Negativzins trifft Kommunen

Geldanlage Negativzins trifft Kommunen

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
08.02.2017
Auf einen Blick
  • Die Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg verlangt 0,4 Prozent "Verwahrentgelt".
  • Damit gibt die Kreisparkasse die Negativzinsen der EZB an die Kommunen weiter.
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Ungemütliche Zeiten für Sparer. Lag vor einigen Monaten noch der sogenannte Negativzins in weiter Ferne, hängt dieser jetzt wie das Damokles-Schwert über den Köpfen deutscher Sparer. Dabei ist das Prinzip "Verwahrentgelt" keine neue Erfindung. Große Geldhäuser wie etwa Commerzbank oder Deutsche Bank geben den Negativzins bereits seit längerem an Großkunden, wie Unternehmen und Fonds, weiter. Otto-Normalsparer blieben bislang verschont. Lediglich die Skatbank und Raiffeisenbank Tegernsee verlangen von ihren Privatkunden einen Minuszins ab einem bestimmten Anlagevolumen.

Jetzt sind die Kommunen dran

Nun hat der Negativzins auch die Städte erfasst, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Die Stadt Starnberg in Oberbayern hat 27 Millionen Euro kurzfristig bei der Kreissparkasse München-Starnberg-Ebersberg geparkt. Lediglich acht Millionen lassen sich davon zinslos anlegen, auf die restlichen 19 Million fällt das Verwahrentgelt von 0,4 Prozent an.

Die Folge: Bürgermeisterin Eva John (BMS) erklärte gegenüber der Tageszeitung, man wolle in Zukunft die Rücklagen zurückfahren. "Wir haben nichts zu verschenken."

Bayern bildet in Sachen Minuszins für Kommunen nicht die Ausnahme. So führten in den vergangenen Wochen etliche Sparkassen und Genossenschaftsbanken ein Verwahrentgelt ein, etwa in Sachsen oder Baden-Württemberg. Oftmals gewähren Banken dabei einen gewissen Freibetrag, der dann vom Minuszins verschont bleibt.

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Betrag 10.000 €, Laufzeit 12 Monate

Was ist mit Privatanlegern?

Kleinsparer machen sich berechtigte Sorgen. So erklärte Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon gegenüber der Tageszeitung Freie Presse, dass sich Sparkassen als Schutzmacht der Sparer sehen, doch die anhaltende Niedrigzinsphase mache es immer schwieriger, Anleger vor negativen Zinsen abzuschirmen.

Starnbergs Bürgermeisterin Eva John hatte bereits eine Lösung parat. So zog sie die Einlagen ab und legte diese kurzfristig in Festgeld an.

Biallo-Lesetipp

Bislang haben Banken vereinzelt nur vermögende Kunden zur Kasse gebeten. Doch jetzt verlangt das erste Geldinsititut auch Negativzinsen von Kleinanlegern. Mehr erfahren Sie in unserem Beitrag: "Jetzt trifft es auch Kleinsparer".

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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de