Langfristig für den Nachwuchs sparen

Geldanlage für Kinder Langfristig für den Nachwuchs sparen

Caroline Benzel
von Caroline Benzel
21.06.2018
Auf einen Blick
  • "Der beste Zeitpunkt, Geld für Kinder anzulegen, ist direkt nach der Geburt", sagt Ralf Scherfling, Finanz-Experte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

  • Festgeld, Aktien, Bausparen – es gibt viele Möglichkeiten, Vermögen für den Nachwuchs aufzubauen.

  • Eine interessante und kostengünstige Option sind digitale Vermögensverwalter. Einige Anbieter bieten sogar extra Depots für Kinder.

  • Auch im Versicherungsbereich gibt es zahlreiche Produkte, die speziell für Kinder zugeschnitten sind. Allerdings sind nur die wenigsten zu empfehlen.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Kinder sind nicht nur ein Geschenk für Eltern, Großeltern und den Rest der Familie. Kinder kosten im Laufe ihres Heranwachsens auch viel Geld. Oft geht es nach der Schulzeit erst richtig mit den Kosten los. Auslandsaufenthalte, Sprachkurse, Studium, Ausbildung – all das muss bezahlt werden. Da lohnt es sich, rechtzeitig Geld für den Nachwuchs zurückzulegen. Je früher, desto besser.

Biallo-Tipp: Geld, das auf den Namen der Kinder angelegt wird, gehört wirklich nur den Kindern. So kommen Eltern nicht in Versuchung, das Geld der Kinder in schlechten Zeiten auszugeben.

Wollen Sie in Sachen Geldanlage und Versicherungen stets auf dem aktuellen Stand bleiben? Dann abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter!

Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Konten für Kinder

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, wie Eltern dafür sorgen können, dass Kinder bei Erreichen der Volljährigkeit ein angenehmes finanzielles Polster haben. Natürlich können Sie das Geld unter ihrem eigenen Namen anlegen. Gerade wenn Verwandte und Freunde auch Geld für die Kinder einzahlen sollen, ist es jedoch sicherer, das Konto oder Sparprodukt direkt auf den Namen des Kindes zu eröffnen. Damit ist gewährleistet, dass das Geld dem Kind gehört und nicht als Notgroschen von den Eltern ausgegeben werden kann. Die Eltern dürfen das Geld dann zwar bis zur Volljährigkeit der Kinder verwalten, aber nichts abheben. Andererseits besteht das Risiko, dass Kinder das Geld anders ausgeben, als die Eltern das wünschen. Um das zu verhindern, könnten Eltern auch einen Teil des Geldes auf den Namen der Kinder und einen Teil auf eigene Rechnung anlegen.

Biallo-Tipp: Was für die Geldanlage im Namen der Kinder spricht, ist, dass die Kapitalerträge werden auf mehrere Personen verteilt, so dass auch jeder einzeln den Sparerpauschbetrag von jährlich 801 Euro steuerlich geltend machen kann.

Girokonto, Sparbuch, Tagesgeldkonto & Co.

Grundsätzlich ist jede existierende Form der Geldanlage auch für Kinder möglich. Die Frage ist vor allem, wie lukrativ und sicher die jeweilige Geldanlage ist und wie spontan Kinder oder Erziehungsberechtigte Zugriff auf das Geld haben sollen. Wenn kleinere Geldgeschenke angelegt werden sollen, kommt ein Girokonto, Spar- oder Tagesgeldkonto in Frage. Die Rendite ist in Zeiten von Niedrigzinsen nicht üppig, doch kann der Umgang mit den verschiedenen Spar-Produkten einen wichtigen Beitrag zur Finanz-Erziehung des Kindes leisten. Bei Giro- und Tagesgeldkonten können Kinder das Geld jederzeit abheben und sich kleinere Wünsche erfüllen. Bei Sparbüchern und Sparkonten gibt es unterschiedliche Angebote. Mal lässt sich das Geld jederzeit abheben, mal sind Mindestanlagedauern und Kündigungsfristen einzuhalten.

