ETF-Sparplan: Kostenvorteile erhöhen die Rendite

Exchange-Traded Fund ETF-Sparplan: Kostenvorteile erhöhen die Rendite

Max Geißler
von Max Geißler
29.01.2019
Auf einen Blick
  • ETFs (Exchange Traded Funds) bilden Indizes, wie beispielsweise den Dax, eins zu eins nach und punkten durch niedrige Kosten.

  • ETF-Sparpläne sind prädestiniert für den langfristigen Kapitalaufbau. Anleger können auch kleine Beträge monatlich in die computergesteuerten Fonds investieren.

  • Wie ETF-Sparpläne genau funktionieren und was Sie beim Vermögensaufbau mit ETFs beachten sollten, erfahren Sie in folgendem Ratgeber.
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ETF-Sparpläne sind prädestiniert für den langfristigen Kapitalaufbau. Anleger können schon mit kleinen Beträgen monatlich sparen. Bei mancher Bank geht dies bereits ab 25 Euro, in der Regel aber ab 50 Euro. Da beim Ratensparen stets der gleiche Betrag investiert wird, kauft man bei niedrigen Fondskursen mehr ETF-Anteile als bei hohen. Unterm Strich entstehen dadurch günstige Durchschnittskosten.

Lesen Sie auch: Sparen mit ETFs – Die zehn wichtigsten Fragen

ETFs investieren ausgewogen in einen ganzen Markt und passen sich bei Veränderungen automatisch den Marktbedingungen an. Das mindert Anlagerisiken und stärkt die Rendite. Da auch die internen Fondskosten niedrig sind, genießen Sparer beste Ertragsaussichten.

Anleger haben die Qual der Wahl. Mehr als 1.000 ETFs sind heute am Markt erhältlich. Die Verbraucherzentralen favorisieren globale Indizes, zum Beispiel den internationalen MSCI-World-Index. Er verteilt das Risiko auf mehr als 1.500 Aktien führender Unternehmen aus 23 Industrieländern. 

In den vergangenen 20 Jahren erzielte der Index laut Thomson Reuters eine Durchschnittsrendite von 7,7 Prozent pro Jahr. Ein ETF-Sparplan mit monatlich 100 Euro hätte bis heute einen Ertrag von rund 55.000 Euro erbracht.

Lesen Sie auch: Die besten MSCI-World-ETFs im Überblick

Wie findet man den richtigen ETF, wenn sich selbst diejenigen, die sich auf denselben Index beziehen, in punkto Abbildungsart, Kosten und Performance unterscheiden? Die folgenden Tipps geben Hinweise für die Suche und die passende Anlagestrategie.

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Wie funktionieren ETFs

Exchange Traded Funds (ETFs) sind passiv gemanagte Indexfonds. ETFs werden in der Regel von Investmentgesellschaften emittiert und lassen sich wie Aktien an der Börse handeln.

Das bedeutet, dass sie über eine Wertpapierkennnnummer (WKN) bzw. ISIN (International Securities Identification Number) verfügen – quasi der "Personalausweis" eines Wertpapiers. Anteile an ETFs können grundsätzlich an jedem Handelstag von Anlegern gekauft oder verkauft werden.

Wertentwicklung

Die Wertentwicklung von ETFs ist leicht nachvollziehbar, weil sie stets einen Index oder einen speziellen Wertpapierkorb eins zu eins abbilden. Das kann ein nationaler oder internationaler Aktienindex, ein Rohstoff-, Immobilien- oder auch Rentenindex sein.

Das bedeutet: Mit ETFs können Anleger komplette Märkte, etwa den deutschen Aktienindex Dax oder den deutschen Rentenindex Rex oder einen Gold- bzw. Ölmarkt, einfach und kostengünstig handeln wie eine Aktie.

ETFs besitzen keine Laufzeitbegrenzung, Anleger können jederzeit Anteile kaufen und verkaufen. Aktuelle Kurse sorgen für stete Handelbarkeit und Liqidität. Die Aufbewahrung der Fondsanteile erfolgt im privaten Wertpapierdepot.

