Olympiasieger Eric Frenzel: "Ich habe alles, was ich brauche"
 
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Olympiasieger Eric Frenzel: "Ich habe alles, was ich brauche"

15.02.2018
Auf einen Blick
  • Der Nordische Kombinierer Eric Frenzel hat seine Goldmedaille von Sotschi bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang verteidigt.

  • Für die Wiederholung seines Olympia-Triumphes erhält Frenzel von der Sporthilfe eine Prämie von 20.000 Euro.

  • Vom Sport allein kann Frenzel allerdings nicht leben. Der Sold von der Bundeswehr dient ihm als Absicherung.
Eric Frenzel bei seinem Gesamtweltcup-Sieg in Schonach im März 2016.
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Als der deutsche Olympia-Fahnenträger Eric Frenzel am Mittwoch in Pyeongchang zum zweiten Mal zu Olympia-Gold gestürmt war, hat er vor allem Sehnsucht nach seiner Familie. "Sie sind auch sehr, sehr glücklich. Wir haben gemeinsam daran gearbeitet, dass Olympia zu einem Erfolg wird", sagte Frenzel. Ehefrau Laura und der große Sohn Philipp sind in Südkorea live mit dabei. Die anderen daheim bei den Großeltern gebliebenen Kinder Leopold und die kleine Emma werden sicher ebenso stolz auf ihren Papa sein. Der Vater von drei Kindern bekommt als Zugabe für die Wiederholung seines Olympia-Triumphs auch 20.000 Euro Prämie von der Sporthilfe.

Frenzel ist schon mit 18 zum ersten Mal Vater geworden. Höchst ungewöhnlich für einen Leistungssportler, aber diese Verantwortung hat den Nordischen Kombinierer offenbar noch mehr beflügelt. Getreu seinem Lebensmotto "Wenn du denkst, dass du etwas bist, hast du aufgehört etwas zu werden" hat er bislang zwei Olympiasiege, und je fünf Weltmeister-Titel und Gesamtweltcup-Siege gesammelt. Das zahlt sich auch finanziell aus: Im vergangenen Winter kassierte er allein im Weltcup 135.430 Schweizer Franken (117.210 Euro). In diesem Winter sind es bislang "nur" 31.124 Schweizer Franken (26.937 Euro).

DSV-Bonus für Olympia-Gold

"Geld spielt für mich ohnehin nicht die Hauptrolle. Die Titel und Siege stehen im Vordergrund. Geld bekommt man sowieso erst, wenn die Erfolge da sind", sagt Frenzel. Das meiste Geld kann er im Weltcup verdienen. Bei Weltmeisterschaften gibt es neben ein paar schönen Geschenken nur in Ausnahmefällen Geld vom Veranstalter. Vom Deutschen Skiverband (DSV) gibt es für große Erfolge wie Gesamtweltcup-Siege oder Goldmedaillen je nach Finanzlage einen Bonus am Saisonende. In der Regel ist das eine Summe im Bereich zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Die hat er durch Olympiagold schon sicher und es stehen ja noch zwei Wettbewerbe in Südkorea an.

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Im Weltcup ist mehr verdient

Für einen Weltcup-Sieg erhält Frenzel vom Internationalen Ski-Verband FIS 8.000 bis 16.000 Schweizer Franken (6.924 bis 13.848 Euro). Das klingt erst mal gut, aber die Summen relativieren sich beim genaueren Hinsehen. Zum einen kann Frenzel als Wintersportler nur in knapp vier Monaten Prämien für Weltcup-Erfolge kassieren. Zum anderen muss das Geld versteuert werden und da sind bei Wettbewerben in manchen Ländern gleich mal pauschal 40 Prozent der Prämien weg. Allerdings kann man die Steuerzahlungen im Ausland bei der Steuererklärung in der deutschen Heimat ansetzen.

Sechsstellige Summe als Jahresverdienst

Die Goldmedaillen bringen also keine Reichtümer und Sponsoren bekommt man in einer weniger prominenten Sportart nur, wenn man dauerhaft Erfolge hat. Eric Frenzel ist seit einem halben Jahrzehnt der beste Winterzweikämpfer, taucht an den langen Wintersport-Wochenenden von ARD und ZDF regelmäßig im Fernsehen auf und ist deshalb interessant für Geldgeber. Sein Kopfsponsor Viessmann, eine Heizungsfirma, ist ihm seit einem Jahrzehnt treu. Auf dem Ski findet sich die Firma Metavirulent als Sponsor, zudem wird Frenzel von Adidas und von der sächsischen Energiefirma Eins unterstützt. Insgesamt kommt so wohl eine sechsstellige Summe zusammen – freilich nur, wenn er Erfolg hat.

Bundeswehr als Absicherung

"In der Regel sind die Verträge so, dass man ein Fixum bekommt und dazu erfolgsabhängige Prämien", verrät Frenzel. Falls er allerdings wegen Verletzung oder Krankheit einen Großteil der Saison ausfallen sollte, haben die Partner die Möglichkeit, die Grundprämie zu kürzen. Und Erfolgsprämien gäbe es dann natürlich auch nicht. Deshalb ist es für Eric Frenzel wichtig, eine solide Absicherung bei der Bundeswehr zu haben. Als Oberfeldwebel sind ihm laut Besoldungstabelle monatlich etwa 2.500 Euro sicher, dazu ist er über die Krankenversicherung der Bundeswehr abgesichert. Durchaus ein wichtiger Punkt, schließlich geht Eric Frenzel beim Skispringen und auch bei den rasenden Abfahrten im Skilanglauf ein großes Risiko ein.

Studium für die Zukunft

Wichtig ist für den intelligenten Mann auch, dass er über die Bundeswehr in Mittweida Wirtschaftsingenieurwesen studieren kann. "Damit habe ich alle Optionen für die Zukunft. Denn ausgesorgt werde ich am Ende meiner sportlichen Karriere nicht haben", sagt Frenzel, der auch durch die Eliteförderung der Sporthilfe weitere Einnahmen hat.

Er ist zufrieden mit dem, was er hat, auch wenn manche Fußballer in einer Woche mehr verdienen als er im ganzen Jahr: "Ich führe als Sportler ein Leben, dass sich andere wünschen. Ich habe alles, was ich brauche: Ein Auto, ein Haus, aber das Wichtigste von allem ist meine Familie."

Die Familie im Mittelpunkt

Er ist mit seiner Frau, die bei der Geburt von Sohn Philipp gerade einmal 15 Jahre alt war, glücklich verheiratet. Seit 2015 gibt es mit Leopold Sohn Nummer zwei und seit letztem Jahr komplettiert die kleine Emma die Großfamilie. "Natürlich lebt man mit Kindern teurer, aber sie sind durch kein Geld der Welt zu ersetzen." 




  Lars Becker


 
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