Edelmetalle

Goldpreis: Experte sieht Kursziel von 2300 US-Dollar

Update: 15.08.2019
Sebastian Schick
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Auf einen Blick
  • Die steigende Rezessionsangst und Aussicht auf weitere Zinssenkungen haben den Goldpreis zuletzt beflügelt. Experten sehen gute Chancen für eine Fortsetzung der Kursrallye.

  • Auch der Minensektor befindet sich auf Comeback-Kurs. Potenzielle Anleger sollten allerdings die höheren Risiken bei einem Investment in Gold- und Silberminen berücksichtigen. 
In den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Goldpreis um rund 30 Prozent verteuert.
Cinematic Boy / Shutterstock.com

Das Rezessionsgespenst geht um an den internationalen Finanzmärkten. Aus Angst vor einer weltweiten Wirtschaftskrise flüchten Investoren aus den Aktienmärkten in sichere Häfen wie Bundesanleihen und Gold.

Während der Dax in den vergangenen drei Wochen mehr als 1.000 Punkte oder knapp zehn Prozent verloren hat, haben die Renditen von zehnjährigen Bundesanleihen ein neues Rekordtief erreicht – bei minus 0,68 Prozent. Der Goldpreis notiert auf einem Sechs-Jahres-Hoch bei gut 1.500 US-Dollar je Feinunze. Seit Anfang Mai beträgt das Kursplus gut 20 Prozent.

Perfekter Mix für Gold

"Die Rezessionswolken haben sich in den vergangenen Wochen extrem verdichtet", sagt Fondsmanager Ronald-Peter Stöferle vom Liechtensteiner Vermögensverwalter Incrementum AG. "Die Notenbanken werden natürlich alles tun, um die ‚böse‘ Rezession zu vermeiden und gegenzusteuern – und das ist ein fantastisches Umfeld für Gold."

Eugen Weinberg, Leiter Rohstoff-Analyse bei der Commerzbank, bläst ins selbe Horn: "Die Situation – insbesondere was den Handelsstreit und die Auswirkungen auf die Wirtschaft angeht – hat sich verdunkelt", sagt der Goldexperte im Interview mit biallo.de. "Hinzu kommt ein ganz neues Thema, was derzeit noch wenig diskutiert wird, weil es sehr schwer zu begreifen ist, auch in seinen Auswirkungen: das Thema Währungskrieg."

Gold als Kapitalschutz

Weltweit hat der Wettlauf um Währungsabwertungen begonnen. Egal ob USA, Russland, China oder Europa – jede Regierung und Notenbank scheint im Moment darauf aus zu sein, die eigene Währung zu schwächen, um die Exporte am Laufen zu halten. Für den Sparer hierzulande ist die Geldpolitik Gift, da das Vermögen durch Negativzinsen aufgezehrt wird.

Auf der anderen Seite setzen die Notenbanken in den Schwellenländern verstärkt auf Gold. Für Weinberg ein dezenter Hinweis, "dass sich die Zentralbanken nicht mehr gegenseitig vertrauen und ihre Reserven diversifizieren". So hätten die russische Zentralbank und auch die chinesische Notenbank jüngst massiv Gold gekauft, was den Goldpreis ebenfalls beflügelt hat.

Fortsetzung des Aufwärtstrends

Weinberg sieht gute Chancen, dass der Goldpreis weiter nach oben klettert, auch wenn der Markt kurzfristig etwas überhitzt sei. Schließlich habe sich Gold schon seit Jahrtausenden als Kapitalschutz bewährt.

Kollege Stöferle geht davon aus, dass der Goldpreis auf Sicht von zwei bis drei Jahren durchaus das Ziel von 2.300 US-Dollar erreichen kann: "Wir befinden uns wieder in einem Bullenmarkt für Gold, das haben die vergangenen Wochen sehr schön bestätigt. Und in Bullenmärkten sollte man einfach dabei sein und Allokationen aufbauen – nicht nur in Gold, sondern auch in Minenaktien und Silber."

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Goldminenaktien stark nachgefragt

Stöferle hatte bereits im Herbst 2018 im Gespräch mit biallo.de zum Einstieg in Goldminenaktien geraten. Werte wie Kirkland Lake oder Wesdome Mines haben sich seither verdoppelt. "Das sind nach wie vor fantastische Unternehmen und die kann man auch weiterhin im Depot behalten", so Stöferle.

Als Turnaround-Kandidaten hat der Fondsmanager auch Detour Gold und Alamos Gold im Incrementum Inflation Diversifier Fund. "Ansonsten sollte man sich vielleicht auch die Silberminen wieder verstärkt anschauen, wie etwa eine Mag Silver oder Endeavour Silver", sagt Stöferle. "Das sind Unternehmen, die zwar in den vergangenen Wochen schon sehr gut gelaufen sind, aber wo ich auch noch sehr viel Potenzial sehe."

Allerdings sollten Anleger beachten, dass die Anlage in Goldminenaktien riskanter ist als die Anlage in physischem Gold. "Goldminenaktien sind von operativen Risiken betroffen, von möglichen Enteignungen, Kostensteigerungen et cetera und auch von den allgemeinen Markttendenzen", sagt Commerzbank-Analyst Weinberg. Der Experte warnt davor, beide Anlageklassen zu vermischen: "Gold erfüllt einen ganz anderen Zweck, es dient nicht der Kapitalvermehrung, sondern dem Kapitalschutz, während Goldminenaktien reine Spekulation sind.

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