Unterschiedliche Art der Index-Nachbildung

Unterschiede gibt es bei der Art und Weise, wie der jeweilige ETF versucht, die möglichst genaue Nachbildung seines zugrunde liegenden Index (Benchmark) zu erreichen. Zwei Investmentansätze verfolgen dabei das gleiche Ziel: Die exakte Nachbildung des Benchmark-Index, die Ausgestaltung ist aber sehr unterschiedlich.

Physische Nachbildung: Diese ETFs investieren in die einzelnen Werte der Benchmark, das heißt der Fonds kauft exakt die gleiche Menge der betreffenden Aktien oder Anleihen, die gerade im Index enthalten ist. Steigt oder schwindet die Marktkapitalisierung eines Titels, so reagiert der ETF entsprechend.

Synthetische Nachbildung: Diese ETFs bilden die Indexentwicklung durch Swapgeschäfte mit anderen Marktteilnehmern ab, also mittels stellvertretend aufgelegter Börsenpapiere, zum Beispiel Zertifikate. Der Unterschied besteht hier vor allem in einem etwas höheren Risiko, da der Anbieter des Zertifikats Pleite gehen kann. Hier bedarf es entsprechender Absicherungen.

Risikoschutz: ETFs werden wie klassische Investmentfonds als Sondervermögen geführt. Das bedeutet, im Insolvenzfall des Fondsanbieters geht der Wert der Anteile nicht verloren, sondern das Vermögen bleibt für Anleger reserviert.

Was ist bei Sparplänen zu beachten?

Anlagehorizont

Mit einem ETF-Sparplan investiert man sein Geld an der Börse. Hier sind Wertschwankungen an der Tagesordnung – darüber sollte man sich im Klaren sein. ETF-Sparpläne eignen sich daher nicht als Kurzfristinvestment. Auf lange Sicht gleichen die Kursgewinne zwischenzeitliche Verluste aus und erzielen attraktive Renditen.

Beispiel Dax: Der deutsche Aktien-Leitindex erzielte im Lauf seiner gut 30 Jahre trotz immer wiederkehrender Crashs eine jährliche Rendite von rund acht Prozent – viel mehr als Sparbücher oder Banksparpläne.

Das Sparziel sollte also in weiter Ferne liegen und nach Möglichkeit kein festes Enddatum haben. Ansonsten kann es passieren, dass zum anvisierten Sparende die Börsen gerade auf Talfahrt und die Kurse niedrig sind. Wer dann verkaufen muss, hätte ein Gutteil der erzielten Wertgewinne verloren.

  • Biallo-Tipp: Schichten Sie gegen Sparende aufgelaufene Gewinne bzw. Guthaben sukzessive in schwankungsarme Wertpapiere um. Bei Börsenhöchstständen kann auch ein Komplettausstieg sinnvoll sein.

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Flexibilität und Handelbarkeit

Das Gute von ETF-Sparplänen ist ihre hohe Flexibilität. Sparer können jederzeit ein- und aussteigen oder die Sparrate verändern. Kündigungsfristen gibt es nicht. Mit Sparplänen bei Versicherungen, etwa privaten Rentenversicherungen auf ETF-Basis, ist das nicht möglich.

Viele Banken, Sparkassen und Onlinebroker bieten ETF-Sparpläne bereits ab 25 Euro monatlich an. Das ist sparerfreundlich, aber gar so niedrig sollte die Sparrate nicht ausfallen, will man eine signifikante Summe ansparen. Wer über zehn Jahre jeden Monat 25 Euro anlegt, erzielt bei sechs Prozent Rendite ein Ergebnis von gut 4.000 Euro – Kapitalaufbau sieht anders aus.

  • Biallo-Tipp: Gut ist, wenn die Bank neben monatlichem Kauf weitere Sparintervalle zulässt. Manche Sparer möchten quartalsweise oder halbjährlich anlegen.

Anzahl ETF-Sparpläne

Soll das ETF-Depot nicht nur mit einem deutschen oder europäischen Standard-ETF bestückt werden, lohnt es sich, auf eine möglichst große Auswahl an Sparplänen zu achten. Positiv sind hier Onlinebroker und Direktbanken zu nennen, die meist hunderte ETF-Sparpläne vorhalten.

Einige Beispiele:

Im Gegensatz dazu halten klassische Filialbanken oft nur wenige ETFs vor. Grund: Filialbanken wollen lieber die für sie ergiebigeren klassischen Investmentfonds verkaufen.

