Münzen liegen im Trend

Alternative Anlage Münzen liegen im Trend

Lars Becker
von Lars Becker
16.01.2017
Auf einen Blick
  • Sammlermünzen als alternative Geldanlage erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.
  • Neueinsteiger sollten sich durch einen Münzexperten beraten lassen.

 

 

 

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Das innovative Fünf-Euro-Geldstück „Blauer Planet Erde“ löste im vergangenen Jahr einen regelrechten Münz-Boom in Deutschland aus. An den Bundesbank-Filialen standen die Menschen Schlange, um für den Nennwert eine der sogenannten „Tri-Material-Coins“ mit der Weltneuheit eines eingefassten blauen Polymerrings zu ergattern.

Ein Dreivierteljahr später wird die Normalversion „Stempelglanz“ im Münzhandel für über 30 Euro gehandelt und hat damit ihren Wert versechsfacht. In Zeiten von Niedrigzinsen ist das ein geradezu märchenhafter Wertzuwachs.

Riesenhype und Enttäuschung

Am 27. April kommt die zweite Fünf-Euro-Münze der Serie unter dem Titel „Tropische Zone“ mit rotem Polymerring auf dem Markt und es ist ein ähnlicher Run zu erwarten. Wer allerdings darauf setzt, dass der Wert dieser Münzen auch weiterhin explosionsartig nach oben schießt, könnte Pech haben.

"Es ist oft so, dass es bei diesen modernen Sachen einen Riesenhype gibt. Dann kommen immer mehr und mehr Münzen dieser Serien auf den Markt, der überfrachtet wird. Die Sammler verlieren mit der Zeit die Lust und Nachfrage und Preis brechen zusammen", erklärt Dr. Hubert Ruß, Sachverständiger der IHK.

Beratung für Neueinsteiger wichtig

Der Münzexperte kennt die Mechanismen, nach denen der Wert von Münzen steigt oder eben auch fallen kann. Wissen ist gerade in diesem Bereich Macht – deshalb empfiehlt er Neueinsteigern auch immer eine persönliche Beratung beim Münzhändler. "Das Erstgespräch ist natürlich kostenlos. Es gibt jede Menge Fallstricke beim Münzkauf. Holen sie sich eine Meinung und vielleicht noch eine zweite ein", so Ruß.

 

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Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
 223,23
1,11%
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220,00
1,10%
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201,00
1,00%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Gold ist steuerfrei

Zuallererst muss man wissen, dass es Anlage- und Sammlermünzen gibt. Zu den berühmtesten Gold-Anlagemünzen zählen der Krügerrand (Südafrika), Maple Leaf (Kanada), Philharmoniker (Österreich), Panda (China), American Eagle (USA), Britannia (Großbritannien), Nugget (Australien) oder Lunar (Australien). Anlagemünzen gibt es auch in Silber und Platin.

Gemeinsam ist allen, dass man hier nur vergleichsweise geringe Aufpreise auf den aktuellen Metallwert zahlt. Man setzt für die Anlage also vor allem darauf, dass der Preis von Gold, Silber oder Platin mit der Zeit steigt und man so Gewinn macht. Auch hier muss man beim Kauf laut Ruß aber ein paar Hintergründe kennen: „Gold kann in der Regel steuerfrei erworben werden, Silber oder Platin dagegen nicht.“ 19 Prozent sind ein großer Aufpreis.

Gold wird in der Menge billiger

Gold kaufen liegt hierzulande im Trend – in Deutschland wird derzeit weltweit am meisten verkauft. Ob man sich für Münzen oder Barren entscheidet, ist reine Geschmackssache. Je größer die Einheit ist, desto billiger wird es: Ein Gramm Feingold kostet zum Beispiel derzeit 42 Euro, ein Kilogramm dagegen 36.300.

Wenn man dann mal schnell 10.000 Euro braucht, muss man allerdings den ganzen Barren verkaufen. Deshalb empfiehlt Ruß den Kauf von mittleren Kategorien wie eine Unze, 50 oder 100 Gramm. Oder eben von Anlagemünzen in Gold.

300.000 Euro für eine Münze

„Das hat allerdings mit Münzen sammeln wenig zu tun. Das ist eher eine Versicherung“, so Ruß. Anders sieht es mit Sammlermünzen (numismatischen Münzen) aus. Sie haben zwar oft auch einen Nennwert und können als offizielles Zahlungsmittel verwendet werden, vor allem aber sind sie für Sammler weltweit von Interesse.

Der Preis einer Münze bemisst sich dann nach dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Eine seltene römische Goldmünze (Aureus des Vespasian) wurde bei einer Auktion kürzlich für unglaubliche 300.000 Euro versteigert. Der Preis war so hoch, weil historische Bedeutung perfekt mit Seltenheit und perfekter Erhaltung kombiniert war.

„Seltene Goldmünzen in perfekter Erhaltung“

Genau das ist die perfekte Mixtur, um Wertsteigerungen beim Sammeln von Münzen zu erzielen. „Aktuell sind vor allem seltene Goldmünzen in perfekter Erhaltung gefragt“, verrät Ruß. Er empfiehlt Gold als Material, auch Silber sei gefragt. Für seltenere Münz-Metalle wie Titan gebe es (derzeit) noch nicht das große Interesse auf dem Markt. Allerdings kann sich das mit der Zeit ändern. Genau wie sich das Kaufverhalten der Münzsammler geändert hat.

Faktor Zeit

 „Früher hat man für 1.000 Euro zehn Münzen à 100 Euro gekauft. Heute ist es schlauer eine in Topqualität zu kaufen.“ Aus welchem Bereich diese stammen könnte, hänge auch vom Interesse des Sammlers ab: „Generell würde ich aber bei Münzen vor 1945 schauen. Bei den modernen Sachen, die man über ein Abo bekommen kann, weiß man nicht, ob man das eingesetzte Geld zumindest wiederbekommt, wenn man sie verkaufen will.“

Wenn man sich doch dafür entscheidet, sollte man auf niedrige Prägeauflagen und höchste Qualität („Polierte Platte“) achten. Ein wichtiger Faktor bei Sammlermünzen ist nämlich Zeit. In 200 Jahren könnte dann auch die Münze „Blauer Planet Erde“ viel mehr als die fünf Euro Nennwert einbringen.

Biallo-Tipp: Für Einsteiger ins Münzensammeln ist die persönliche Beratung besonders wichtig (www.muenzenverband.de und www.vddm.de). Die Mitglieder haben sich einen Ehrenkodex auferlegt, ihre Kunden fair zu beraten. Generell ist für Sammler wichtig, auf hohe Qualität und eine möglichst niedrige Prägeauflage zu achten. Gold hat gegenüber anderen Metallen den Vorteil der Steuerfreiheit beim Kauf.

Biallo-Lesetipp:

Rund 8.200 Tonnen Gold lagern in deutschen Privathaushalten. Wie bewahren Sie Ihre Barren oder Münzen am besten auf, welche Versicherung zahlt im Schadensfall? Mehr lesen Sie in unserem Beitrag: "Goldschätze richtig versichern".

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de