Schwellenländerfonds

Emerging Markets: Experten sehen Aufholpotenzial

16.01.2019
Auf einen Blick
  • Neben dem europäischen Aktienmarkt haben die Börsen der Schwellenländer 2018 besonders stark gelitten.

  • Aufgrund der inzwischen vorhandenen Unterbewertung der Unternehmen aus den Emerging Markets blasen Experten zum Einstieg.
Eine Lösung des Handelskonflikts zwischen den USA und China wäre ein positives Signal für die Aktienmärkte.
rawf8 / Shutterstock.com

Zu Beginn des Börsenjahres 2019 meldeten die großen Nachrichtenagenturen der Finanzwelt, die Stimmung der Anleger befinde sich auf einem Rekordtief. Wer sich schon ein wenig länger mit der Börse beschäftigt, den können solche Statements kaum in Panik versetzen.

Im Gegenteil: Bedeutet dies doch, dass die Laune der Investoren eigentlich nur besser werden kann - was unweigerlich steigende Kurse nach sich ziehen sollte. Davon könnten Fonds mit Schwerpunkt Schwellenländer beziehungsweise Emerging Markets in besonderem Maße profitieren. Nach dem für Anleger eher enttäuschenden Jahr 2018 könnten sich bei entsprechenden Finanzprodukten in diesem Jahr wieder zufriedenstellende Renditen einstellen.

US-Handelsstreit als Damoklesschwert

Die meisten Anleger und Fachleute der Aktienmärkte geben der wenig transparenten und protektionistisch geprägten Handelspolitik des US-Präsidenten Donald Trump die Schuld an dem mehr oder weniger verkorksten Börsenjahr 2018. So beendete beispielsweise der deutsche Leitindex Dax das zurückliegende Jahr mit einem satten Minus von mehr als 18 Prozent. Auch der wohl größte Index Chinas, der CSI 300, verzeichnete im entsprechenden Zeitraum einen Abschlag von rund 20 Prozent. Folgt 2019 die Trotzreaktion?

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Schwellenländer mit attraktivem Chance-Risiko-Profil

Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, sieht in den Emerging Markets gute Chancen auf eine Erholung: "Insgesamt hohe Gewinnerwartungen und vergleichsweise niedrige Bewertungen könnten die Aktienkurse in den asiatischen Schwellenländern 2019 steigen lassen", sagt Stephan gegenüber biallo.de. "Für Anleger könnte ein Investment in die asiatischen Schwellenländer daher eine interessante Beimischung im Depot darstellen."

Vieles hänge aber auch von der wirtschaftlichen Entwicklung in China ab: "Die geldpolitischen und fiskalischen Stimuli der Regierung dürften das Wachstum und damit die Kapitalmärkte weiter stabilisieren. Wir erwarten für das kommende Jahr ein solides Konjunkturplus in China von 6,3 Prozent. Das sollte auf die gesamte Region positiv abstrahlen."

Zünglein an der Waage ist der Handelsstreit zwischen den USA und China. Eine Einigung wäre ein positives Signal für die Märkte. Einstiegschancen sieht Stephan eher in Nord- als in Südasien – insbesondere in China, Korea und Japan. "Voraussetzung für ein Investment sind eine entsprechende Risikobereitschaft und Nervenstärke, da die Aktienmärkte in den aufstrebenden Volkswirtschaften eine relativ hohe Schwankungsanfälligkeit aufweisen", sagt der Experte.

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US-Dollar als Taktgeber

Anleger sollten auch den US-Dollar im Blick behalten, denn eine weitere Aufwertung der amerikanischen Leitwährung könnte sich für die in US-Dollar verschuldeten Emerging Markets als Bremsklotz erweisen. Manfred Schlumberger, Vorstand und Leiter Portfoliomanagement bei StarCapital, sieht die Gefahr eines weiter steigenden Dollars jedoch nicht: "Das absehbare Ende der Leitzinserhöhungen in den USA wird den Aufwärtsdruck auf den US-Dollar beenden. Von aktuell bereits sinkenden Kapitalmarktzinsen in den USA, einem stabilen oder eher fallenden US-Dollar und einer Entspannung im Handelsstreit sollten die Aktienbörsen der Schwellenländer am meisten profitieren." Die relative Stärke der Emerging Markets habe bereits seit dem vierten Quartal des vergangenen Jahres zugenommen.

Ausgewählte Investmentfonds mit dem Fokus Emerging Markets:

Fonds

ISIN / WKN

Anlageschwerpunkt

Entwicklung 1 Jahr

Entwicklung 3 Jahre

Entwicklung 5 Jahre

BSF Emerging Markets Equity Strat E2 EUR

LU1321847805
/ A143XC

Wertpapiere von Unternehmen, die ihren Sitz in Schwellenländern haben oder dort den größten Teil ihrer wirtschaftlichen Aktivität ausüben

3,90%

71,13%

-

JPM Emerging Markets Opportunities Fund A (acc) - SGD hedged

 

LU0868486357 / A1KAQA

Portfolio aus Unternehmen aus Schwellenländern. Der Fonds wird gegen Singapur-Dollar abgesichert

-15,44% in Originalwährung Singapur-Dollar

-11,35% auf Euro-Basis

60,00% in Originalwährung Singapur-Dollar
<br/> 62,70% auf Euro-Basis

-

PIMCO RAE Emerging Markets Fund

IE00BWX4BV00 / A14TZQ

Der Fonds investiert gewöhnlich in Dividendenpapiere von Unternehmen aus Schwellenländern

-16,04% in Originalwährung US-Dollar
<br/>-11,13% auf Euro-Basis

61,57% in Originalwährung US-Dollar

53,48% auf Euro-Basis

-

Quelle: Fondsdiscount.de / eigene Recherche; Performance zum Stichtag 15. Januar 2019.

ETFs mit dem gleichen Schwerpunkt:

ETF

ISIN / WKN

Referenzindex /
Anlageschwerpunkte

Entwicklung 1 Jahr

Entwicklung 3 Jahre

Entwicklung 5 Jahre

iShares EM Dividend UCITS ETF

IE00B652H904 / A1JNZ9

bildet möglichst genau die Wertentwicklung vom DJ Emerging Markets Select Dividend IndexSM ab

-5,18% in Originalwährung US-Dollar

0,36% auf Euro-Basis

 

63,79% in Originalwährung US-Dollar

55,59% auf Euro-Basis

3,65% in Originalwährung US-Dollar

23,54% auf Euro-Basis

Invesco FTSE RAFI Emerging Markets UCITS ETF

 

IE00B23D9570 / A0M2EK

Der Fonds bildet den FTSE RAFI Emerging Markets Index ab

-9,94% in Originalwährung US-Dollar

-4,68% auf Euro-Basis

73,57% in Originalwährung US-Dollar

64,88% auf Euro-Basis

19,61% in Originalwährung US-Dollar

42,56% auf Euro-Basis

Quelle: Fondsdiscount.de / eigene Recherche; Performance zum Stichtag 15. Januar 2019.

Biallo-Tipp

Zahlreiche Aktienmarktexperten attestieren den internationalen Börsen Aufholpotenzial. Die größten Chancen werden dabei den Schwellenländern beziehungsweise entsprechenden Investments zugetraut. Denn diese hatten im Hinblick auf die erzielten Renditen im wenig zufriedenstellenden Jahr 2018 am meisten gelitten. Auch wenn nach wie vor Risiken durch die unkalkulierbare Handelspolitik Donald Trumps bestehen, halten wir Schwellenländerfonds – zumindest als Beimischung fürs  Depot – durchaus für einen Blick wert.



  Peter Hermann


 
 
 
 
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