Anzahl ETF-Sparpläne bei:

  • Commerzbank: 17
  • Postbank: 45
  • Targobank: ca. 45

Ordern zum Nulltarif

Im Einkauf liegt der Gewinn – mit dieser Faustformel ist schon so mancher Kaufmann reich geworden. Was für den Handel gilt, gilt auch für die Geldanlage. Je geringer die Kosten beim Erwerb von Fonds oder anderen Wertpapieren, desto eher kommt das Investment in die Gewinnzone und desto höher ist am Ende der Ertrag.

Der Kauf kostengünstiger ETF-Anteile erfolgt über die Börse. Hierfür berechnen Bank und Onlinebroker eine Ordergebühr. Die Gebühr ist von Bank zu Bank unterschiedlich hoch. Manche Anbieter berechnen pauschale Gebühren (z. B. DKB, Flatex), andere volumenabhängig von der Höhe der Order (z. B. Comdirect, Consorsbank, ING-Diba), wieder andere kombinieren beide Varianten (Volkswagen Bank).

Kosten: Im Schnitt berechnen Banken 1,5 bis 2,5 Prozent Ordergebühr pro Sparplanausführung. Das ist im Vergleich zu klassischen Aktienfonds recht günstig, denn hier fallen regulär fünf bis sechs Prozent Ausgabeaufschlag an. Dennoch sind die Kosten nicht unerheblich. Eine monatliche Sparrate von 150 Euro verursacht bei 2,5 Prozent Kaufgebühr übers Jahr gesehen immerhin 45 Euro an Ordergebühren.

Es lohnt sich also, eine preiswerte Bank zu suchen. Am günstigsten fahren Anleger, wenn das Geldhaus komplett auf Gebühren verzichtet. Dies ist in seltenen Fällen dauerhaft und bei allen Sparplänen der Fall. Ein Beispiel hierfür ist die Onvista Bank.

Lesen Sie auch: ETF-Sparplan – Bei diesen Banken zum Nulltarif

Wie viel kostenlose ETFs Banken vorhalten und welche Gebühren bei regulärem Bezug anfallen, zeigt beispielhaft die folgende Tabelle:

ETF-Sparpläne im Kostencheck

Geldinstitut

Anzahl Sparpläne

Davon ohne Ordergebühr bei Sparplan

Reguläre Kosten pro Order/Sparrate

Onvista

80

80

0 €

Flatex

750

350

1,50 €

Consorsbank

400

268

1,50 %

DKB

400

180

1,50 €

S-Broker

450

Alle Sparpläne von Deka und Comstage

2,50 %

Comdirect

206

90

1,50 %

Maxblue

131

93

2,50 € + 0,40 %

ING-Diba

70

--

1,75 %

Postbank

45

--

0,90 €

Commerzbank

17

5 (36 Monate kostenfrei)

2,50 € + 0,25 %

Quelle: biallo.de, eigene Recherchen, modernbanking.de / Stand: Dezember 2018.
  • Hinweis: Manche Anbieter sind nicht verlinkt, das Sie über uns derzeit keine neuen Kunden akquirieren wollen. Wie wir uns finanzieren, haben wir in der Rubrik "Über uns" transparent offengelegt.

In der Regel gibt es kostenlose ETF-Sparpläne zeitlich begrenzt oder das Angebot gilt nur für bestimmte Fondsgesellschaften. Sparer müssen sich dann erkundigen, wie lange die Aktion läuft und welche Fonds begünstigt sind. Hier ein paar aktuelle Beispiele:

  • Onvista hat 80 Sparpläne von Deka ETFs, Comstage, ETF Securities, Lyxor und iShares stehen kostenlos und zeitlich unbegrenzt zur Auswahl.

  • Consorsbank hält 250 sparplanfähige ETFs von db X-trackers und Lyxor gebührenfrei vor. ETF-Anteile von Lyxor sind bis Ende 2019 kostenfrei, von X-trackers bis Ende 2022.

  • Comdirect bietet 90 ausgewählte ETFs der Gesellschaften Lyxor, X-trackers, Vanguard und Franklin Templeton kostenfrei im Sparplan-Verfahren an.

