Geldanlage

ETFs: Günstige Alternativen zum MSCI World Index

Update: 13.05.2020
Anzeige
Den Business-Alltag vereinfachen?
Lassen Sie doch Ihr Geschäftskonto
für sich arbeiten!

Unser Surf-Tipp!
Auf einen Blick
  • Wer über einen ETF in globale Wertpapiertitel investieren möchte, sollte nicht nur die beworbenen Angebote der eigenen Bank oder in Deutschland sehr bekannte Fondsgesellschaften wie Blackrock, Comstage und Xtrackers vergleichen.

  • Günstige Alternativen sind beispielsweise die britische Großbank HSBC oder die US-Fondsgesellschaft Vanguard. Letztere vertreibt Produkte, die dem MSCI World Index und seiner Performance ähneln, allerdings unter anderem Namen.
Der MSCI World gilt als einer der wichtigsten Aktienindizes weltweit. Doch im Hinblick auf die Kostenstruktur gibt es bei entsprechenden ETFs deutliche Unterschiede.
spainter_vfx / Shutterstock.com

Jens Weidmann muss wirklich wissen, wie man sein Geld sinnvoll anlegt. Schließlich gibt es für den promovierten Volkswirt und Präsidenten der Deutschen Bundesbank schon aus beruflichen Gründen kein anderes Thema als Geld. Dass ein Bundesbankpräsident im Hinblick auf Finanzinstrumente neutral bleiben muss und deshalb keine Anlageempfehlungen gibt, versteht sich von selbst. Dennoch enthüllte die Europäische Zentralbank (EZB) im vergangenen Jahr – für Weidmann mehr oder weniger unfreiwillig –, wie er privat sein Geld investiert.

Hintergrund ist, dass die obersten Währungshüter der EZB ihre Beteiligungen und selbst genutzten Finanzprodukte offenlegen müssen. Weidmanns Strategie ist überraschend einfach: Sein Geld liegt in zwei ETF-Fonds – einen auf den Dax sowie einen weiteren auf den MSCI All Country World Index, kurz MSCI ACWI.

Das ist auch aus unserer Sicht schon mal ganz grundsätzlich eine durchaus empfehlenswerte Anlagestrategie, welche sich ebenfalls für Börsenlaien langfristigen lohnen dürfte. Doch letztlich geht es beim Thema Rendite natürlich nicht nur um den Index selbst, sondern ebenso ganz besonders um die Kosten des Fonds. Und da kann vielleicht sogar Jens Weidmann noch den einen oder anderen Euro sparen.

Lesen Sie auchDiese Online-Broker bieten kostenlose ETF-Sparpläne

Biallo-Tipp:

In Zukunft werden wir nicht mehr nur über Trends schreiben, sondern auch konkrete Lösungen für Ihr Geld bieten. Mit Finanzexperten entwickelt, bietet Ihnen das digitale Anlagekonzept  INVEST2WIN die Möglichkeit, gezielt in attraktive Zukunftstrends zu investieren.

Nicht blind zugreifen

So ziemlich jeder Broker hat ETFs unter dem Namen MSCI World im Programm. Und zwar reichlich: Gibt man beispielsweise in der Kurssuche von Comdirect das Schlagwort "MSCI World" ein, erscheinen im Ergebnis sage und schreibe zwölf Seiten mit entsprechenden Fonds, insgesamt knapp 170 an der Zahl. Wer keine große Ahnung vom Thema ETFs und Wertpapiere hat, dürfte schon hier mächtig ins Trudeln kommen.

Selbstverständlich gehören passive Indexfonds prinzipiell zu den günstigsten Optionen, an der Börse Geld anzulegen. Dennoch sollten sich potenzielle Neuinvestoren tunlichst davor hüten, beim erstbesten Angebot zuzugreifen. Denn das ist ganz sicher nicht das günstigste oder beste.

Lesen Sie auch: Die besten ETFs auf den MSCI World Index

Ein Beispiel: Bei Comdirect erscheint ganz oben in der Liste der iShares MSCI World UCITS ETF. Ein durchaus beliebtes Produkt: Über 4,5 Milliarden US-Dollar Fondsgröße, physische Replikation, Dividenden werden ausgeschüttet. Selbst beim Renditechart kann man nicht meckern. Doch die Kostenquote ist mit 0,5 Prozent im Wettbewerb alles andere als ein Schnäppchen.

Dabei gibt es aus dem Hause Blackrock selbst eine deutlich günstigere Variante, wenn auch thesaurierend: nämlich den iShares Core MSCI World UCITS ETF mit einer Kostenquote von 0,20 Prozent pro Jahr, der zudem mit 22,5 Milliarden US-Dollar deutlich größer ist als der ausschüttende mit 4,5 Milliarden US-Dollar.

Lesen Sie auch: Der Unterschied zwischen ausschüttend und thesaurierend

Welche Produkte bei einem Broker ganz oben gelistet werden, lässt sich natürlich nicht generell sagen. Was uns aber aufgefallen ist: Es sind häufig die Namen der üblichen "Verdächtigen", wie Blackrock, Comstage oder auch Xtrackers. Und das nicht nur bei tendenziell teureren Brokern, sondern auch bei Discount-Anbietern wie der niederländischen Degiro.

Wir wollen hier keine Boshaftigkeit unterstellen, aber letztlich geht es selbst bei günstigen ETFs für Banken, Broker und Fondsgesellschaften nur um ein Thema: Wie kann man möglichst viel Geld damit verdienen? Es drängt sich der Verdacht auf, dass man die Kunden nicht gleich mit der Nase auf die günstigsten und attraktivsten Produkte stoßen möchte.