Als Faustregel gilt: Je länger das Geld festliegt, umso höher auch der Zinsertrag. Wer das Maximum aus den derzeit niedrigen Zinsen herausholen will, kommt nicht umhin, die Konditionen diverser Banken zu vergleichen. Das Problem: Teils sind besonders attraktive Angebote regional begrenzt. So gibt die Evenord-Bank auf das E-Elefanto-Sparbuch ganze zwei Prozent Guthabenzinsen – immerhin auf einen Anlagebetrag von bis zu 2.500 Euro. Das Sparbuch lässt sich allerdings nur in Nürnberg abschließen.

Es lohnt sich in jedem Fall, Vergleichsrechner zu nutzen, um die besten Zinsangebote zu finden. Man sollte aber in jedem Fall auch die Konditionen der regionalen Banken vergleichen.

Girokonten

Sparschweine sind für Kinder eine schöne Sache. Tatsache ist aber, dass Bargeld in Zeiten des Online-Handels und dem bargeldlosen Bezahlen immer weniger zum Einsatz kommt. Deshalb ist es sinnvoll, dass Kinder frühzeitig lernen, mit einer Bankkarte umzugehen. Einige Banken bieten für Kinder ab sieben Jahren schon Girokarten an – das ist übrigens auch das Alter, ab dem Kinder in etwa die Höhe von Geldbeträgen unterscheiden und mit Taschengeld wirklich etwas anfangen können. Auch bei solchen Konten gehört das Geld natürlich den Kindern. Überziehen ist bei Kinderkonten nicht möglich. Die Banken dürfen keine Gebühren für ein Kinderkonto nehmen. Nur Extras wie beispielsweise eine Prepaid-Kreditkarte dürfen etwas kosten.

Biallo-Tipp

In einer bundesweiten Studie hat biallo.de Girokonten-Angebote von mehr als 1.400 Banken und Sparkassen verglichen. Eines der Ergebnisse: Zahlreiche Geldinstitute überzeugen mit geringen Kosten und Gebühren. Finden Sie für Ihr Kind das beste Girokonto in Ihrer Region mit unserem Vergleich: Girokonto für Studenten und Schüler

Sparbriefe

Auch bei Sparbriefen sieht es mit der Verzinsung derzeit schlecht aus. Bei einem Sparbrief handelt es sich um eine fest verzinste Geldanlage. Der Sparer leiht einer Bank eine bestimmte Zeit Geld und bekommt dafür Zinsen bezahlt – ähnlich wie beim Festgeld. Die Höhe der Einlage wird auf einer Urkunde festgelegt, sei es virtuell oder auf Papier.

Sparbriefe werden immer auf den Namen einer bestimmten Person ausgestellt, das heißt entweder auf Ihren Namen oder den Ihrer Kinder. Die Person, auf deren Name der Sparbrief läuft, bekommt am Ende der Laufzeit dann die Zinsen und das eingesetzte Kapital ausgezahlt. Die Urkunde geht dann zurück an die Bank. Je nach Anlagedauer, Betrag und Risikobewertung liegt die Verzinsung von Sparbriefen derzeit zwischen rund 0,5 und zwei Prozent.

Biallo-Tipp: Experten rechnen mit einem steigendem Zins-Niveau. Legen Sie sich deshalb nicht zu lange fest.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
551,03
1,35%
2.
520,00
1,30%
3.
 513,61
1,26%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 4 Jahre

Festgeldkonten

Auf einem Festgeldkonto können Eltern Geld für ihre Kinder anlegen, wenn sie das Geld zwischen einem Monat und zehn Jahren parken wollen, um einen gewissen Betrag an Zinsen zu bekommen. Für eine langfristige Geldanlage ist Festgeld derzeit aber ungeeignet. Denn Experten gehen davon aus, dass die Zeiten der Niedrigzinsen sich dem Ende zu neigen. Das ist schlecht für Kreditnehmer, aber gut für Sparer. Länger als zwei bis drei Jahre sollten Sie deshalb derzeit kein Sparprodukt abschließen. Zumal die Zinshöhe selbst bei einer Anlagedauer von zehn Jahren derzeit maximal zwei Prozent erreicht. Und das auch nur, wenn man sein Geld bei der Alpha Bank Romania anlegt, die lediglich mit dem Länderrating BBB, also guter Sicherheit bewertet wird.

