Online-Handel: Die Abzocke mit Trading-Plattformen

Verbraucherschützer warnen Online-Handel: Die Abzocke mit Trading-Plattformen

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
15.11.2018
Auf einen Blick
  • Zweifelhafte Trading-Plattformen locken im Internet mit vielversprechenden Renditeaussichten.
  • Nach anfänglichen Erfolgen können Verbraucher meist nur noch Verluste verbuchen. Bei Gewinnen verweigern die Anbieter dieser Plattformen nicht selten die Auszahlung.
  • Fehlt auf einer Internetseite das Impressum sowie eine EU-Lizenz, sollten bei Verbrauchern die Alarmglocken läuten. 
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Das Internet ist voll von Menschen, die vom schnellen Geld träumen. Ein Traum, den sich Internet-Ganoven zunutze machen. Anbieter von sogenannten Differenzkontrakten (CFD) und Devisenhandel (Forex-Trading) versprechen Vebrauchern lukrative Anlagegeschäfte und satte Gewinne.

Doch nach anfänglichen Erfolgen kommt die Ernüchterung. Die Auszahlung der Gewinne wird verweigert oder der Anbieter reagiert nicht mehr auf Anfragen. So liegen beim Marktwächter Finanzen der Verbraucherzentrale Hessen etliche Beschwerden zu 43 verschiedenen Online-Handelsplattformen vor.

Was sind CFDs?

Mit CFDs können Anleger auf die Entwicklung eines bestimmten Basiswertes spekulieren – etwa einer Aktie oder eines Rohstoffs. Im Unterschied zu Optionen oder Futures haben CFDs keine Laufzeit. Als Kapitaleinsatz dient die sogenannte Margin – eine Sicherheitsleistung (circa ein bis zehn Prozent der Gesamtposition). Mit einer Margin von einem Prozent kann der Spekulant seinen Einsatz um den Faktor 100 hebeln. Kosten die Aktien zum Beispiel 100.000 Euro, muss er nur 1.000 Euro als Einsatz beisteuern. Den Rest übernimmt der Handelspartner des CFD-Anbieters.

Vorteil: Steigt die Position um ein Prozent, macht der Anleger 100 Prozent Gewinn (vor Gebühren). Aus 1.000 Euro Einsatz werden somit 2.000 Euro. Das gleiche gilt natürlich auch für die Gegenrichtung: Fällt der Wert der Aktien um ein Prozent, ist der komplette Einsatz weg.

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Immer die gleiche Masche

Wie die Verbraucherschützer berichten, handelt es sich meist immer um die gleiche Masche. Am Anfang wird ein relativ kleines Startkapital von meist 250 Euro oder US-Dollar gefordert. Die anfänglichen Gewinne sollen im Anschluss dazu dienen, das Betrugsopfer zu binden und dadurch mehr Geld in das "Investment" zu pumpen. "Anleger berichten, dass sie zunächst Gewinne machten und ein 'persönlicher Broker' sie überzeugt habe, mit höheren Einzahlungen mehr Gewinne zu erzielen", so die Verbraucherschützer aus Hessen.

Nachdem die höhere Summe auf dem Konto der Trading-Plattform eingegangen ist, herrscht meist Funkstille beim sogenannten persönlichen Broker. "Die Auszahlung von Guthaben wird verschleppt und die 'persönlichen Broker' sind dann meist nicht mehr erreichbar." Anleger, die aus diesem Investment aussteigen möchten, werden teilweise auch mit Telefonanrufen belästigt.

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Nur auf den ersten Blick seriös

Wer einen größeren Geldbetrag investieren möchte, achtet meist auf die Seriosität des Geschäftspartners. Das wissen die Trading-Abzocker auch. So sind die Webseiten meist sehr aufwendig gestaltet und mit prominenten Namen und Logos bekannter Anbieter geschmückt. "Ein Impressum gibt es auf den Seiten hingegen meist nicht." Das Problem: Da sehr viele dieser Plattformen im Ausland registriert sind, haben hiesige Verbraucher schlechte Karten, wieder an ihr Geld zu kommen.

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CFD und Forex statt binäre Optionen

Nachdem die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) und die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA den Vertrieb von binären Optionen einen Riegel vorgeschoben haben, wichen einige Anbieter von Trading-Plattformen einfach auf CFD- und Forex-Trading aus.

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So erkennen Sie unseriöse Trading-Plattformen

Damit Sie nicht auf unseriöses Online-Trading hereinfallen, sollten Sie auf die folgenden Punkte achten:

  • EU-Lizenz: Die Bafin warnt vor Geschäften mit Differenzkontrakten, die auf Plattformen ohne EU-Lizenz abgewickelt werden. Ob Anbieter eine Zulassung für die EU haben, erfahren Sie in der Unternehmensdatenbank der Bafin. Ist ein Anbieter nicht gelistet, hat er auch keine EU-Lizenz.

  • Sitz im Ausland: Stellen Sie sicher, dass der Anbieter seinen Unternehmenssitz nicht im Ausland hat. Das kann es Ihnen im Zweifelsfall zusätzlich erschweren, Ihr Recht durchzusetzen.
  • Freunde werben: Ignorieren Sie Aufforderungen, selbst neue Interessenten zu werben, auch wenn Ihnen hierfür hohe Provisionen oder Renditen versprochen werden.
  • Impressum: Prüfen Sie, ob die Online-Trading-Plattform ein Impressum besitzt. Tut sie das nicht, sollten Sie dort kein Geld anlegen.
  • Mangelnde Transparenz: Misstrauen Sie intransparenten und unverständlichen Geschäftsmodellen, zu denen Sie erst nach Kontaktaufnahme oder Registrierung mehr Informationen erhalten sollen.

  • Kontaktdaten: Im Impressum müssen unter anderem die Adresse, ein Vertretungsberechtigter und eine E-Mail-Adresse angegeben sein. Außerdem sollte es einen Verweis auf das Handelsregister mit entsprechender Nummer geben. 
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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de