Edelmetalle

Goldpreis 2020: Experten sehen weiteres Kurspotenzial

Update: 03.01.2020
Andreas Jalsovec
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Auf einen Blick
  • Das vergangene Jahr war ein gutes Jahr für Gold-Anleger: Der Preis des Edelmetalls stieg um fast 20 Prozent.

  • Niedrige Zinsen, schwache Konjunktur und eine unsichere weltpolitische Lage sprechen auch 2020 für steigende Kurse.

  • Anleger können als Absicherung auf das Edelmetall setzen. Der Depotanteil sollte aber nicht zu hoch sein.
Kurstafel für Edelmetalle an der Börse: Der Goldpreis gewann 2019 deutlich. Anleger hoffen auf eine ähnliche Entwicklung in diesem Jahr.
pedrosek / Shutterstock.com

Immer zum Jahresanfang veröffentlicht die dänische Saxo Bank eine Liste mit zehn "unerhörten Prognosen" für das bevorstehende Jahr. Für 2020 sagt das Geldhaus unter anderem voraus, dass US-Präsident Donald Trump eine "America-First"-Steuer verhängen wird, die Demokraten die US-Wahlen gewinnen werden sowie Ungarn aus der EU austritt. Und: Der Goldpreis steigt auf 2000 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Ganz ernst zu nehmen sind diese Vorhersagen nicht – völlig von der Hand weisen kann man die eine oder andere Prognose aber auch nicht. Das gilt etwa für den Goldpreis. Den sieht mancher Experte künftig sogar bei noch deutlich höheren Notierungen als dem von der Saxo Bank prognostizierten Wert. "Ein Goldpreis von 3000 US-Dollar in den nächsten drei Jahren ist durchaus wahrscheinlich - vielleicht auch mehr", prophezeite etwa der Ökonom Max Otte jüngst im Biallo-Interview. Gold, so der ehemalige Wirtschaftsprofessor, "sollte der Anleger für die nächsten drei bis fünf Jahre einfach haben".

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Dazu muss man wissen, dass Otte die künftige Entwicklung der Welt und der Weltwirtschaft sehr pessimistisch sieht. In seinem neuen Buch sagt er einen "Weltsystem-Crash" voraus. Ein solcher Mega-Crash würde den Wert der Krisenwährung Gold steil nach oben treiben. Andere Prognosen für den Goldpreis sind da deutlich moderater. Insgesamt jedoch sind die Aussichten für Gold auch 2020 gut. Denn an den Bedingungen, die bereits 2019 zum Kursanstieg geführt haben, dürfte sich auch in diesem Jahr wenig ändern.

3
 
Name
ISIN
Wertzu-
wachs p.a.
 
1.
Bakersteel Gl. Fd. S. -Electrum Fd. A2 EUR
LU0229009351
12,19%
2.
GR Dynamik
DE000A0H0W99
9,07%
3.
Sunares Sustainable Natural Resources
LU0344810915
3,25%
Laufzeit: 5 Jahre

So lief es 2019 beim Gold

Das vergangene Jahr war ein gutes Jahr für Goldanleger. Gemessen in US-Dollar stieg der Preis für eine Feinunze um gut 18 Prozent. Zum Jahresende kletterte der Kurs sogar noch einmal über 1.500 US-Dollar. Diesen Wert hatte das Edelmetall bereits im September 2019 erreicht. In Euro lagt das Jahresplus 2019 bei knapp 20 Prozent. Im September gab es dabei mit mehr als 1.400 Euro sogar ein Allzeithoch.

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Dabei hatten die meisten Experten für 2019 gar nicht mit einem Gold-Jahr gerechnet. Dass es dennoch dazu kam, hatte vor allem zwei Gründe: Zum einen drohte US-Präsident Donald Trump China ab Mitte des Jahres mit massiven Handelszöllen. Das ließ die Kurse bis September auf rund 1550 US-Dollar klettern. Erst als sich der Handelskrieg entspannte, gab auch Gold etwas nach. Gleichzeitig hielten die Notenbanken an ihrer lockeren Geldpolitik und den niedrigen Zinsen fest. Das sorgte dafür, dass der Goldpreis hoch blieb. Wegen aufkommender Rezessionsängste zog er zum Jahresende noch einmal an. Zum Jahresanfang 2020 sorgte dann die Krise zwischen den USA und dem Iran für einen weiteren Anstieg.

So sehen die Prognosen für 2020 aus

An der unsicheren welt- und handelspolitischen Lage sowie den niedrigen Zinsen wird sich auch 2020 wenig ändern. So haben die US-Notenbank (Fed) und die Europäische Zentralbank (EZB) bereits signalisiert, dass sie an der Niedrig- und Nullzins-Politik festhalten werden. Gold bleibt daher im Vergleich zu Zinspapieren wie etwa Staatsanleihen weiterhin attraktiv. Hinzu kommt die lahmende Weltkonjunktur. Sie könnte die Aktienmärkte schwächen – was ebenfalls für Gold als alternative Anlageform spricht. Die US-Investmentbank Goldman Sachs erwartet daher für 2020 einen Goldpreis von bis zu 1.600 US-Dollar. Auch die Analysten der Citibank glauben, dass der Goldpreisanstieg sich fortsetzen wird. Als Grund nennen sie vor allem das niedrige Zinsniveau.

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Man kann es aber auch anders sehen: Die US-Bank JP Morgan etwa rät dazu, Gold zu verkaufen - und dafür Aktien zu kaufen. Nach Ansicht der Investmentbanker wird die Wirtschaft im Laufe des Jahres wieder an Schwung gewinnen. Das würde den Goldpreis eher sinken lassen. Dafür spricht, dass im Herbst in den USA gewählt wird: US-Wahljahre sind oft gute Jahre für die Aktienmärkte.

So können Anleger reagieren

Ob Anleger in Gold investieren sollen, hängt vor allem von ihrer Einschätzung der künftigen Entwicklung bei Zinsen, Konjunktur und Weltpolitik ab. "Systemcrash"-Autor Max Otte etwa rät in jedem Fall dazu, physisches Gold zu kaufen und sicher zu verwahren. Auch Aktien von Goldminen-Firmen seien eine Möglichkeit, auf das Edelmetall zu setzen: "Als Ergänzung ja, als Ersatz für physisches Gold nein", meint Otte. Goldminen-Aktien sind riskant: Sie hängen nicht nur vom stark schwankenden Goldpreis ab, sondern unterliegen auch noch dem allgemeinen Aktienkurs-Risiko.

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Doch auch wenn man die künftige weltweite Entwicklung nicht so pessimistisch wie Otte sieht, spricht einiges für Gold. Niedrige Zinsen, schwache Konjunktur und eine unsichere weltpolitische Lage dürften auch 2020 erhalten bleiben. Als Absicherung für Krisenfälle können Anleger daher durchaus weiter auf das Edelmetall setzen. Weil der Goldkurs jedoch schnell einmal tief fallen kann, sollte der Anteil im Anlage-Depot fünf bis zehn Prozent nicht übersteigen.

Biallo-Tipp

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