Wer auf maximale Sicherheit und ein AAA-Rating wert legt, bekommt bei der schwedischen Hoist Finance derzeit 0,85 Prozent an jährlichen Zinsen – bei einer Anlagedauer von zwei Jahren. Zum Vergleich: Die Inflationsrate betrug 2017 in Deutschland 1,8 Prozent. Selbst wer sein Geld zwei Jahre lang fest anlegt, schafft nicht einmal den Inflationsausgleich. Bei kürzerer Anlagedauer von zwölf Monaten liegen die Festgeldzinsen derzeit im Schnitt bei 0,31 Prozent.

Biallo-Tipp: Da es sich um das Geld Ihrer Kinder handelt, sollten Sie besonders viel Wert auf Sicherheit legen.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
 223,23
1,11%
2.
220,00
1,10%
3.
213,12
1,06%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Tagesgeldkonten

Auch bei Tagesgeldkonten sieht es bezüglich der Verzinsung derzeit schlecht aus. Der Vorteil des Tagesgeldkontos ist: Sie oder der Nachwuchs können täglich auf das Konto zugreifen – sprich, das Geld bei Bedarf auf ein Referenz-Girokonto überweisen. Aktuelle Zinssätze für Tagesgeldkonten liegen zwischen 0,01 bis zu einem Prozent. Manche Anbieter haben sogar Tagesgeldkonten speziell für Minderjährige im Programm. So können Eltern beispielsweise bei der Consorsbank ein Tagesgeldkonto für ihre Kinder eröffnen. Bei einer Verzinsung von immerhin einem Prozent im Jahr. 

Biallo-Tipp: Mit unserem Ratgeber Bestes Tagesgeldkonto bleiben Sie immer auf dem aktuellen Stand.

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
25,02
1,00%
2.
15,01
0,60%
3.
15,00
0,60%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 3 Monate

Versicherung und Vorsorge für Kinder

Ausbildungsversicherung

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Ausbildungsversicherungen, die Eltern helfen sollen, die Ausbildung der Kinder zu finanzieren. Diese funktionieren wie eine klassische Lebensversicherung, nur dass die Auszahlung eben mit der Ausbildung beginnt. In der Regel werden Ausbildungsversicherungen noch mit einer Risikolebensversicherung für die Eltern verknüpft – so dass die Versicherung auch im Todesfall der Eltern weiter bedient werden kann.

Das Problem dieser Form der Absicherung: Sie bringen meist kaum oder keine Rendite, die Gebühren sind hoch und das Produkt unflexibel. Wenn Eltern frühzeitig aus der Ausbildungsversicherung aussteigen wollen, fallen oft horrende Gebühren an. 150 Euro an Kündigungsgebühren pro Versicherungsjahr können dabei schon zusammenkommen. Verbraucherschützer raten deshalb von solchen Ausbildungsversicherungen ab.

Biallo-Tipp: Wer seine Kinder für den Fall des eigenen Todes absichern möchte, sollte stattdessen lieber eine reine Risikolebensversicherung abschließen.

Rentenversicherung für Kinder

Eltern wollen meist das Beste für ihre Kinder. Da klingt es verlockend, wenn ein Versicherungsvertreter verspricht, dass die Kinder mit einer privaten Rentenversicherung, die zur Geburt abgeschlossen wird, bei Renteneintritt Millionäre sind. Die goldene Zukunft ist dann praktisch in die Wiege gelegt. Die Realität sieht leider anders aus. Denn wie die Welt in 65 Jahren aussieht, können weder Eltern noch Makler voraussehen.

Zudem sehen solche Policen vor, dass die Eltern beispielsweise die ersten 18 bis 27 Jahre in die Versicherung einzahlen. Danach sollen das dann die Kinder übernehmen. Doch die Erfahrung zeigt, dass Erwachsene in diesem Alter erst einmal andere Sorgen und Kosten haben, und nicht gleich in eine Rentenversicherung einzahlen wollen oder können. Wird die Versicherung nicht weiter bedient, wird sie schnell zum Verlustgeschäft – ebenso, wenn die Kinder eine vorzeitige Auszahlung wünschen.

Biallo-Tipp: Eltern sollten lieber in den eigenen Vermögensaufbau investieren und ihren Kindern dann gegebenenfalls Immobilien, Geld oder andere Werte als Erbe oder Schenkung zu Lebzeiten überlassen.

