Fondsmanager fast immer schlechter als der Aktienindex

Aktienmarkt Fondsmanager fast immer schlechter als der Aktienindex

von Andreas Jalsovec
11.10.2019
Auf einen Blick
  • Eine Studie des Indexanbieters S&P Dow Jones macht deutlich: Kaum einmal schafft es ein Fondsmanager, besser als der Markt zu sein.

  • Der Renditeabstand zwischen dem Index und den aktiv gemanagten Fonds ist zum Teil sehr deutlich.

  • Verbraucherschützer raten: Anleger sollten eher auf sogenannte Indexfonds setzen statt auf aktiv gemanagte Fonds.
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Wer erfolgreich in Aktien investieren will, muss nicht unbedingt hochintelligent sein. Streng genommen reicht dafür sogar das Hirn eines Primaten aus. Das weiß man spätestens, seitdem Wissenschaftler der renommierten Cass Business School im Jahr 2013 eine viel beachtete Studie veröffentlichten. Die Forscher fanden heraus, dass Affen Aktien-Indizes besser konstruieren können als Menschen.

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Mit Hilfe des Computers rechneten die Forscher über einen Zeitraum von 43 Jahren insgesamt 13 Börsenindizes zurück. Sie programmierten dabei den Computer so, dass er ein Affenhirn simuliert. Die Computer-Affen durften dann jeweils 1.000 Aktien aus einem riesigen Kosmos auswählen. Ergebnis: Sie schlugen ihre menschlichen Fondsmanager-Kollegen in allen Börsenbarometern.

3
 
Name
ISIN
Wertzuwachs p.a.
 
1.
Squad European Convictions A
LU1105406398
15,72%
2.
Comgest Growth Europe Smaller Comp.
IE0004766014
15,25%
3.
Echiquier Entrepreneurs A
FR0011558246
14,18%
Laufzeit: 5 Jahre

Die Affen-Studie von 2013 war allerdings nicht die erste, die den Sinn des aktiven Fondsmanagements bei Aktien in Frage stellte - also von Aktienfonds, bei denen die Fondsmanager versuchen, durch Kauf und Verkauf von Titeln den Index zu schlagen. Schon seit dem Jahr 2002 führt der Indexanbieter S&P Dow Jones halbjährlich eine Untersuchung durch, in der er die Rendite-Ergebnisse solcher aktiv gemanagten Fonds mit denen des jeweiligen Indices vergleicht. Fast immer schneiden dabei aktiv gemanagte Fonds schlechter ab. Und auch die jüngste S&P-Studie zeigt nun: In der großen Mehrzahl der Fälle bleiben die Fondsmanager deutlich hinter dem Index zurück.

Renditeabstand oft deutlich

So schnitten nach der jüngsten Studie bei deutschen Aktien zwischen Juni 2018 und Juni 2019 gut vier von fünf Fondsmanager schlechter ab als der entsprechende S&P-Index für Deutschland. Bei europäischen Aktien waren es sogar neun von zehn Managern. Auch langfristig bessert sich diese Quote nicht. Betrachtet man etwa einen Zeitraum von zehn Jahren, dann liegt der deutsche Index in 85 Prozent der Fälle besser als die aktiv gemanagten Fonds. Bei europäischen Aktien sind es 88 Prozent, bei US-Aktien 97 Prozent. Besonders schlecht lief es für die Fondsmanager bei weltweiten Aktien. Dort lagen sie im Zehn-Jahres-Zeitraum zu 99 Prozent hinter dem Index zurück.

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Der Renditeabstand zwischen Index und gemanagtem Fonds ist dabei oft deutlich. Bei europäischen Aktien etwa lag er über ein Jahr betrachtet bei fast sieben Prozent. Bei weltweiten Aktien hinkten die gemanagten Fonds um sechs Prozent hinterher, bei US-Aktien waren es fast fünf, bei deutschen Aktien 3,5 Prozent. Langfristig immerhin sieht die Performance der Fondsmanager besser aus: Über einen Zeitraum von zehn Jahren schrumpfen die Unterschiede bei den Renditen.

Kurssturz erwischt Fondsmanager kalt

Bei S&P erklärt man sich das besonders schlechte Abschneiden der aktiv gemanagten Fonds zwischen Juni 2018 und Juni 2019 mit den stark schwankenden Börsen in diesem Zeitraum. So habe vor allem der Kurssturz Ende 2018 viele Fondsmanager kalt erwischt. Und auch im darauffolgenden Aufschwung blieben sie meist hinter den Aktienindizes zurück.

Das schlechte Abschneiden der Manager widerspreche damit "der gängigen Annahme, dass aktive Manager in volatilen Märkten in der Regel einen Vorteil haben", heißt es bei dem Index-Anbieter. Und es spricht offenbar dafür, dass Anleger eher auf Indexfonds - so genannte ETFs - als auf aktiv gemanagte Fonds setzen sollten. Jedenfalls solange niemand auf die Idee kommt, einen aktiv von Affen gemanagten Fonds auf den Markt zu bringen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de