Dividenden-Endspurt: Bis zu sechs Prozent Rendite abstauben

Rekordausschüttung Dividenden-Endspurt: Bis zu sechs Prozent Rendite abstauben

Ines Baur
von Ines Baur
08.05.2018
Auf einen Blick
  • Dividenden-Hochsaison im Mai: 16 der Dax-30-Unternehmen schütten in diesem Monat noch ihre Dividenden aus.

  • Insgesamt belaufen sich die Dividendenzahlungen aller börsennotierten Unternehmen in Deutschland auf über 50 Milliarden Euro – eine Steigerung von 11,7 Prozent zum Rekordjahr 2017.

  • Jeder dritte Dividendenzahler hebt die Ausschüttung im Vergleich zum Vorjahr prozentual zweistellig an.
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Die Schallmauer ist durchbrochen. Deutschlands Aktiengesellschaften schütten 2018 erstmals über 50 Milliarden Euro an Dividenden aus. Das geht aus der Dividendenstudie 2018 hervor, die das isf Institute for Strategic Finance der FOM Hochschule und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kürzlich veröffentlicht haben. Die Dividendenzahlungen der rund 600 untersuchten Unternehmen belaufen sich insgesamt auf 52,6 Milliarden Euro. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2017 ein Plus von 11,6 Prozent. 

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Das Gros der Dividenden kommt mit 35,8 Milliarden Euro wie üblich von den 30 Dax-Konzernen. Spitzenreiter sind die Allianz, Daimler und Siemens mit insgesamt rund zehn Milliarden Euro. Letztere haben ihre Dividenden bereits ausgeschüttet. Die Allianz lädt ihre Aktionäre am 9. Mai zur Hauptversammlung in die Münchner Olympiahalle.

Spitzenreiter bei der Dividendenrendite im DAX ist dieses Jahr RWE. Allerdings fand die Hauptversammlung bereits am 26. April statt, sodass Anleger hier kurzfristig nichts mehr abstauben können. Nach zwei Nullrunden schüttete RWE für das Geschäftsjahr 2017 eine Dividende von 50 Cent aus – zuzüglich ein Euro Sonderdividende je Aktie infolge der Rückzahlung der Brennelementesteuer. Per Schlusskurs am Vortag der Hauptversammlung lag die Dividendenrendite damit bei 7,1 Prozent.

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Dividenden-Kalender der Dax-Unternehmen

Aktie Dividende Rendite* Hauptversammlung

Lufthansa

0,80 €

3,2 %

08.05.2018

Allianz

8,00 €

4,0 %

09.05.2018

Volkswagen VZ

3,90 €

2,3 %

09.05.2018

Linde

3,70 €

2,1 %

09.05.2018

Adidas

2,60 €

1,4 %

09.05.2018

HeidelbergCement

1,90 €

2,3 %

09.05.2018

Vonovia

1,32 €

3,2 %

09.05.2018

EON

0,30 €

3,2 %

09.05.2018

Fresenius SE

0,75 €

1,1 %

11.05.2018

Deutsche Börse

2,45 €

2,1 %

16.05.2018

BMW

4,00 €

4,4 %

17.05.2018

SAP

1,40 €

1,5 %

17.05.2018

Fresenius Medical Care

1,06 €

1,3 %

17.05.2018

Deutsche Telekom

0,65 €

4,5 %

17.05.2018

Deutsche Bank

0,11 €

1,0 %

24.05.2018

Bayer

2,80 €

2,8 %

25.05.2018

* gemessen am Xetra-Schlusskurs vom 4. Mai 2018

Der Blick auf die zweite Reihe

Eine weitere interessante Info aus der Dividendenstudie 2018 betrifft die Nebenwerte, die sogenannten Small Caps. Nachdem dieses Segment 2017 erstmals die Dividenden-Milliarde geknackt hat (1.340 Millionen Euro), kratzt es jetzt an der Zwei-Milliarden-Marke (1.956 Millionen Euro). Eine Steigerung von fast 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bei Top-Dividendenzahler Puma (200 Millionen Euro) ist es in diesem Jahr nicht mehr möglich, an der Dividende teilzuhaben. Die Hauptversammlung fand bereits am 12. April statt. Doch es gibt kurzfristig noch zahlreiche Möglichkeiten für Dividenden-Jäger im Nebenwerte-Segment. Der Autovermieter Sixt etwa plant eine Ausschüttung von 1,95 Euro je Stammaktie beziehungsweise 1,97 Euro je Vorzugsaktie – zuzüglich einer Sonderdividende von jeweils 2,05 Euro für beide Aktiengattungen durch den Verkauf der Beteiligung am Carsharing-Unternehmen Drive Now. Dadurch belaufen sich die Dividendenrenditen aktuell auf 3,8 Prozent für die Stammaktie und 5,7 Prozent für die Vorzüge. Die Hauptversammlung findet am 21. Juni in der Alten Kongresshalle München statt.

Auch der Telekommunikationsanbieter Freenet lockt mit einer attraktiven Dividendenrendite von 6,4 Prozent. Das Unternehmen will der Hauptversammlung am 17. Mai in der Hamburger Messehalle A eine Dividende von 1,60 Euro je Aktie vorschlagen. 

Magere Ausbeute bei Bankentiteln

Lange Gesichter gibt es bei den Anteilseignern von Banken. Die weitere Nullrunde der Commerzbank – die neunte in Folge – verhindert, dass erstmals in der Dax-Geschichte alle 30 Mitglieder eine Dividende auszahlen. Enttäuschend ist auch die Entwicklung der Deutschen Bank. Diese kürzt als einziges Top-Unternehmen der Frankfurter Börse ihre Dividende um gut 40 Prozent auf nur noch elf Cent je Aktie. Die Dividendenrendite liegt trotz des Kurssturzes in den vergangenen Monaten derzeit nur bei 1,0 Prozent.

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Viele Unternehmen knausern

Auch wenn die deutschen Börsenunternehmen in diesem Jahr so viel ausschütten wie nie zuvor, gibt es auch kritische Töne von Seiten der Anlegerschützer: "Trotz der Rekordsumme und einem Zuwachs von 11,6 Prozent könnte und müsste es eigentlich deutlich mehr sein", kommentiert DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler die Ergebnisse der Studie."Das mag zunächst seltsam klingen, aber wir sind nach wie vor mit der Pay out-Ratio, also dem Anteil des Gewinns, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird, nicht zufrieden". Der Anlegerschützer hält "eine Quote von 50 Prozent als Risikoprämie für die Aktionäre für durchaus gerechtfertigt".

Legen die Unternehmen Geld für schlechte Zeiten zurück? Oder sind die Vorstände und Aufsichtsräte der Auffassung, dass die Dividendenrenditen aufgrund der aktuellen schlechten Zinsen im Sparbereich ausreichend ausfallen? Diese Fragen bleiben vorerst offen. "Hier wird die DSW auf den kommenden Hauptversammlungen ebenfalls sehr kritisch nachfragen", sagt Tüngler. "Zum Beispiel wird in diesem Zusammenhang interessant sein zu erfahren, ob die Dividende in der gleichen Relation gestiegen ist wie das Ergebnis und – ebenfalls nicht unerheblich – wie die Vorstandsvergütung."

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de