Schulunfähigkeitsversicherungen

Es ist sinnvoll, Kinder gegen die Folgen von Krankheiten und Unfällen abzusichern. Allerdings sind nicht alle Versicherungslösungen geeignet. Eine Form der Absicherung ist die sogenannte Schulunfähigkeitsversicherung. Diese zahlt beispielsweise eine lebenslange monatliche Rente, wenn das Kind mindestens sechs Monate nicht in die Schule gehen kann. Das Problem dabei: Die meisten Kinder gehen auch dann noch zur Schule, wenn sie schwer beeinträchtigt sind, so dass der Versicherungsfall nur in den seltensten Fällen eintreten dürfte.

Biallo-Tipp: Wer sein Kind gegen Krankheit und Unfall absichern will, sollte lieber Kinderinvaliditätsversicherung abschließen. Diese leistet, wenn Kinder aufgrund von Krankheit oder nach einem Unfall schwerbehindert werden.

Vergleich Unfallversicherung

  Anbieter Tarif Beitrag  
1 Tarif Comfort 71,40 Euro weiter
2 KAB-Schutz-TOP 74,97 Euro weiter
3 Tarif Basic Trend 80,92 Euro weiter
4 CIF Pro Classic 82,11 Euro weiter
5 GVO-VIT 85,68 Euro weiter
Hier Ihren persönlichen Tarif Unfallversicherung berechnen

Bausparen für den Nachwuchs

Wenn die Kinder zwischen 16 und 25 Jahre alt sind, ist ein Bausparvertrag eine gute Sache. Der Grund: In diesem Alter haben Sparer Anspruch auf die staatliche Wohnungsbauprämie und können nach der Zuteilung frei über das Guthaben verfügen, ohne dass sie ein Immobiliendarlehen aufnehmen müssten. Das geht aber nur einmal, und nur bei Bausparern unter 25 Jahren.

Der maximal geförderte Sparbeitrag liegt bei 512 Euro pro Jahr. Darauf zahlt der Staat eine Prämie von 8,8 Prozent. Wer 43 Euro im Monat spart, bekommt eine 13. Einzahlung im Jahr als Prämie dazu, nämlich 45 Euro. Die Bausparkasse schreibt die Prämie dem Vertrag gut und zahlt sie nach der Zuteilung gemeinsam mit dem Bausparguthaben aus. Einige Anbieter offerieren jungen Leuten zusätzliche Bonuszinsen oder verzichten auf Abschlusskosten.

Einlagensicherung

Wie sicher eine Geldanlage ist, hängt auch davon ab, in welchem Land die Bank sitzt, bei der das Geld angelegt wird. Gehört eine Bank der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken an, so sind Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank abgesichert. Das gilt seit März 2017 auch für private Bausparkassen.

Privatbanken gehören meist zusätzlich dem Sicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken an und sichern Einlagen in Millionenhöhe ab. Öffentliche Banken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen sichern die gesetzlich vorgeschriebenen 100.000 Euro pro Person ab, bieten darüber hinaus über eigene Einrichtungen Schutz in unbegrenzter Höhe. Auch bei Banken im EU-Ausland sind laut EU-Recht bis zu 100.000 Euro pro Person und Bank über das jeweilige nationale Sicherungssystem abgesichert.

Wichtig: Solche Sicherungssysteme greifen im Notfall natürlich nur, wenn diese stabil und die jeweiligen Staaten zahlungsfähig sind. Bei einer Geldanlage empfiehlt es sich deshalb auch, das Bonitäts-Rating für das jeweilige Land in die Entscheidung mit einzubeziehen. Die höchste Sicherheit haben Länder wie Deutschland, Dänemark, Niederlande, Schweden oder Norwegen mit AAA. Österreich hat mit AA+ immer noch eine sehr gute Bonität, Großbritannien mit AA ebenfalls.

Biallo-Tipp: Wenn Sie die Wahl haben, sollten Sie sich möglichst immer für Länder mit Top-Bewertungen entscheiden. In unserem neuen Festgeld-Test haben wir die Länderratings der US-Ratingagentur Standard & Poor's als Bewertungskriterium herangezogen.

