Draghi bleibt stur

Europäische Zentralbank Draghi bleibt stur

25.01.2018
Auf einen Blick
  • Der EZB-Rat startet auf seiner Januar-Sitzung mit einer altbekannten Botschaft ins neue Jahr: Der Leitzins soll noch lange auf dem Nullniveau verharren.

  • Die Suche nach einem Nachfolger für EZB-Präsident Mario Draghi läuft bereits. Als aussichtsreicher Kandidat gilt einer seiner schärfsten Kritiker: Bundesbank-Chef Jens Weidmann.
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Ob dieser EZB-Präsident noch an der Zinsschraube dreht? Viele Fachleute zweifeln daran, dass der Leitzins vor Ende Oktober nächsten Jahres das Nullniveau verlässt. So lange währt Mario Draghis Amtszeit. So lange könnte der Italiener seine altbekannte Botschaft wiederholen: kein Spielraum für höhere Zinsen.

Bis mindestens September dieses Jahres will die EZB weiter Staats- und Unternehmensanleihen kaufen. So der Plan. Und auch das gehört zum Plan der Notenbanker: "Sollte sich der Ausblick eintrüben oder sollten die Finanzierungsbedingungen nicht mehr mit einem weiteren Fortschritt hin zu einer nachhaltigen Korrektur der Inflationsentwicklung im Einklang stehen", könnten die Käufe sogar wieder ausgeweitet werden. Das hat der EZB-Rat jetzt auf seiner jüngsten Sitzung klargestellt. 

Was die Leitzinsen angeht, rechnet der EZB-Rat damit, dass sie bis "weit über den Zeithorizont" der Anleihekäufe hinaus auf ihrem aktuellen Niveau bleiben.

Für Gegner der ultralockeren Geldpolitik ein Lichtblick: Im Januar hat offiziell die Suche nach einem Nachfolger für den EZB-Vizepräsidenten begonnen - und damit auch das Taktieren um die Draghi-Nachfolge. Als heißer Kandidat gilt einer der schärfsten Gegner des Bankers mit der Billionen-Bazooka: Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

Neuer Mann, neuer Kurs?

Weidmann kritisiert Draghis Kurs von Anfang an. Einen Stopp der Anleihekäufe in diesem Jahr hält er für "angemessen." Zentralbanken seien "zu den größten Gläubigern der Staaten geworden", warnte er kürzlich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Doch eine Kandidatur Weidmanns gilt als nicht unproblematisch. Das liegt nicht nur an seinem Ruf als geldpolitischer Falke - käme es zu einer neuen Finanzkrise im Euroraum, hätte er mit seiner Linie zahlreiche Widersacher im EZB-Rat. Ein anderer Grund sind die Ambitionen nationaler Regierungen bei der Besetzung des Postens.

Lesen Sie auch: Festgeld - neue Spitzenreiter bei kurzen Laufzeiten

Anders als in den USA, wo die Zinsen wieder steigen, bleibt die Lage für Sparer hierzulande knifflig. Festgeld mit einer Laufzeit von zwei Jahren etwa rentiert in Deutschland mit maximal gut einem Prozent. Anleger in den USA erhalten das Doppelte. Die Spannbreite im aktuellen Festgeld Vergleich reicht von 0,001 bis bis 1,05 Prozent (Laufzeit: 2 Jahre). Der Biallo-Index, ein Mittel aus 130 Angeboten, liegt im Januar bei knapp 0,4 Prozent. (mfi)

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de