  • S-Broker offeriert alle Deka ETF-Sparpläne sowie weitere 97 ETFs von Comstage bis zu einer Sparrate von 500 Euro kostenlos.

Was ist bei der Fondsauswahl zu beachten?

Unterschiedliche ETF-Kosten

Einfluss auf die Performance von ETFs haben unter anderem die internen Fondsgebühren. ETFs sind zwar vergleichsweise preiswert, da sie von Computerprogrammen und nicht von teuren Fondsmanagern gesteuert werden. Dennoch erheben die Fondsgesellschaften auch für die "Computerarbeit" eine Gebühr. Da die Gebühren jährlich vom Fondsvolumen abgezwackt werden, können sich schon wenige Zehntel bei der langfristigen Wertentwicklung bemerkbar machen.

Deutlich wird dies beispielsweise am Comstage MSCI World UCITS ETF sowie dem iShares Core MSCI World UCITS ETF. Bei beiden Fonds erheben die Investmenthäuser jährlich 0,20 Prozent Gebühr. Beim vergleichbaren iShares MSCI World ACWI UCITS ETF sind dagegen 0,60 Prozent fällig. Ergebnis: Die preiswerteren ETFs gewannen auf Fünfjahressicht gut 74 Prozent hinzu, der teurere nur 69 Prozent.

  • Biallo-Tipp: Achten Sie bei der Einrichtung des ETF-Sparplans auf die Total Expense Ratio (TER) des Fonds. Diese Gebührenkennzahl zeigt die Summe aller Kosten und Gebühren im Verhältnis zum Volumen eines Investmentfonds. Nur die Ordergebühr wird dabei nicht beachtet. Vorteil für den Anleger: Durch die TER werden, im Unterschied zur reinen Managementgebühr, alle Kostenfaktoren, die die Wertentwicklung eines Fonds beeinflussen, miteinbezogen.

Die Höhe der TER schwankt nicht nur von Fonds zu Fonds, sondern auch von Fondsklasse zu Fondsklasse sowie von Anlageregion zu Anlageregion. Sehr preiswert sind beispielsweise ETFs auf den Dax, da dieser Index leicht und kostengünstig nachzubilden ist. Fondsgesellschaften berechnen hier in der Regel Gebühren zwischen 0,08 und 0,15 Prozent vom Fondsvolumen.

Lesen Sie auch: So geht VL-Sparen mit ETFs

Anders sieht die Sache aus, wenn Sie beispielsweise in einen auf Asien ausgerichteten ETF investieren wollen. Hier liegt die Kostenquote im Schnitt zwischen 0,5 und 0,9 Prozent pro Jahr. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein teurer ETF schlechter läuft als ein preiswerter, ist bei diesen Kostenunterschieden besonders hoch.

  • Biallo-Tipp: Wer seine Geldanlage nicht komplett selbst gestalten will oder kann, für den sind die sogenannten Robo-Advisor eine geeignete Alternative. Die meisten Anbieter bieten auch ETF-Sparpläne, die individuell auf das Risikoprofil des Anlegers zugeschnitten sind. Die Vermögensverwaltung inklusive Transaktionskosten, Konto- und Depotführung gibt es bereits für weniger als ein Prozent des Anlagevolumens.

Auf Fondsgröße achten

Wichtig für Anleger ist außerdem, darauf zu achten, dass das Anlagevolumen des Fonds nicht zu klein ist. Dies gilt auch für ETFs. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Fonds mangels Wirtschaftlichkeit geschlossen oder mit einem anderen Fonds verschmolzen wird.

Die Größe eines Fonds ist ein wichtiger Indikator für dessen Erfolg. Beinhaltet der Fonds wenig Anlagevolumen, können die Fondskosten höher sein als der Ertrag. Da die Fondskosten aber unabhängig von der Menge der verkauften Fondsanteile anfallen, wird der Fonds für die Investmentgesellschaft unrentabel – es droht eine Schließung.

Damit Sie davon nicht betroffen sind, sollten Sie auf ein gewisses Mindestvolumen des ETF achten. Fondsexperten empfehlen wenigstens 50 Millionen Euro, besser sind 100 Millionen Euro.