Lesen Sie auch: Einlagensicherung: So sicher ist Ihr Geld

Auszahlplan

Wer Angst hat, dass der Nachwuchs das mühsam angesparte Geld gleich auf den Kopf haut, kann das Geld rechtzeitig auf einen Auszahlplan umschichten. Das Geld wird dann weiterhin, wenn auch gering, verzinst. Die Eltern können eine jährliche oder monatliche Auszahlung des Geldes für die Kinder veranlassen. Bevor Eltern sich für einen solchen Auszahlplan entscheiden, sollten Sie aber überlegen, ob das wirklich sinnvoll ist. Vielleicht wollen die Kinder zum Studium ausziehen oder ein Auto kaufen. Auch ein studentisches Auslandsjahr geht richtig ins Geld. Deshalb gilt es, gut abzuwägen und den Nachwuchs in die Entscheidung mit einzubeziehen.

Aktien für Kinder

Klar ist, wer derzeit eine attraktive Rendite erwirtschaften will, muss auf Aktien oder Fonds setzen. Die höheren Erträge bezahlen Anleger zwar mit einem erhöhten Risiko, doch ist das gerade bei einer langfristigen Anlage und breiter Streuung durchaus überschaubar.

Indexfonds

Wer langfristig Geld für sein Kind anlegen will, ist mit Fonds gut bedient, vor allem mit günstigen Indexfonds, sogenannten ETFs. Indexfonds bilden Aktienindizes wie den Dax oder Dow Jones nach. Um das zu erreichen, investieren die Fonds in die dem Index zugrundeliegenden Wertpapiere im gleichen Verhältnis wie der Index.

Indexfonds, die in der Vergangenheit auf den globalen Aktienindex MSCI World oder MSCI All Country World setzten, konnten Renditen zwischen sechs und acht Prozent erzielen. Der Index MSCI World umfasst rund 1.600 Aktien aus 23 Industrieländern, ist also sehr breit gestreut. Der MSCI All Country World ist noch breiter aufgestellt, denn er beinhaltet zusätzlich noch Aktien aus Schwellenländern.

Ein weiterer Vorteil von Indexfonds: Sie müssen nicht aktiv verwaltet werden, weshalb die Gebühren für Anleger überschaubar sind. Kunden können je nach Wunsch direkt einen größeren Betrag in einen solchen Indexfonds investieren oder monatlich Geld anlegen.

Diese Banken bieten spezielle Wertpapierdepots für Minderjährige:

BankComdirectConsorsbankDKB  FinvestoING-Diba  Wüstenrot Bank
DepotnameJuniordepotWertpapierdepotBroker  U18               Depot  U18Direkt-Depot JuniorInvestment-depot
Mindest-Sparrate25,00€25,00€10,00€    10,00€9,90€ 25,00€
Depotkosten pro Monat1,95€ wenn keine Kontobewegung0,00€0,00€0,00€0,00€ 0,00€
Kosten pro Sparplanrate1,50%1,50%1,50€0,45%1,75%          0,45%
Gesamtkosten p.a. bei monatlicher Sparplanrate von 50€9,00€9,00€18,00€          2,70€10,50€2,70€

Robo-Advisor

Eine interessante Alternative zu Indexfonds sind sogenannte Robo-Advisor. Das sind Computerprogramme, die anhand eines Algorithmus Anlageentscheidungen treffen oder den Anlegern vorschlagen. Kunden können entweder selbst die entsprechenden Produkte handeln oder die gesamte Geldanlage automatisiert ablaufen lassen.

Damit Anleger die für sie passende Strategie erhalten, müssen sie zunächst online einen Fragebogen ausfüllen. Darin legt der Kunde den Anlagebetrag fest und wird unter anderem nach seinen Erfahrungen und Vermögensverhältnissen befragt.

Darauf basierend entwickelt das Programm ein Anlageprofil und schlägt die Investmentprodukte vor. Neben Aktien werden Anleihen, aber durchaus auch Rohstoffe und Immobilien berücksichtigt. Bevor es losgeht, muss der Kunde noch ein Depot bei der Partnerbank des Robo-Advisors eröffnen. Stimmt der Kunde der angebotenen Strategie zu, wird dann das ausgewählte Portfolio zusammengestellt.

Robo-Advisor Growney zum Beispiel hat fünf Strategien zur Verfügung. Bei der risikoärmsten Variante besteht das Portfolio zu vier Fünfteln aus Anleihen und zu einem Fünftel aus Aktien.

