenden-Historie (2006 bis 2016)WachstumDividende für 2017HV

Rendite**

AdidasSiebenmal erhöht, zweimal stabil, einmal gesenkt (2009)0,42 auf 2,00 Euro (+376 %)2,47 Euro*09.05.20181,5 %
AllianzSiebenmal erhöht, zweimal stabil, einmal gesenkt (2008)3,80 auf 7,60 Euro (+100 %)7,98 Euro*09.05.20183,9 %
BASFAchtmal erhöht, einmal stabil, einmal gesenkt (2009)1,50 auf 3,00 Euro (+100 %)3,15 Euro*04.05.20183,7 %
BayerNeunmal erhöht, einmal stabil1,00 auf 2,70 Euro (+170 %)2,74 Euro*25.05.20182,6 %
BMWAchtmal erhöht, einmal stabil, einmal gesenkt (2008)0,70 auf 3,50 Euro (+400 %)3,73 Euro*17.05.20184,0 %
Deutsche PostSiebenmal erhöht, zweimal stabil, einmal gesenkt (2008)0,75 auf 1,05 Euro (+40 %)1,12 Euro*24.04.20182,8 %
FreseniusZehnmal erhöht0,19 auf 0,62 Euro (+226 %)0,72 Euro*18.05.20181,1 %
HenkelAchtmal erhöht, zweimal stabil0,50 auf 1,62 Euro (+224 %)1,75 Euro*09.04.20181,6 %
LindeNeunmal erhöht, einmal stabil1,50 auf 3,70 Euro (+147 %)3,92 Euro*03.05.20182,1 %
Munich ReAchtmal erhöht, zweimal stabil4,50 auf 8,60 Euro (+91 %)8,85 Euro*25.04.20184,6 %
SAPSiebenmal erhöht, zweimal stabil, einmal gesenkt (2012)0,46 auf 1,25 Euro (+172 %)1,30 Euro*17.05.20181,4 %
SiemensSechsmal erhöht, viermal stabil1,45 auf 3,60 Euro (+148 %)3,70 Euro*31.01.20183,0 %
* Schätzung von Factset Research Systems
**bezogen auf den Xetra-Schlusskurs vom 17. Januar 2018

Aktienfonds als Alternative

Natürlich sollten Anleger immer auch die langfristigen Wachstumsperspektiven eines börsennotierten Unternehmens im Blick haben. Zudem ist die Einzelanlage in Aktien risikoreicher als ein Investment in einen Aktienkorb. Deshalb ist eine breite Streuung beim langfristigen Vermögensaufbau unverzichtbar. Setzen Sie also nicht alles auf eine Karte, sondern legen Sie mehrere Titel in einen Korb.

Wenn Ihnen das Stock-Picking zu kompliziert oder zeitaufwendig ist, können Sie auch auf einen dividendenorientierten Aktienfonds setzen, wie etwa den DWS Top Dividende oder den KBC Equity Fund High Dividend. Letzterer ist thesaurierend. Das bedeutet, die Dividendenzahlungen werden nicht ausgeschüttet, sondern erneut angelegt. Dadurch kommt es zum Zinseszinseffekt.

Biallo-Tipp

Online-Broker wie Consorsbank, Comdirect und DKB offerieren Sparpläne mit ausgewählten ETFs bereits zum Nulltarif. Bei unserem Kooperationspartner Fondsdiscount erhalten Sie rund 19.000 Fonds ohne Ausgabeaufschlag. Die Depotführung ist kostenlos. Falls Sie bereits ein Depot besitzen, können Sie Ihr Portfolio gratis auf das Gebührenmodell von Fondsdiscount übertragen. Mit dem Online-Vermittlerwechsel transferieren Sie auch bereits vorhandene Sparpläne und handeln die betreffenden Fonds künftig ohne Ausgabeaufschlag. Dadurch erhöhen Sie Ihre Rendite.

Auch unter den börsengehandelten Indexfonds gibt es kostengünstige ETFs, die ausschließlich in globale Dividendentitel investieren, wie etwa der SPDR S&P Global Dividend Aristocrats oder der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield. Allerdings sollten Anleger hier das Währungsrisiko beachten.

Auch durch einen ETF auf den Dax partizipieren Sie an den Dividendenzahlungen seiner Mitglieder. Denn der deutsche Leitindex wird als sogenannter Performanceindex berechnet. Das heißt, in die Berechnung fließen auch die Dividenden und deren Wiederanlage mit ein. Im Unterschied dazu berücksichtigt der weniger bekannte Dax-Kursindex die Reinvestition der Dividenden nicht und notiert deshalb auch niedriger. Den sogenannten DivDax gibt es ebenfalls als Kurs- und Performanceindex. Er beinhaltet die 15 Dax-Unternehmen mit den höchsten Dividendenrenditen. Der iShares DivDax ETF bildet den DivDax-Kursindex nahezu eins zu eins ab und schüttet die Dividenden aus.

Biallo-Lesetipp

Seit 2018 werden Fonds anders besteuert. Anleger müssen neue Spielregeln beachten und ihre Geldanlagen neu aufstellen. Mehr dazu lesen Sie hier: Neue Steuerregeln für Fonds.

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de