Olympiasieger Arnd Peiffer: Bundespolizei dient als Absicherung

So viel verdienen unsere Olympia-Stars Olympiasieger Arnd Peiffer: Bundespolizei dient als Absicherung

23.02.2018
Auf einen Blick
  • Nach dem Patzer in der Mixed-Staffel ist Olympiasieger Arnd Peiffer in der Herren-Staffel erneut zur Bestform aufgelaufen.

  • Mit seinem fehlerfreien Schießen hat der 30-Jährige dem deutschen Biathlon-Team zur Bronzemedaille verholfen.

  • Die Goldmedaille im Sprint bringt Arnd Peiffer einen finanziellen Schub. Ausgesorgt hat er damit allerdings nicht.

 

 

 

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Erst Gold im Sprint, dann die verkorkste Mixed-Staffel und schließlich Bronze in der Herren-Staffel. Für Arnd Peiffer war Olympia 2018 eine Achterbahn der Gefühle. Dass er sich im späten Herbst seiner Karriere noch mal die Krone aufgesetzt hat, kann Peiffer immer noch nicht so recht begreifen. "Ich weiß echt nicht, wie das passieren konnte", meinte Peiffer nach dem größten Erfolg seiner Karriere. Die Goldmedaille in Pyeongchang belohnt die Sporthilfe mit 20.000 Euro. Zusätzlich winken höhere Sponsoreneinnahmen.

Von Spitzengehältern weit entfernt

Kopfsponsor ist wie bei vielen deutschen Wintersportlern Viessmann, dazu unterstützen die DKB, Joka, Kornspitz und Dinzler den Biathleten. Seine Ausrüstung bekommt er von Fischer, Salomon, Oneway, Adidas und NFT Sport. Auch das Preisgeld kann sich sehen lassen: In der vergangenen Saison kassierte er im Weltcup gut 77.000 Euro, in diesem Winter könnten sich die Einnahmen am Ende in einem ähnlichen Bereich bewegen.

Das klingt viel, ist aber im Verhältnis zu den Topverdienern der Szene wenig. Der französische Olympiasieger Martin Fourcade oder die deutsche Biathlon-Königin Laura Dahlmeier kommen allein mit ihren Preisgeldern in die Region von 300.000 Euro. Dazu gibt es noch satte Sponsoreneinnahmen.

Mögliche Zukunft als TV-Experte

Peiffer ist aber keiner, den das groß stört. Er will nach Olympia noch das eine oder andere Jahr dranhängen. Sicher auch, um die finanziellen Früchte seines Olympiasieges zu ernten. Wenn er an einem perfekten Tag nicht mehr aufs Podium laufen kann, will er zurücktreten. Ausgesorgt hat er dann allerdings nicht. Der eloquente und intelligente Peiffer könnte sich eine Tätigkeit als TV-Experte vorstellen. Aber die wichtigste Absicherung ist sein Posten als Polizeihauptmeister bei der Bundespolizei: "Wahrscheinlich werde ich da auch nach meiner Karriere bleiben."

Unbequemer Kritiker

Der gebürtige Niedersachse schweigt ansonsten konsequent über sein Privatleben. Er ist genau wie Laura Dahlmeier kein Mensch, der alles von sich preisgeben will. Er passt einfach nicht in das typische Sportler-Raster, macht sich viele Gedanken über Politik wie Doping und gilt als Kritiker des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

"Alles muss immer noch größer werden, noch pompöser: Das führt meines Erachtens in eine Sackgasse", hatte er in einem FAZ-Interview erklärt und die Vergabe der Spiele nach Pyeongchang kritisiert: "Es geht darum, die Spiele an Orte zu vergeben, die geographisch, klimatisch und vom Interesse her besser geeignet sind." Nun hat er ausgerechnet an diesem ungeliebten Ort Olympiagold gewonnen.

Zunächst ging alles schief

Dabei fing der goldene Tag ziemlich chaotisch an. Erst vergaß Arnd Peiffer den Schlüssel für den Waffenschrank. Dann fiel er fast von der Treppe zur Wachskabine, schlug sich den Ellenbogen an einem Geländer an und befürchtete sogar kurz einen Bruch in dem geschwollenen Gelenk. Schließlich musste auch noch der Schlagbolzen in seiner Waffe ausgetauscht werden. "Ich habe gedacht: He‘, das ist ja ein grandioser Tag."

Bundestrainer Mark Kirchner hatte diesen wundersamen Triumph seines Oldies schon vorausgeahnt: "Als wir heute zum Essen gegangen sind, habe ich zu Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig gesagt: ‚Der Arnd ist nach seinem WM-Titel 2011 mal wieder dran.‘ Dass es so ausgegangen ist, ist unglaublich."

Der Bundestrainer als Motivator

Auch zwei andere Anekdoten gab der dreimalige Olympiasieger Kirchner an diesem verrückten Tag seinem Schützling als gutes Omen noch mit. Zum einen, dass er mit Peiffers Startnummer 22 schon einmal selbst einen großen Erfolg gefeiert hatte. Zum anderen, dass Teamkollege Erik Lesser bei den Olympischen Spielen vor vier Jahren in Sotschi nach dem Austausch des Schlagbolzens zu Silber gestürmt war.

"Ich habe zu Mark gesagt: Komm, was hat das schon zu bedeuten", lautete Peiffers Antwort. All diese Ereignisse hatten offenbar viel zu bedeuten, denn am Ende dieses Tages saß der sonst so zurückhaltende Polizeihauptmeister auf den Schultern seiner Teamkollegen und wurde mit "So sehen Sieger aus"-Gesängen gefeiert. "Natürlich war es sehr bewegend, dass ich aufs Podest hüpfen durfte. Aber es freut mich genauso für mein ganzes Team. Das ist ein Erfolg für alle."

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de