Das risikoreichste Portfolio legt den kompletten Anlagebetrag in Aktien an. Klar ist: Je höher das Risiko, desto größer ist die Chance auf eine hohe Rendite. Wer sich für eine solche Strategie entscheidet, sollte aber einen langfristigen Anlagehorizont wählen, um mögliche Negativ-Entwicklungen aussitzen zu können.

Die virtuellen Anlageberater Whitebox oder Scalable verfolgen eine aktive Strategie. Das heißt, dass auch die aktuelle Marktsituation bei der Berechnung der Anlagestrategien mit einfließt und die Portfolios entsprechend angepasst und gegebenenfalls umgeschichtet werden.

Das Besondere der Robo-Advisor: Anders als menschliche Vermögensverwalter bieten viele digitale Vermögensverwalter ihren Service für vergleichsweise kleine Anlagebeträge an. Zudem sind die Verwaltungskosten mit weniger als einem Prozent der Anlagesumme sehr gering.

Easyfolio, Growney und Vaamo setzen keine Mindestanlage voraus. Quirion und Scalable verlangen jeweils 10.000 Euro. Bei den restlichen Anbietern liegen die geforderten Mindestbeträge zwischen 500 und 5.000 Euro. Die Verwaltungsgebühren sind mit Beträgen um ein Prozent in der Regel überschaubar.

Auch in Sachen Sparplan sind die Robo-Advisor eine gute Empfehlung. Growney fordert keine Mindestrate. Whitebox und Vaamo offerieren Sparpläne schon ab fünf beziehungsweise zehn Euro, Investify ab 25 Euro. Bei Easyfolio, Fintego, Ginmon und Scalable beträgt die Mindestrate 50 Euro, Visualvest setzt 25 Euro voraus. Bei Cominvest, Quirion und Sutor Bank gibt es Sparpläne ab 100 Euro monatlich.

Natürlich handelt es sich bei der automatisierten Geldanlage um eine relativ neue Entwicklung. Doch bislang schneiden Robo-Advisor recht gut ab, auch wenn es noch keine Vergleichszahlen für einen längeren Zeitraum gibt. Doch können sich die bislang erzielten Renditen durchaus sehen lassen. Dabei müssen Anleger beachten, dass jeder Robo-Advisor verschiedene Anlage-Strategien im Angebot hat. Je nach gewählter Strategie fällt auch die Rendite unterschiedlich aus. Beispiel Visualvest: Am besten entwickelten sich 2017 die aktiven "VestFolios" mit einer Rendite von 11,38 Prozent pro Jahr bei einer Aktienquote von 75 Prozent. Die ETF-Portfolios mit geringem Aktienanteil verzeichneten dagegen teilweise eine leicht negative Jahresrendite.

Eltern, die sich direkt nach der Geburt der Kinder für einen Robo-Advisor entscheiden, sollten deshalb möglichst chancenorientiert mit einem hohen Aktienanteil anlegen. Zwei oder drei Jahre vor der Volljährigkeit der Kinder sollten sie das Geld dann aber in eine risikoarme Geldanlage umschichten.

Biallo-Tipp: Die Robo-Advisor Ginmon, Liqid, Scalable und Visulavest bieten sogar eigene Kinder-Depots an. Dadurch gilt für die Kinder auch der Sparerfreibetrag.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Caroline Benzel
Caroline Benzel
Autorin
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Caroline Benzel
Caroline Benzel

Biallo-Spezialistin rund um das Thema Mobilfunk. LTE, NFC, UMTS - sie weiß, was diese Abkürzungen bedeuten und wann sie für unsere Leser wichtig sind. Nach ihrem Studium der Publizistik hat sie sich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Caroline Benzel arbeitet für Print- und Online-Medien sowie fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen.

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Caroline Benzel
Caroline Benzel

Biallo-Spezialistin rund um das Thema Mobilfunk. LTE, NFC, UMTS - sie weiß, was diese Abkürzungen bedeuten und wann sie für unsere Leser wichtig sind. Nach ihrem Studium der Publizistik hat sie sich auf Verbraucherthemen spezialisiert. Caroline Benzel arbeitet für Print- und Online-Medien sowie fürs öffentlich-rechtliche Fernsehen.

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de