Immobilien werfen mehr ab als Aktien

Geldanlage Immobilien werfen mehr ab als Aktien

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
13.01.2017
Auf einen Blick
  • Laut einer Studie des Wirtschaftsprofessors Moritz Schularick bieten Immobilien langfristig mehr Rendite als Aktien und Anleihen.
  • Untersucht wurde die Preisentwicklung der Assets in 16 Industrienationen über einen Zeitraum von 1870 bis 2015.
  • Immobilien zeigen sich deutlich schwankungsärmer und bieten mehr Schutz vor Krisen.

 

 

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„Wohnimmobilien – und nicht etwa Aktien – waren seit 1870 das beste langfristige Investment“, sagt der Bonner Wirtschaftshistoriker Moritz Schularick gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Für seine Studie hat Schularick Daten aus 16 Industrienationen ausgewertet. Die weltweite Preisentwicklung verschiedener Assets von 1870 bis 2015 zeigt: Wohnimmobilien erzielten eine durchschnittliche jährliche Rendite zwischen acht und 8,5 Prozent. Aktien kommen dagegen nur auf sieben bis 7,5 Prozent. Abgeschlagen auf Platz drei landen die Staatsanleihen. Hier liegt die Durchschnittsrendite bei lediglich zwei Prozent.

Immobilienpreise schwanken weniger als Aktienkurse

Auch wenn die Performance der drei Assetklassen in den einzelnen Dekaden und Ländern sehr unterschiedlich ausfällt, kommt der Studienautor zu dem Schluß: „Die Preise für Immobilien haben in den 145 Jahren viel weniger geschwankt. Man bekam also hohe Renditen bei viel weniger Risiko“, so Schularick.

3
 
Anbieter
Monatliche Rate
effektiver
Jahreszins
 
1.
646,67
1,39%
2.
656,67
1,45%
3.
668,33
1,54%
Betrag 200.000 €, Laufzeit 15 Jahre, Beleihung 60 %

Natürlich muss erwähnt werden, dass sich viele Investoren auch mit Immobilien in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder verspekuliert haben. Hier sei zum Beispiel nur an die große Finanzkrise 2008 erinnert, als die US-Bank Lehman Brothers aufgrund der stark fallenden Preise am US-Häusermarkt pleiteging und weitere Geldhäuser weltweit in bedrohliche Schieflage gerieten. Oder hierzulande an den Bauboom nach der Wiedervereinigung, der durch fehlgeleitete Steuerpolitik viele Investoren in den Ruin stürzte.

Immobilien sind „sicherer“ als Aktien

Über einen langen Betrachtungszeitraum hinweg zeigen sich Immobilien jedoch deutlich schwankungsärmer als Aktien. Das hat mehrere Gründe. In einer Immobilienkrise sinkt die Bereitschaft der Eigentümer, ihr Haus zu verkaufen. Ganz im Gegensatz zu den Aktienmärkten: Gibt es hier einen Crash, schmeißt die Herde ihre Anteilsscheine auf den Markt, der Verkaufsdruck ist also viel größer als bei Immobilien.

Zum anderen greife der Staat laut Schularick im Notfall unterstützend ein, wenn eine Immobilienkrise bedrohliche Ausmaße annimmt. Auf diese Hilfe können Aktienbesitzer nicht hoffen. „Die stabilen Mieteinnahmen scheinen aber der entscheidende Faktor zu sein, dass sich Häuserinvestments so sehr lohnen“, erklärt Schularick gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Auch in Zeiten von Rezessionen blieben die Mieterlöse konstant, zumal dann ja auch weniger gebaut würde.

Nächste Immobilienblase in Sicht?

Die Studie kommt in einer heißen Phase daher: Die Niedrigzinsen befeuern den Bauboom. Bereits jetzt seien Immobilien in manchen deutschen Metropolregionen zehn bis 20 Prozent überbewertet, warnte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch jüngst in einem Interview mit der Zeit. „Wenn die Zinsen wieder steigen, könnten viele Finanzierungsmodelle ins Wanken geraten.“

Biallo-Lesetipp

Die Bundesbank beobachtet die aktuelle Entwicklung der Immobilienpreise mit Argusaugen und spielt bereits das Worst-Case-Szenario durch. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel: "Pleitegeier in Lauerstellung?"

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nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de