Geldhaus zu 100.000 Euro Schadensersatz verurteilt

Falschberatung bei Stop-Loss-Order Geldhaus zu 100.000 Euro Schadensersatz verurteilt

13.03.2017
Auf einen Blick
  • Die Raiffeisen- und Volksbank Dahn muss wegen fehlerhafter Beratung einem Kunden womöglich mehr als 100.000 Euro Schadensersatz bezahlen.

  • Der Anlageberater hatte verschwiegen, dass es sich bei einer vereinbarten Stop-Loss-Order um eine sogenannte Bestens-Order handelte.
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Dieses Detail hatte die Bank offenbar verschwiegen: Was bedeutet "Limit" im konkreten Fall? Ein kostspieliges Detail. Zur Finanzierung seiner Altersvorsorge-Investition hatte sie einem Kunden einen Fremdwährungskredit in Schweizer Franken vermittelt. Das war im Jahr 2009, als der Euro noch vergleichsweise hoch notierte. Dann plötzlich begann der Franken zu klettern. So stark, dass Raiffeisen- und Volksbank Dahn und der Kunde zur Absicherung des Kredits eine Stop-Loss-Order vereinbarten. Das geschah 2014, kurz bevor die Schweizer Notenbank den Franken freigab und den Euro auf Talfahrt schickte.

Der Kunde vertraute auf die Order, bei 1,19 Euro je Franken zieht das Geldhaus an der Reißleine - dachte er.

Tatsächlich reagierten die Banker erst, als der Kurs bei 0,959 Euro lag. Sie konnten das, da sie im Vertrag nicht an ein echtes Limit gebunden waren. Vielmehr hatten sie dem Kunden eine sogenannte Bestens-Order verklickert. Der Kreditnehmer kann in diesem Fall nicht bestimmen, zu welchem Preis verkauft. Die Differenz im konkreten Fall: 103.000 Euro.

Minus mit "Bestens-Order"

Der Kunde, ein Familienunternehmen, klagte auf Schadenersatz vor dem Landgericht Zweibrücken. Die Bank habe nicht über die Funktionsweise der Stop-Loss-Order aufgeklärt, argumentierte der Rechtsanwalt des Klägers, Helge Petersen. Zu einer ordnungsgemäßen Beratung hätte es gehört, auf den Bestens-Order-Mechanismus hinzuweisen.

Die Richter sahen einen Fall von Falschberatung. Hintergrund: Nach der ständigen Rechtsprechung muss der Anlageberater den Kunden über alle für die Entscheidung bedeutsamen Umstände vollständig aufklären.

Nach dem Urteil, das noch nicht rechtskräftig ist, muss die Genossenschaftsbank 103.000 Euro plus Zinsen an den Kläger bezahlen. (mfi)

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de