Gold vor Mega-Comeback?

Inflations- und Krisenschutz Gold vor Mega-Comeback?

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
06.02.2017
Auf einen Blick
  • Der Goldpreis liegt seit Jahresanfang rund sieben Prozent im Plus. Experten sehen in den nächsten Monaten weiteres Kurspotenzial.
  • Die globale Goldnachfrage stieg 2016 laut Branchenverband World Gold Council auf ein Drei-Jahres-Hoch.
  • Gold sollte seinem Ruf als sicherer Hafen auch 2017 gerecht werden.
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Das Jahr 2017 hat für Gold-Anleger gut begonnen. Seit Jahresanfang konnte der Goldpreis um sieben Prozent zulegen. Zum Vergleich: Der DAX schaffte im gleichen Zeitraum nur ein Prozent. Damit wurden die Kritiker des Edelmetalls vorerst eines Besseren belehrt. Von deren Seite wird oft argumentiert, dass steigende Zinsen gegen ein Goldinvestment sprechen.

Steigende Zinsen gleich sinkende Goldkurse?

Die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt jedoch: Als die US-Notenbank im Dezember 2015 zum ersten Mal seit zehn Jahren die Zinsen anhob, läutete der Goldpreis die Trendwende ein. Und auch die jüngste Zinsanhebung der Fed vor sieben Wochen verhalf dem Goldpreis zu neuem Schub.

"Das Beispiel belegt, dass steigende Zinsen nicht zwangsläufig zu sinkenden Goldpreisen führen", sagt Martin Siegel, Fondsmanager des Stabilitas Pacific Gold + Metals. "Das Gegenteil ist der Fall. Steigende Zinsen bedeuten, dass die Anleihekurse fallen. Anleger gehen also aus Anleihen raus." Als Alternative würden sich Aktien, Immobilien und eben Gold anbieten.

"Da Aktien überbewertet und Immobilien ebenfalls relativ teuer sind, ist Gold langfristig gesehen derzeit die beste Alternative", erklärt Siegel. Den fairen Wert für das Edelmetall taxiert der Fondsmanager auf 1.600-1.800 US-Dollar. Im Vergleich zum aktuellen Kursniveau von gut 1.200 US-Dollar beträgt das Kurspotenzial damit 30 bis 50 Prozent.

Hohe Investmentnachfrage

Unterstützung erhält der Goldpreis auch aus fundamentaler Sicht. Laut internationalem Branchenverband World Gold Council (WGC) stieg die globale Goldnachfrage 2016 um zwei Prozent auf 4.309 Tonnen. So begehrt war Gold seit drei Jahren nicht mehr. Vor allem die großen Gold-ETFs verzeichneten starke Zuflüsse, auch wenn die Nachfrage seitens institutioneller Investoren im vierten Quartal wieder nachließ. Dennoch: Für Gold-ETFs war 2016 nach 2009 das zweitbeste Jahr in der Geschichte. Laut WGC sollte Gold wegen der gestiegenen geopolitischen Risiken auch 2017 gefragt bleiben.

Gold als sicherer Hafen

Rohstoff-Experte Eugen Weinberg von der Commerzbank rechnet in den nächsten Monaten mit weiter steigenden Goldkursen. "Dafür sprechen die zu erwartenden großen Schwankungen an den Börsen wegen der vielerlei politischen und Finanzmarktrisiken, die nach wie vor niedrigen Realzinsen - also steigende Inflation - und eben die Tatsache, dass die meisten Anleger aktuell nicht mit einem Preisanstieg rechnen", erklärt Weinberg. "In solchen Fällen kommt es oft anders als man denkt. Ende dieses Jahres erwarten wir einen Goldpreis von 1.300 US-Dollar je Unze, Ende 2018 von 1.400 US-Dollar je Unze."

Biallo-Tipp

Gold gehört als Inflations- und Krisenschutz in jedes gut diversifizierte Depot. Biallo.de empfiehlt je nach Risikoneigung eine Beimischung von physischem Gold in Höhe von fünf bis zehn Prozent. Immer mehr Goldhändler bieten ihr Edelmetall auch mit Fairtrade-Siegel an. Zwar liegt der Ankaufspreis von fair gefördertem und gehandeltem Gold im Schnitt um 20 Prozent höher als bei konventionell gefördertem Gold. Allerdings kann sich der Goldkäufer dann auch sicher sein, dass bei den Minengesellschaften die höchsten Sicherheitsbestimmungen für Mensch und Umwelt umgesetzt werden. So wird der Einsatz von Chemikalien auf das Nötigste reduziert. Kinderabeit ist in Fairtrade-zertifizierten Minen verboten.

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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