Jetzt bekommen auch die Sozialkassen Probleme

Negativzinsen Jetzt bekommen auch die Sozialkassen Probleme

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
19.01.2017
Auf einen Blick
  • Immer mehr Banken reichen den negativen Einlagezins der EZB an die Kunden weiter. Die Negativzinsen bedrohen auch die Rücklagen der Sozialkassen.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Nicht nur Privatanleger bekommen die Negativzinsen zunehmend zu spüren. Auch die Sozialkassen können ihre Reserven kaum noch gewinnbringend anlegen. Das ergibt eine Umfrage der Süddeutschen Zeitung. Grund: Immer mehr Banken geben den negativen Einlagezins der EZB (-0,4 Prozent) an institutionelle Kunden weiter.

Beispiel Krankenversicherung: Der Gesundheitsfonds, welcher die Krankenversicherungsbeiträge unter den gesetzlichen Krankenkassen aufteilt, musste 2016 Strafzinsen in Höhe von 5,1 Millionen Euro zahlen. Zum Vergleich: 2015 beliefen sich die negativen Zinserträge noch auf 1,8 Millionen Euro. Der Gesundheitsfonds legt laut SZ monatlich knapp fünf bis neun Milliarden Euro als Termingeld an, maximal für zwei Wochen.

Lage könnte sich zuspitzen

Nicht viel besser sieht es bei der Deutschen Rentenversicherung (DRV) aus. Diese lege ihre Reserven zu mehr als 90 Prozent mit einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten an. Ende 2016 verfügte die DRV  über Rücklagen in Höhe von  32,4 Milliarden, wovon bereits ein Viertel negativ verzinst wurde. Insgesamt sei die Verzinsung gerade noch "knapp über null". Bereits 2015 hätten sich die Zinserträge nur noch auf 65.000 Euro belaufen. "Bleibt es bei dem Zinsumfeld oder verschlechtert es sich sogar noch weiter, ist nicht auszuschließen, dass die Verzinsung insgesamt ins Negative kippt", sagte die Rentenversicherung der SZ.

Auch bei der Bundesagentur für Arbeit herrscht offenbar Anlagenotstand. Die Verzinsung belief sich 2016 auf mickrige 0,052 Prozent. Macht bei Rücklagen von derzeit 11,5 Milliarden Euro einen Zinsertrag von nur noch sechs Millionen Euro. Die Behörde schließe dem Zeitungsbericht zufolge "die Möglichkeit einer Negativverzinsung nicht mehr gänzlich aus".

Biallo-Tipp

Laut Biallo-Index belaufen sich die Tagesgeld-Zinsen von 122 Anbietern bei einem Anlagevolumen von 10.000 Euro nur noch auf durchschnittlich 0,21 Prozent. Ein Blick auf unseren Tagesgeld-Vergleich zeigt, dass es auch deutlich bessere Konditionen gibt. So bieten Audi Bank, Consorsbank und ING-Diba für Neukunden immer noch einen Zins von 1,0 Prozent. Allerdings sollten Anleger hier die begrenzten Laufzeiten von vier bis sechs Monaten beachten. Durch sogenanntes Zins-Hopping - also dem regelmäßigen Anbieterwechsel - können Tagesgeld-Kunden das Maximum für sich rausholen.

5
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
 223,23
1,11%
2.
220,00
1,10%
3.
213,12
1,06%
4.
201,00
1,00%
5.
201,00
1,00%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre
Ihre Meinung ist uns wichtig
Sebastian Schick
Sebastian Schick
Redaktionsleitung
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Sebastian Schick
Sebastian Schick

nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Sebastian Schick
Sebastian Schick

nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de