  • Biallo-Tipp: Wie groß das Volumen eines Fonds ist, erfährt man im Fondsprospekt oder auf der Internetseite der Depotbank.

Depotgebühren vermeiden

Beim ETF-Sparen können die Kosten für die Depotverwahrung den Nettoertrag des Sparplans schmälern. Bis zu 1,0 Prozent des Depotvolumens berechnen einzelne Filialbanken. Folge: Steigt der Wert des Gesamtdepots in einem Jahr um fünf Prozent, bleiben unterm Strich nur vier Prozent Gewinn übrig.

Deutlich preiswerter sind Direktbanken und Onlinebroker. Insbesondere im Sparplanverfahren verzichten viele Anbieter komplett auf Gebühren. So berechnen etwa Consorsbank, Flatex, ING-Diba, DKB und Onvista generell keine Depotgebühren.

Auch andere Banken werben mit gebührenfreien Depots, knüpfen diese aber an Bedingungen. Einige Beispiele:

  • Comdirect: Das Wertpapierdepot der Quickborner Direktbank ist drei Jahre lang kostenlos. Danach zahlen Anleger auch weiterhin keinen Cent, wenn sie regelmäßig Wertpapiere kaufen oder das bankeigene Girokonto nutzten. Andernfalls kostet das Depot 23,40 Euro pro Jahr.

  • 1822 direkt: Bei der Online-Tochter der Frankfurter Sparkasse bleibt das Depot kostenfrei, wenn mindestens eine Order im Quartal erteilt wird oder das Depot einen Bestand in unbestimmter Höhe aufweist. Sonst: 46,80 Euro pro Jahr.

  • Volkswagen Financial Services: Gebühren entfallen, wenn Kunden mindestens zwei Trades pro Jahr machen oder ein Girokonto bei der Volkswagen Bank nutzen oder ein Depotbestand von mindestens 10.000 Euro am Monatsende vorliegt. Andernfalls: 23,40 Euro pro Jahr.

  • Biallo-Tipp: Bei Banken mit Einschränkungen sollten Anleger genau wissen, was sie wollen. Wer sowieso ein Girokonto bei dieser Bank nutzen möchte, kann günstige Konditionen quasi im "Vorbeigehen" mitnehmen. Das gleiche gilt, wenn man einen Fondssparplan oder ETF-Sparplan betreibt. Ob hingegen regelmäßig Einzelaktien oder Zertifikate gekauft werden, dürfte nicht sicher sein.

Lesen Sie auch: ETFs oder klassische Fonds

Depotgebühren bei Filialbanken: Die Depotführung in der Bankfiliale ist nur selten kostenlos. Die Sparda-Banken verzichten zum Beispiel bei einer monatlichen Sparrate auf Depotgebühren, ansonsten fallen mindestens 9,95 Euro bis maximal 24,95 Euro pro Quartal an.

Bei Sparkassen und Großbanken wird's zumeist teurer. Hier sind die Gebühren abhängig vom Depotvolumen. Beispiele:

  • Commerzbank: Das Premium-Fonds-Depot der zweitgrößten Privatbank Deutschlands kostet pauschal 0,9 Prozent des Depotvermögens pro Jahr; mindestens aber 90 Euro pro Quartal. Unter 360 Euro im Jahr kommen Sparer hier nicht davon.
  • Deutsche Bank: Das Privatdepot Dynamik ist nichts für kleine Depotvolumen. Für 50.000 Euro Kurswert fallen bei 1,0 Prozent Provision jährlich 500 Euro an. Binnen zehn Jahren addieren sich die Gesamtkosten auf 5.000 Euro! Der Mindestpreis für dieses Depot liegt bei 288 Euro im Jahr.

  • Biallo-Tipp: Kunden der Deutschen Bank können das kostenlose Depot der Online-Tochter Maxblue nutzen oder auf den hauseigenen Robo-Advisor Robin zugreifen. Der digitale Vermögensverwalter verlangt für Portfoliomangement, Konto- und Depotführung je nach Anlagevolumen zwischen 0,8 und 1,0 Prozent pro Jahr. Wer bis zum 30. September ein Depot abschließt, kann die Dienste von Robin drei Monate lang gebührenfrei testen.

