Johannes Lochner: "Leistung wird bezahlt"

Serie: So viel verdienen unsere Olympia-Stars Johannes Lochner: "Leistung wird bezahlt"

Lars Becker
von Lars Becker
24.02.2018
Auf einen Blick
  • Johannes Lochner ist ein extrem erfolgreicher Bobpilot. Trotzdem muss er schauen, dass er mit seinem Sport keinen finanziellen Verlust erleidet.

  • Richtig Geld verdienen wird er erst, wenn er die Elektrofirma seines Vaters übernimmt.

  • Nach der verpassten Medaille im Zweierbob will Lochner bei Olympia im Viererbob aufs Treppchen.
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Bobpilot Johannes Lochner ist Weltmeister, Europameister und Gesamtweltcupsieger. Und in diesen Tagen will er in Pyeongchang auch noch Olympiasieger werden. Als die deutschen Fußballer 2014 den WM-Titel gewannen, kassierte jeder Spieler 300.000 Euro. Falls Johannes Lochner am Sonntag Gold gewinnt, sieht die Rechnung etwas anders aus: "20.000 Euro gibt es von der Sporthilfe", sagt Lochner und stellt seine finanzielle Situation drastisch dar: "Für einen Weltcup-Sieg bekommt man vielleicht 1.000 Euro Preisgeld. Ein guter Satz Schlittenkufen kostet aber 10.000 bis 15.000 Euro. Und wenn man gute Chancen haben will, braucht man mehr als einen Satz."

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Investition für Gold nötig

Und das ist längst noch nicht alles in Sachen Investition. Zwar bekommen die guten Piloten vom Bob- und Schlittensportverband für Deutschland (BSD) einen Zweier- und Viererbob kostenlos gestellt. Allerdings ist dieses Arbeitsgerät nicht zwingend das schnellste, was es auf dem Markt gibt. Wer also Gold-Chancen haben will, muss noch einmal Geld in die Hand nehmen. Ein guter Viererbob kostet etwa 100.000 Euro.

Johannes Lochner hat sich einen von der Firma Wallner gekauft. Finanziert wurde das Gefährt zum Glück von einem Gönner. Falls Lochner den schnellen Bob irgendwann einmal wieder weiterverkauft, wird er riesige Verluste machen: "Das ist wie bei einem Gebrauchtwagen. Wenn man mit dem Bob erfolgreich war und er noch top ist, kann man nach fünf Jahren vielleicht noch 20.000 Euro plus X bekommen."

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"Anti-Fußball": Alles hängt vom Papa ab

All das zeigt, dass Bobfahren finanziell wahrlich kein Paradies ist. "Bobfahren ist vom Geld her sowas von Anti-Fußball. Aber trotzdem mache ich das, weil es einmalige Erlebnisse bringt und einfach Spaß macht. Ich mache es so lange, wie ich erfolgreich bin und mein Dad mitspielt", sagt der 27-Jährige.

Der Papa hat in den vergangenen Jahren ab und zu finanziell schon mal ausgeholfen. Er besitzt eine Elektrofirma mit 20 Mitarbeitern, die Johannes Lochner früher oder später einmal übernehmen soll: "Dort kann ich künftig Geld verdienen. Mit dem Bobfahren ist das einfach kaum möglich."

Olympiasieg soll Geld bringen

Die besten Fahrer bekommen vom Verband das beste Material und partizipieren entsprechend ihres Erfolgs auch von den Sponsoreneinnahmen des BSD durch Großunternehmen wie der Deutschen Post oder BMW. "Von dem Geld habe ich bisher nicht so viel gesehen, weil ich in den vergangenen Wintern nicht so viel im Weltcup unterwegs und im Fernsehen zu sehen war. Aber auch im Bobfahren ist es wie im täglichen Leben: Leistung wird bezahlt."

Deshalb ist Gold bei den olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang das große Ziel von Johannes Lochner. Dort gibt es nicht nur 20.000 Euro Goldprämie von der Sporthilfe. Sondern auch die Aussicht auf mehr. "Wenn Du Doppel-Olympiasieger wirst, kriegst du auch Sponsoren", sagt Lochner. Das Ziel Doppel-Olympiasieg hat er allerdings knapp verpasst. Bei der Zweierbob-Disziplin in Pyeongchang wurde Lochner lediglich Fünfter. Mit einem Sieg am Sonntag im Viererbob könnte Lochner seine erfolgreiche Karriere krönen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de