EZB-Zinsentscheid: Enteignung der Sparer schreitet voran

Geldpolitik EZB-Zinsentscheid: Enteignung der Sparer schreitet voran

von biallo.de
12.09.2019
Auf einen Blick
  • Die Europäische Zentralbank hat den Einlagenzins wie erwartet auf minus 0,5 Prozent gesenkt. 

  • Zudem haben die Währungshüter die Wiederaufnahme des Anleihenkaufprogramms angekündigt.

  • Die Inflationsprognose wurde gesenkt. Damit rückt die Zinswende in weite Ferne.
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EZB-Chef Mario Draghi zündet vor seinem Amtsabtritt Ende Oktober noch mal ein geldpolitisches Feuerwerk. Der Einlagenzins sinkt wie erwartet von minus 0,4 auf minus 0,5 Prozent. Das bedeutet: Wenn Banken kurzfristig überschüssige Liquidität bei der EZB parken, zahlen sie ab sofort noch mehr Strafzinsen. Allerdings soll es für bestimmte Einlagen diverse Freibeträge geben. Haupt- und Spitzenrefinanzierungssatz bleiben weiterhin bei null beziehungsweise 0,25 Prozent.

Dazu hat Draghi die Wiederaufnahme des Anleihenkaufprogramms angekündigt. Ab dem 1. November will die EZB pro Monat Anleihen im Volumen von 20 Milliarden Euro kaufen. Marktteilnehmer hatten mit 30 Milliarden Euro gerechnet. Das Programm werde "kurz vor Beginn der Anhebung der Leitzinsen enden", heißt es.

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 243,46
1,21%
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211,10
1,05%
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 160,64
0,80%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Zinswende für 2020 abgesagt

Bis dahin können allerdings noch einige Jahre vergehen. Die Leitzinsen werden auf dem gegenwärtigen oder noch niedrigeren Niveau bleiben, bis sich der Inflationsausblick robust dem EZB-Ziel von knapp unter zwei Prozent annähert, betonte die EZB. Allerdings haben die Währungshüter ihre Inflationsprognosen für die nächsten Jahre kassiert: 2019 sollen die Verbraucherpreise nur noch um 1,2 statt 1,3 Prozent steigen, 2020 um 1,0 statt 1,4 Prozent und 2021 um 1,5 statt 1,6 Prozent.

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Für Sparer ist die erneute Lockerung der Geldpolitik eine schallende Ohrfeige. Denn schon jetzt reichen 128 Banken und Sparkassen die Negativzinsen an einen Teil ihrer Kunden weiter. Nun könnten weitere Geldhäuser nachziehen. Da das sogenannte Verwahrentgelt auf Einlagen zudem meist variabel gestaltet ist, dürften die meisten der 128 Geldhäuser ihre Strafzinsen erhöhen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de