Max Otte vs. Heiko Thieme: Dax 8.000 oder 13.000?

Bulle gegen Bär Max Otte vs. Heiko Thieme: Dax 8.000 oder 13.000?

Lars Becker
von Lars Becker
25.01.2019
Auf einen Blick
  • Crash-Prophet Max Otte hält einen zwischenzeitlichen Dax-Absturz auf bis zu 8.000 Punkte für möglich und empfiehlt erhöhte Liquidität.

  • Optimist Heiko Thieme sieht beim Dax Phantasie bis 13.000 Punkte und setzt auf ausgewählte Werte.
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Das vergangene Börsenjahr brachte für den Dax erstmals seit 2011 wieder Verluste. Und zwar ziemlich satte: Über 18 Prozent ging es nach unten. Seit dem Tief am 27. Dezember bei rund 10.280 Punkten hat der deutsche Leitindex allerdings wieder rund 1.000 Punkte beziehungsweise zehn Prozent zugelegt. Seit Jahresanfang belaufen sich die Kursgewinne auf rund sieben Prozent.

Nach den jüngsten Kursaufschlägen sehen Experten den Dax nun am Scheideweg. Schließlich ist die Gefahr eines harten Brexits noch nicht vom Tisch, der US-Handelsstreit bricht immer wieder auf und auch die Sorgen um eine weltweite Rezession nehmen zu. Für die Börsenbären natürlich ein gefundenes Fressen. 

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Crash-Prophet Max Otte mahnt zur Vorsicht

"Ich habe schon vor einiger Zeit gesagt, dass es innerhalb der ersten Amtszeit von Donald Trump richtig rappeln wird", sagt Professor Max Otte, Gründer und Geschäftsführer des Instituts für Vermögensentwicklung. "Eine ordentliche Korrektur hat es schon gegeben, das ist ein Zeichen dafür, dass diese Vorhersage eintreten könnte. Und dann könnte der Dax auf bis zu 8000 Punkte fallen."

Der Börsenexperte erinnert daran, dass man nach der Finanzkrise an der Börse fast zehn Jahre Vollgas gefahren sei: "Jetzt ist es Zeit, vom fünften auf den dritten oder vierten Gang runterzuschalten." Das heißt für Otte aber keinesfalls, auf Aktien gänzlich zu verzichten. "Man sollte etwas vorsichtiger werden, Liquidität zur Seite legen", um dann bei Rücksetzern oder gar einem Absturz einkaufen zu können.

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Dabei sollten Privatanleger nach seiner Meinung die derzeit wieder günstiger bewerteten Giganten wie Apple, Facebook oder Google (Alphabet) im Blick behalten. Letztere zählt auch zu den größten Positionen in Ottes Vermögensbildungsfonds, der auf Sicht von drei Jahren immer noch knapp 35 Prozent im Plus liegt.

Generell sei allerdings das Rückschlagsrisiko am US-Aktienmarkt im Fall eines Crashs viel höher als bei den im Schnitt deutlich niedriger bewerteten deutschen Aktien. Bei der Lufthansa etwa sei "noch Luft nach oben". Und auch der Dax-Aufsteiger Wirecard ist nach Ottes Meinung ein guter Tipp. "Ansonsten gibt es im Dax halt viele Auto- und Industriewerte. Die sind zwar zumeist günstig bewertet, hängen aber an der Weltkonjunktur und dem Handelsthema."

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Rezession als Damoklesschwert

Die Aktienmärkte scheinen die Rezessionsgefahr im Moment jedenfalls auszublenden. Die Bundesregierung hat ihre Konjunktur-Prognose für 2019 laut einem Bericht des Handelsblatts drastisch von 1,8 auf 1,0 Prozent gesenkt. Eine technische Rezession – also ein BIP-Rückgang in zwei aufeinander folgenden Quartalen – konnte im Schlussquartal 2018 offenbar auf letzter Strecke noch abgewendet werden.

Perma-Bulle und Anlagestratege Heiko Thieme sieht allerdings keinen Grund zur Besorgnis. Schließlich sei das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des Dax historisch gesehen mittlerweile im unteren Drittel angekommen. "Wir haben die Chance, dass wir die Marke von 12.000 Punkten knacken und es gibt sogar Phantasie bis 13.000", glaubt der 75-Jährige. Getreu seinem Motto "Der Pessimist ist der einzige Mist, auf dem nichts wächst", hält Thieme eine positive Lösung der drängendsten politischen Probleme in diesem Jahr für wahrscheinlich.

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Einigung im US-Handelsstreit in Sicht?

Thieme war gerade mit einer Investorengruppe beim Weltwirtschaftsforum in Davos unterwegs: "Ich glaube, dass wir im Handelsstreit zwischen den USA und China eine Einigung oder zumindest die Anbahnung einer Lösung sehen werden." Deshalb empfiehlt der einst in den USA ausgezeichnete Fondsmanager auch ETFs mit dem Schwerpunkt China als Beimischung von bis zu fünf Prozent. Aber auch Japan steht mit bis zu zehn Prozent auf dem Radarschirm von Thieme.

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Besonders interessant sind nach seiner Meinung aber viele Dax-Werte, die beim Einbruch im vergangenen Jahr um 30 bis 50 Prozent gefallen sind. Rund die Hälfte der 30 Dax-Unternehmen stehen auf seiner Empfehlungsliste. Hierzu gehören auch Fresenius und Henkel.

Fundamental-Analyse ist unverzichtbar

"Ich setze auf eine konträre Anlagestrategie. Ich kaufe nur Werte, die gefallen sind, am besten mindestens 30 Prozent. Dazu müssen die Fundamentaldaten stimmen", sagt Thieme. Er ist genau wie Otte auch ein Fan von Wirecard, die er bereits zum Jahresende bei einem Kurs von unter 130 Euro empfohlen hatte.

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Selbst die krisengeschüttelte Deutsche Bank könnte laut Thieme spekulativ mit Blick auf eine mögliche Fusion mit einem französischen Geldhaus eine interessante Anlage sein.

In einem sind sich Heiko Thieme und Max Otte übrigens einig: Von Kryptowährungen wie Bitcoin sollte man die Finger lassen, weil das "lediglich heiße Luft" sei. Wer von den beiden in Sachen Dax Recht behält, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Biallo-Tipp

Aufgrund der zahlreichen Unsicherheitsfaktoren sollten Anleger derzeit nur vorsichtig einsteigen, am besten über einen ETF-Sparplan, mit dem Kursverluste langfristig ausgeglichen werden können.

Wer seine Geldanlage nicht komplett selbst steuern will oder kann, für den sind die sogenannten Robo-Advisor eine geeignete Alternative. Hier gibt es die Vermögensverwaltung inklusive Konto- und Depotführung bereits für deutlich unter einem Prozent des Anlagevolumens. Welcher Robo-Advisor das schwache Börsenjahr 2018 am besten verdaut hat, erfahren Sie in unserem Performance-Vergleich.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de