Olympiasieger Andreas Wellinger: "Der Rest kommt von ganz allein"

So viel verdienen unsere Olympia-Stars Olympiasieger Andreas Wellinger: "Der Rest kommt von ganz allein"

Lars Becker
von Lars Becker
20.02.2018
Auf einen Blick
  • Skispringer Andreas Wellinger hat bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang eine Goldmedaille und zwei Silbermedaillen eingesammelt.

  • Der Teenie-Star gehört bereits jetzt zu den Spitzenverdienern in der internationalen Skisprung-Szene.

  • Dabei hat Wellinger die besten Jahre noch vor sich. "Er ist erst 22 und kann die Weltspitze noch über Jahre mitbestimmen", sagt Bundestrainer Werner Schulze.

 

 

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Olympia 2018 ist für die deutschen Ski-Adler eine Erfolgsgeschichte geworden. Beim letzten Wettbewerb im Skispringen am Montag holte das Team die Silbermedaille hinter Norwegen und vor Polen. Für Andreas Wellinger ist es der Aufstieg in den Skisprung-Olymp: Mit einmal Gold und zweimal Silber ist Wellinger der erste deutsche Skispringer mit drei Medaillen bei einer Olympia-Ausgabe.

Der 22-Jährige hat sich gleich am Auftakt-Wochenende zum Olympiasieger auf der Normalschanze gekrönt. Es ist bereits die zweite Olympia-Goldmedaille für den jungen Mann nach Team-Gold 2014 mit Deutschland in Sotschi. Als Belohnung für den neuerlichen Triumph gibt es wie für alle deutschen Olympiasieger 20.000 Euro von der Sporthilfe.

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Sponsoren reißen sich um Wellinger

Natürlich ist Wellinger auch bei den Sponsoren eine ganz heiße Nummer. Als Nachfolger von Martin Schmitt ist er als Werbeträger für seinen Kopfsponsor Milka der Mann mit dem lila Helm im Skispringer-Zirkus, auf den er aber in Pyeongchang verzichten musste. Schließlich hätte schon die Farbe mit seinem Sponsor Milka verbunden werden können und persönliche Werbung ist für alle Sportler in der Olympia-Zeit tabu.

Auf dem Ski wirbt er (außer bei Olympia) für den Autovermieter Avis. Der Sportartikel-Hersteller Fischer ist sein Ausrüster. Dieser profitierte auch von seinem Olympia-Auftritt, denn das Logo und der Name der Firma durften auch bei Olympia sichtbar bleiben. Wie alle Topathleten des Deutschen Skiverbandes (DSV) hat Wellinger auch einen schnellen Flitzer von Audi bekommen.

Auch das Preisgeld im Weltcup ist stattlich: Im vergangenen Winter strich der junge Mann aus Ruhpolding 144.600 Schweizer Franken ein (umgerechnet 125.655 Euro). In der laufenden Saison sind es auch schon 88.850 Schweizer Franken (77.209 Euro). Seine jährlichen Gesamteinnahmen dürften geschätzt über 500.000 Euro erreichen – damit gehört er zu den Großverdienern der Szene. Und der Olympiasieg wird sich zusätzlich auszahlen.

Teenie-Schwarm und Facebook-Star

Vielleicht kann Wellinger künftig sogar jährliche Einnahmen im Millionenbereich erreichen. Schließlich ist er nicht nur erfolgreich, sondern auch jung, smart und begeistert seine etwa 200.000 Fans auf den Social-Media-Kanälen. "In meiner Generation spielt das eine große Rolle und ich nutze diese Plattformen auch. Ich finde auch Spaß daran und mache meinen Social-Media-Auftritt deshalb selbst", sagt Wellinger. Das Paket komplett macht, dass der Flieger auch noch gut aussieht. Wellinger gehörte schon vor Olympia deshalb zu den Gesichtern der Werbekampagne des deutschen Olympia-Teams.

Geld ist aber nicht Wellingers Motivation. "Mir geht es ausschließlich um den sportlichen Erfolg. Ganz vorn dabei zu sein – das hat mich als kleiner Junge schon angespornt. Der Rest kommt dann von ganz allein. Und als Absicherung für die Zeit nach der Karriere habe ich im letzten Jahr ein Studium begonnen", sagt er. Der schlaksige junge Mann ist ohnehin eher ein Sparertyp: "Ich gönne mir schon hin und wieder etwas, aber immer mit dem Gedanken, ob es wirklich notwendig ist."

Viele Höhen, aber auch Tiefen

Das hat auch etwas mit der Achterbahnfahrt seiner Karriere zu tun. Der gebürtige Ruhpoldinger startete zunächst in der Nordischen Kombination, doch sein außergewöhnliches Flugtalent fiel schnell auf. So wechselte er 2011 zu den Spezialspringern und gewann schon ein Jahr später Team-Gold bei den ersten Olympischen Jugendspielen in Innsbruck.

In der darauffolgenden Saison lag er in seinem allerersten Weltcupspringen nach dem ersten Durchgang sensationell in Führung und belegte am Ende Platz fünf. Eine Woche später führte er das deutsche Team schon zum Sieg. Einen Winter später avancierte Wellinger mit seinem ersten Weltcup-Sieg und dem Team-Olympiasieg von Sotschi endgültig zum deutschen Teeniestar. Der Youngster wurde als Nachfolger von Martin Schmitt der Großverdiener mit dem lila Helm und schien auf dem Weg nach ganz oben.

Am 29. November 2014 stürzte Wellinger jedoch beim Weltcup im finnischen Kuusamo schwer. Er erlitt "nur" schwere Prellungen, aber psychisch hatte er noch einige Zeit dran zu knabbern. "Ich denke schon, dass der Sturz, obwohl ich ihn natürlich gern vermieden hätte, ein wichtiger Punkt in meiner Karriere war. Man lernt aus Fehlern mehr dazu, als aus positiven Momenten", hat er später dazu gesagt.

Die besten Jahre noch vor sich

Seinen früher (wind)anfälligen Sprungstil hat er stabilisiert. Seit dem vergangenen Jahr ist der Mixed-Weltmeister wieder in der Weltspitze angekommen und hat dabei eine besondere Nervenstärke bei Großereignissen bewiesen. Nach zweimal Einzel-Silber bei der WM 2017 und Platz zwei bei der Vierschanzentournee zum Jahresauftakt ist Wellinger nun ganz oben auf dem Skisprung-Thron angekommen.

Wegen dieser wechselvollen Geschichte der vergangenen Jahre ist dieses zweite Olympia-Gold auch viel wertvoller für Wellinger als das erste. "Damals in Sotschi hatte ich überhaupt keine Erwartungshaltung und das Glück, zu einem geilen Team zu gehören. Es waren acht Sprünge nötig, diesmal nur meine zwei. Ich stand allein oben und war der Favorit."

Bundestrainer Werner Schuster glaubt, dass Wellinger noch viele Erfolge feiern wird – und damit auch richtig gutes Geld verdienen kann: "Andreas ist noch hungrig. Er ist erst 22 und kann die Weltspitze noch über Jahre mitbestimmen." Zumal er ein "unglaublich cooler Typ" ist.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de