Rebellion gegen Bitcoin

Kryptowährungen Rebellion gegen Bitcoin

Ines Baur
von Ines Baur
05.02.2018
Auf einen Blick
  • Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin stürzt Richtung 7.000 Dollar. Kursschwankungen bei Bitcoin und Co. dominieren weiterhin den Handel.

  • Die Bundesbank stellt den Nutzen des Bitcoin als Transaktionsmittel in Frage. 

  • Facebook verbietet Werbung für Bitcoin und andere Kryptowährungen auf seiner Plattform.

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Bitcoin – die weltweit bekannteste und größte Kryptowährung verzeichnete im Januar einen Verlust von rund 30 Prozent. Seit dem Höchststand Mitte Dezember bei gut 19.000 Dollar beläuft sich das Minus sogar auf mehr als 60 Prozent. Experten sehen mehrere Gründe für das Kursdebakel. Als Hauptargument werden die zahlreichen staatlichen Interventionen gegen die Digitalwährung angeführt. Das belegt, dass – allen Unkenrufen aus der Krypto-Szene zum Trotz – die Währung sehr wohl von staatlichen Regulierungen beeinflussbar ist.

Jetzt auch noch Facebook!

Auch zahlreiche Gegenstimmen von Finanzgrößen oder Unternehmern wie etwa George Soros, Warren Buffett und Morgan Stanley schadeten dem Krypto-Taler in den vergangenen Wochen. Jetzt gibt es auch noch eine satte Breitseite von Facebook: Seit Anfang Februar ist keine Werbung mehr für Bitcoin und andere Kryptowährungen auf der Plattform erlaubt. In den Richtlinien steht, dass Finanzprodukte, die "häufig mit irreführenden oder trügerischen Praktiken in Verbindung gebracht werden, wie binäre Optionen, Initial Coin Offerings (ICO) und Kryptowährungen", nicht beworben werden dürfen. Diese Entscheidung der sozialen Plattform ist definitiv kein Vertrauensbeweis für Bitcoin und Co.

Hackerangriffe, Betrügereien am Kryptomarkt und Gerüchte über den Datenklau zwischen Nord- und Südkorea tragen weiter zu negativen Schlagzeilen bei. Ebenfalls versetzt das wachsende Interesse der Finanzämter an Spekulationsgewinnen aus Krypto-Devisen den ehemals euphorischen Anlegern einen Dämpfer.

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Amazon hält sich dezent zurück

Die Frage, warum eigentlich Amazon immer noch nicht die Bezahlung mit Bitcoin akzeptiert, ist Diskussionsstoff in vielen Foren. Eine Überlegung ist die langsame Bearbeitung der Transaktionen. Mit Bitcoins können aktuell nur circa sieben Transaktionen pro Sekunde abgewickelt werden. Zum Vergleich: Amazon schafft in Spitzenzeiten über 500 Transaktionen pro Sekunde. Weiter munkelt man, dass der Gigant an einer eigenen Kryptowährung bastelt. Befeuert werden die Spekulationen dadurch, dass sich Amazon einzelne Website-Adressen wie amazonethereum.com, amazoncryptocurrency.com und amazoncryptocurrencies.com gesichert hat.

Auch der ehemalige Chef des Kaffee-Giganten Starbucks, Howard Schultz, äußerte sich zuletzt kritisch gegenüber Bitcoin: "Ich glaube nicht, dass Bitcoin jetzt oder in Zukunft ein Zahlungsmittel sein wird", sagte Schultz bei einer Telefonkonferenz mit Analysten Ende Januar. Eine Antwort, warum Starbucks Bitcoin nicht akzeptiert, blieb er schuldig. Allerdings räumte Schultz ein, dass andere Kryptowährungen – ohne konkrete Namen zu nennen – durchaus Potenzial hätten.

Das ökologische Desaster

Der Bitcoin ist eine hochspekulative Anlage. Das ist eigentlich nichts Neues. Auf eine bisher wenig beachtete Nebenwirkung macht nun Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele aufmerksam. Der Energieverbrauch im Bitcoin-Handel sei um ein Vielfaches höher als der des herkömmlichen Geldgeschäfts, heißt es in seinem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".

"Allein die Abwicklung einer Transaktion im Bitcoin-Netzwerk verbraucht rund 427 Kilowattstunden", schrieb Thiele. "Diese Energiemenge reicht aus, um einen durchschnittlichen deutschen Vier-Personen-Haushalt für mehr als einen Monat mit Strom zu versorgen." Nach Schätzungen der Bundesbank liege so der Stromverbrauch einer Bitcoin-Transaktion rund 515.000 Mal höher als der einer normalen Überweisung. "Aus ökonomischer und ökologischer Sicht haben Bitcoin ihre Grenzen erreicht, denn der Nutzen von Bitcoin als Transaktionsmittel steht in keinem vernünftigen Verhältnis zu den hohen Übertragungsgebühren und dem extrem hohen Stromverbrauch," lautet das Fazit von Thiele.

Biallo-Lesetipp

Welche Chancen und Risiken stecken in Bitcoin und Co.? Lesen Sie dazu auch die große Krypto-Serie von biallo.de:

Teil 1: Revolution in der Finanzwelt

Teil 2: Mega-Blase oder digitales Gold

Teil 3: Ethereum - der Geheimtipp

Teil 4: Ripple, Litecoin, Ehtereum und Co. im Krypto-Hype

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de