Noch schlimmer ist es allerdings bei ganz neuen Smartphone-Brokern, wie beispielsweise Trade Republic. Hier fehlen abgesehen von Blackrock praktisch alle anderen ETF-Anbieter. Wer also hauptsächlich in Indexfonds investieren will, sollte schon bei der Brokerwahl ganz genau hinschauen.

Lesen Sie auch: Smartphone-Broker Trade Republic im Test

  • Biallo-Tipp: Wer seine Geldanlage nicht komplett selbst gestalten will oder kann, für den sind Robo-Advisor eine geeignete Alternative zum langfristigen Vermögensaufbau. Wie die digitalen Vermögensverwalter genau funktionieren, lesen Sie in unserem Ratgeber Robo-Advisor. Wenn Sie zudem herausfinden möchten, welcher Robo-Advisor Ihren Ansprüchen gerecht werden kann, dann nutzen Sie den Chatbot von biallo.de. Dafür müssen Sie wenige Fragen zum finanziellen Hintergrund und zur Risikofreude beantworten. Unser digitaler Assistent schlägt Ihnen dann einen zu Ihren Bedürfnissen passenden Robo-Advisor vor.

Lesen Sie auch: Investieren in ETFs: Die richtige Anlagestrategie zählt

Günstiger: Vanguard und HSBC

Die in den USA vom ETF-Pionier Jack Bogle gegründete Fondsgesellschaft Vanguard gilt gemeinhin als Aldi der Branche. Viele Vanguard-ETFs zeichnen sich durch eine sehr gute Performance bei gleichzeitig günstigen Kostenquoten aus. Das liegt unter anderem auch am Thema Lizenzgebühren, denn Vanguard vertreibt einige Indexfonds nicht unter dem Namen MSCI World, obwohl diese ähnlich zusammengesetzt sind.

Nehmen wir beispielsweise den Vanguard FTSE All-World UCITS ETF, welcher globale Titel aus Industrie- und Schwellenländern abbildet. Mit mehr als 4,5 Milliarden US-Dollar Fonsvolumen ist er zwar deutlich kleiner als der zuvor genannte ausschüttende iShares-ETF, liegt aber im Hinblick auf die Kostenquote nur bei 0,22 statt 0,50 Prozent pro Jahr.

Auch die britische Großbank HSBC hat einen interessanten ETF aufgelegt, der sowohl in Sachen Kosten als auch Performance zu den attraktiveren Produkten am Markt gehört. So ist der HSBC MSCI World ETF bei einer Fondsgröße von knapp 1,4 Milliarden US-Dollar und Kostenquote von 0,15 Prozent sehr preiswert.

Zu den günstigsten thesaurierenden ETFs auf den MSCI World Index zählen derzeit der Lyxor Core MSCI World (Volumen: rund 560 Millionen US-Dollar) und der SPDR MSCI World (Volumen: rund 140 Millionen US-Dollar) mit laufenden Kosten von jeweils nur 0,12 Prozent pro Jahr.

Lesen Sie auch: Der Unterschied zwischen physischen und synthetischen ETFs

Globale ETF-Titel im Vergleich:

iShares MSCI World UCITS ETF

Vanguard FTSE All-World UCITS ETF

HSBC MSCI World ETF

Volumen

4,2 Mrd. Euro

3,9 Mrd. Euro

1,3 Mrd. Euro

Replikation

physisch

physisch

physisch


Ertragsverwendung

ausschüttend

ausschüttend

ausschüttend

Währung

US-Dollar

US-Dollar

US-Dollar

Kostenquote p. a.

0,50 Prozent

0,22 Prozent

0,15 Prozent

Quelle: eigene Recherche / Angaben ohne Gewähr

Fazit: Günstiger einsteigen

Ein ETF ist natürlich im Gegensatz zu einer Ehe kein Bund fürs Leben. Selbstverständlich kann man seine Anteile jederzeit verkaufen und zu einem anderen Produkt beziehungsweise Fondsanbieter wechseln. Dennoch sollte man sich darüber bewusst sein, dass Indexfonds auf eine langfristige Anlage von Jahrzehnten ausgelegt sind. Wer nicht gleich zu Beginn mit Sorgfalt das richtige Produkt wählt, mindert seine langfristige Rendite und verschenkt damit unnötigerweise bares Geld.

Stellen Sie sich das ETF-Angebot bei Banken und Brokern wie ein Supermarktregal vor. Die teuren Markenprodukte liegen gut beworben und leicht greifbar in Augenhöhe, während man sich für das weniger bekannte aber qualitativ gleichwertige Produkt im unteren Teil des Regals bücken muss. Vielleicht muss man sogar den gewohnten Supermarkt wechseln, doch auch das kann sich am Ende richtig lohnen.

Lesen Sie auch: ETFs: Geringes Volumen birgt Risiko

Biallo-Tipp

Achten Sie bei einer ETF-Order genau auf die Konditionen Ihres Brokers. Viele Fonds werden gleichzeitig an verschiedenen Börsenplätzen gehandelt. So ist es durchaus möglich, dass ein ETF an der Xetra kostenpflichtig und an der Euronext kostenlos gekauft werden kann. In der Regel finden Sie auf der Internetseite Ihres Brokers eine Liste von günstig oder kostenlos handelbaren Fonds inklusive zugehöriger Handelsplätze.



  Björn König


 

Biallo Video Stream

 
 
 
Powered by Telsso Clouds