Total abgehoben: Hohe Gewinne, saftige Gebühren

Volks- und Raiffeisenbanken Total abgehoben: Hohe Gewinne, saftige Gebühren

Horst Biallo
von Horst Biallo Manfred Fischer
14.03.2017
Auf einen Blick
  • Die Genossenschaftsbanken haben im Geschäftsjahr 2016 einen Jahresüberschuss vor Steuern in Höhe von 6,8 Milliarden Euro erzielt. Der Gewinn stieg gegenüber dem Vorjahr von 1,4 auf 1,7 Milliarden Euro.

  • Das Wachstum rührt nicht zuletzt von massiven Gebührensteigerungen und übertriebenen Sollzinsen her. Und: Kunden erhalten nicht mehr überall kostenlos Bargeld.
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Von solchen Zahlen können große Privatbanken zurzeit nur träumen. Um 2,2 Prozent steigerten die Genossenschaftsbanken im vergangenen Jahr ihren Jahresüberschuss vor Steuern. Insgesamt 6,8 Milliarden Euro erwirtschafteten Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und genossenschaftliche Sonderinstitute. Der Gewinn stieg von 1,4 auf 1,7 Milliarden Euro. Das berichtet die Branchenorganisation BRV.

Doch was verbirgt sich hinter solchen Zahlen?

Das satte Plus liegt sicher auch daran, dass diese Bankengruppe genauso wie die Konkurrenz vor Ort, die Sparkassen, in den letzten Monaten kräftig an der Gebühren- und Zinsschraube gedreht hat. Sie glauben uns nicht? Hier ein paar Beispiele.

  • Die Volksbank Butzbach nimmt für ihr Online-Konto "VR-Aktiv" stolze 6,90 Euro und dies Monat für Monat.
  • Das günstigste Filialkonto der Raiffeisenbank Simmerath kostet immerhin 8,99 Euro.
  • Die Norderstedter Bank kassiert für ihre Bankcard pro Jahr 12,00 Euro und für die günstigste Kreditkarte 30 Euro. Dass die Partnerkarten auch nicht kostenlos sind, versteht sich von selbst.
  • Dutzende Volks- und Raffeisenbanken nehmen ihren Kunden zwölf und mehr Prozent ab, wenn diese den Fehler machen, bei ihr das Gehaltskonto zu überziehen. Und wenn die Grenze von zwei Gehältern überschritten wird, stellt die Raiffeisenbank Pfaffenhofen an der Glonn 18,75 Prozent in Rechnung. Ihren Kunden, die sparen wollen, gibt sie dagegen nichts.
  • Zu guter letzt: Immer mehr dieser kleinen Banken vor Ort schränken die kostenlose Bargeldversorgung am eigenen Automaten und im VR-Netz ein. Oder haben sie schon ganz abgeschafft. Zum Beispiel die Volksbank Diepholz-Barnstorf. Mehr darüber lesen Sie auf biallo.de in der nächsten Woche.

Keine Zinsen auf Sparprodukte

Ein Plus verzeichneten die Geldhäuser nicht zuletzt im Einlagengeschäft. Doch wie unsere Recherchen zeigen, zahlen die meisten Filialen keine Zinsen mehr.

Wachstum im Einlagengeschäft ist für Banken nicht unproblematisch. Denn für überschüssiges Kapital, das sie bei der Europäischen Zentralbank parken, zahlen sie Strafzinsen in Höhe von 0,4 Prozent. Dass Genossenschaftsbanken sich das Geld von Kunden zurückholen, wollte Uwe Fröhlich auf der Bilanzkonferenz "nicht für alle Zukunft ausschließen". Doch er betonte: "Wir haben es in absehbarer Zeit nicht vor."

Weiter auf Schrumpfkurs war das Filialnetz. Die Zahl der Filialen sank im vergangenen Jahr um 473 auf 11.787. Die Zahl der Institute unterschritt nach mehreren Dutzend Fusionen die 1000er-Marke, zuletzt zählte der BVR 972 Institute.

Lesen Sie auch: Trotz Niedrigzinsen - Sparkassen verdienen prächtig

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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de