ETF-Portfolios für verschiedene Anlegertypen

Bevor Sie Ihr ETF-Depot bestücken, sollten Sie festlegen, welcher Anlegertyp Sie sind. Schließlich können ETFs stark oder weniger stark schwanken. Wer mit Kursrückgängen nur schlecht umgehen kann, der sollte auf möglichst schwankungsarme ETFs zurückgreifen. Hier empfehlen sich vor allem Renten-ETFs.

Umgekehrt gilt: Wer einen langen Sparzeitraum anvisiert und sich nicht vor Wertschwankungen scheut, der kann vorwiegend auf Aktien-ETFs setzen.

Die Ratingagentur Morningstar hat exemplarisch vier Musterportfolios für unterschiedliche Anlegertypen zusammengestellt, die nachfolgend in Kurzform dargestellt werden:

Das einfache Portfolio: Für den eher kleinen Geldbeutel empfiehlt Morningstar ein einfaches Aktien-Renten-Portfolio. Es setzt sich aus einem ETF auf den MSCI World Index auf der Aktienseite und dem Barclays Euro Aggregate auf der Rentenseite im Verhältnis von 60:40 zusammen. Die Stärke dieser zusammengesetzten Indizes: Sie sind stabil aufgesetzt und werden regelmäßig rebalanciert, also auf die Ausgangslage zurückgeführt. Dadurch bleibt die Anlagestrategie immer in der gewünschten Richtung.

Das diversifizierte Portfolio: Größere Sparbeträge können feiner aufgeteilt werden. Das diversifizierte Portfolio setzt sich aus elf ETFs zusammen. Es enthält Schwellenländeraktien in Gestalt des MSCI Emerging Markets, außerdem ETFs auf Industrieländer-Indizes und diverse Länder-ETFs. Amerikanische Mid und Small Caps sind mit jeweils fünf Prozent gewichtet. Die Rentenquote von 35 Prozent wird vom Barclays Global Aggregate Bond bestritten.

Das realwirtschaftliche Portfolio: Hier wird auf der Aktienseite stärker und risikoreicher in exotische Märkte investiert. Schwellenländer kommen deutlich stärker zum Einsatz. Wie auch beim diversifizierten ETF-Portfolio findet sich der globale Rentenindex wieder.

Das inflationsbremsende Portfolio: Hier wird den Teuerungsrisiken auf der Renten-Seite stärker Rechnung getragen. Inflationsschutzanleihen machen insgesamt 25 Prozent des Portfolios aus. Hinzu kommt für Rohstoff-Fans eine Goldquote von zehn Prozent. Aktienseitig kommen der MSCI World und der MSCI Emerging Markets zum Einsatz. Dieses Depot ist eher etwas für risikofreudige Anleger.

Performance

Alle Portfolios überzeugen und können in den vergangenen fünf Jahren eine sehr gute Wertentwicklung vorweisen. Das "einfache Portfolio" gewann bis Ende Mai 2018 7,7 Prozent pro Jahr hinzu, das "diversifizierte" 7,8 Prozent, das "realwirtschaftliche" 6,9 Prozent und das "Inflationsschutz-Depot" 7,2 Prozent.

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Biallo-Lesetipp

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nach dem Studium der Politikwissenschaft in München arbeitete ich als Redakteur im ökom-Verlag. Zeitgleich begann ich freiberuflich über Wirtschafts- und Finanzthemen für verschiedene Tageszeitungen zu schreiben. Über mehrere Lektoratsstellen in verschiedenen Bucherverlagen (u.a. Meister Verlag, Gerling Akademie Verlag) kam ich 1998 zu biallo.de.

Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

Darüber hinaus berichte ich regelmäßig in Tageszeitungen über Finanz- und Wirtschaftsthemen, u.a. für Süddeutsche Zeitung, Münchner Merkur, Westdeutsche Zeitung, Kölner Stadtanzeiger, Ruhrnachrichten und Badische Zeitung.

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Für das Finanzportal bearbeite ich seither die Themen Geldanlage, Vorsorge, Immobilien und Steuern. Im Rahmen der Zusammenarbeit erschienen die Biallo-Bücher: „Immobilienfinanzierung“ und „Tages- und Festgeld“. 2006 veröffentliche ich das Fachbuch: „Börse für jedermann“ (Linde Verlag, Wien).

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de