"Eine schlechte Nachricht für Sparer"

GfK-Experte Bürkl im Interview "Eine schlechte Nachricht für Sparer"

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
23.02.2017
Auf einen Blick
  • Der neue US-Präsident Trump und die steigende Inflation drücken auf die Vebraucherstimmung in Deutschland.
  • Der GfK-Konsumklima-Index wird im März bei 10,0 Punkten erwartet nach 10,2 Punkten im Februar.

 

 

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Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich im Februar leicht eingetrübt. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung der befragten Verbraucher gingen zurück, berichtet das Marktforschungsinstitut GfK mit Sitz in Nürnberg. Das Konsumklima wird im März nur noch bei 10,0 Punkten erwartet nach 10,2 Punkten im Februar. GfK-Experte Rolf Bürkl analysiert im Gespräch mit biallo.de die aktuellen Daten.

Biallo.de: Trotz eines leichten Dämpfers: Die Kauflaune der Deutschen bleibt weiterhin auf hohem Niveau. Nicht zuletzt auch eine Folge der Negativzinspolitik der EZB und des stabilen Arbeitsmarktes. Welche Konsumgüter stehen bei Verbrauchern im Moment ganz oben?

Bürkl: Aufgrund des nach wie vor boomenden Immobilienmarktes steht das Thema Wohnen/Einrichtung, vor allem Küchen, derzeit hoch im Kurs, aber auch die Neuzulassungen bei Kfz weisen eine gute Entwicklung auf. Schließlich ist noch Urlaub/Reisen zu nennen.

Biallo.de: Dennoch hat sich die Konjunkturerwartung der Verbraucher im Vergleich zum Januar deutlich eingetrübt. Dabei stand Trump bei der letzten Erhebung schon kurz vor der Amtseinführung. Wie ist der Rückgang zu erklären?

Bürkl: Die Februar-Erhebung ist die erste Befragung nach der Amtseinführung. Zum Zeitpunkt der Amtseinführung am 20.01. war die Januar-Befragung bereits komplett abgeschlossen. So konnten auch die Wirkungen der ersten Dekrete des US-Präsidenten erst im Februar Berücksichtigung finden. Zudem sehen wir eine enge Korrelation der Konjunkturerwartung der Verbraucher zum ifo-Geschäftsklima, allerdings mit einem Monat Verzögerung. Dies dürfte daran liegen, dass wenige Tage nach Veröffentlichung von ifo die GfK mit der Erhebung für den Folgemonat beginnt. Und das ifo-Geschäftsklima ist im Januar relativ stark zurückgegangen. Dies dürfte ein wichtiger Grund sein. Aber sicherlich spielt eine gewisse Verunsicherung im Hinblick auf die Politik des neuen US-Präsidenten ebenfalls eine wichtige Rolle.

Biallo.de: Auch wenn das Konsumklima für März leicht zurückgehen dürfte, bleibt es dennoch auf hohem Niveau. Welche Risiken sehen Sie hier im Moment auf der Abwärtsseite?

Bürkl: Ein Risikofaktor neben der amerikanischen Politik ist sicherlich auch das Anziehen der Inflation. Für Januar wurden ja 1,9 Prozent gemessen, das ist wesentlich mehr als im Durchschnitt des vergangenen Jahres mit 0,5 Prozent. Dies ist vor allem für Sparer eine schlechte Nachricht, die zudem noch mit einer Nullzinspolitik leben müssen. Wenn ich mehr Geld für Benzin und Heizöl ausgeben muss, bleibt weniger für andere Anschaffungen. Zudem knabbern steigende Preise an der Kaufkraft der Einkommen.

Biallo.de: Falls die Einkommenserwartung weiter zurückgehen sollte, dann könnte auch der private Konsum einen deutlichen Dämpfer erhalten. Was meinen Sie?

Bürkl: Die Verfügbarkeit entsprechender finanzieller Mittel ist essentielle Voraussetzung für den Konsum. Und wenn die Konsumenten davon ausgehen, dass sie künftig nicht ganz so viele finanzielle Ressourcen mehr zur Verfügung haben, dann wird sicherlich auch der Konsum darunter leiden.

Biallo.de: Wodurch könnte sich das Konsumklima in Deutschland noch eintrüben?

Bürkl: Neben der US-Politik und Inflation steht uns ja ein spannendes Jahr mit Wahlen in wichtigen europäischen Ländern bevor, nicht nur bei uns, sondern auch in den Niederlanden, in Frankreich und möglicherweise auch in Italien. Sollten hier rechtspopulistische Parteien weiter an Einfluss gewinnen oder sogar an der Regierung beteiligt sein, dann könnte deren Euro-kritischer Kurs zu einem Problem für die Exportnation Deutschland werden.

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de