Richard Freitag: "Ich will Olympia vor allem genießen"

So viel verdienen unsere Olympia-Stars Richard Freitag: "Ich will Olympia vor allem genießen"

von Lars Becker
16.02.2018
Auf einen Blick
  • Richard Freitag springt derzeit die Saison seines Lebens. Mit Olympia-Gold könnte er seiner Karriere die Krönung aufsetzen.

  • Finanziell hinkt Freitag bislang dem Doppel-Olympiasieger Andreas Wellinger hinterher (Mannschafts-Gold in Sotschi und Einzel-Gold in Pyeongchang).

  • Mit einem Olympia-Erfolg und weiteren Preisgeld-Einnahmen im Weltcup könnte Freitag zu den Top-Verdienern aufrücken.
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Seit Richard Freitag einen Oberlippenbart trägt, klappt es auch mit dem Fliegen viel besser. Der 26-Jährige erlebt gerade den besten Winter seiner Karriere. Gold in Pyeongchang wäre natürlich die Krönung für den Skispringer aus dem Erzgebirge – sein Teamkollege Andreas Wellinger hat es auf der Normalschanze bereits vorgemacht.

Am 17. Februar werden die Karten auf der Großschanze neu gemischt. Am 19. Februar folgt dann das Team-Springen. Pro Olympia-Sieg erhält jeder deutsche Sportler 20.000 Euro von der Sporthilfe.

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Die starken Leistungen im Weltcup haben sich für Freitag finanziell gelohnt. Drei Siege, sechs weitere Podestplätze und die anderen Top-Platzierungen brachten bislang 97.500 Schweizer Franken (84.641 Euro) Preisgeld ein – damit ist er auf Platz zwei hinter Top-Verdiener und Vierschanzentournee-Sieger Kamil Stoch aus Polen mit 140.000 Franken (90.545 Euro).

So viel hat der 26-Jährige bislang noch nie in einem Weltcup-Winter verdient. Bis auf vereinzelte Highlights – wie 2015 dem ersten deutschen Tournee-Tages-Triumph seit zwölf Jahren in Innsbruck – blieb bis zu diesem Winter der lange erwartete große Durchbruch aus. Freitag musste viele Enttäuschungen wegstecken: So fehlte er 2014 beim deutschen Team-Olympiasieg genauso wie beim Mixed-Weltmeistertitel 2017.

Aber in diesem Winter ist er explodiert, vor Olympia holte Freitag mit Bronze bei der Skiflug-Heim-Weltmeisterschaft in Oberstdorf seine erste große Einzel-Medaille. "Richie kommt sportlich eher von der dynamischen Seite, hat seinen Sprung aber in letzter Zeit adaptiert. Er nimmt viel mehr Geschwindigkeit in den Flug mit und kann deshalb nun auf allen Schanzen vorn mit dabei sein", sagt Bundestrainer Werner Schuster. "Richard ist feinfühlig, akribisch und sensibel. Er muss die Leichtigkeit finden und loslassen –  das ist ihm in diesem Winter bislang so gut wie nie zuvor gelungen."

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Finanziell noch nicht bei den ganz Großen

Finanziell hinkt Freitag bislang den von Großsponsoren wie Milka oder Avis unterstützten Doppel-Olympiasieger Wellinger hinterher. Die Liste von Richard Freitags Partnern und Ausrüstern ist aber mit Viessmann (Kopfsponsor), Nudossi (Skisponsor), der Sparkasse, Adidas, Uvex und Fischer aber durchaus beeindruckend. Mit einem Olympia-Erfolg und weiteren Preisgeld-Einnahmen im Weltcup könnte Freitag auch in die Liste der Skispringer aufrücken, die pro Jahr im mittleren sechsstelligen Bereich verdienen.

Das Geld könnte Richard Freitag gut gebrauchen, schließlich ist er im vergangenen Jahr aus der sächsischen Heimat ins teure Oberstdorf gezogen. "In mir ist der Gedanke gereift, dass ich meinen Weg im Sport weitergehen und alles für den Erfolg tun will. Also habe ich mich gefragt: Was kann mir helfen? Der Umzug nach Oberstdorf war die Folge", sagt Freitag.

"Ich bin ja ein sehr heimatverbundener Mensch und werde ganz sicher irgendwann wieder ins Erzgebirge zurückkehren. Deshalb habe ich mich immer gefragt, wie die Reaktion ist, wenn ich für eine Zeit weggehe. Aber es wurde in der Heimat super angenommen. Es war genau dieser Rückhalt, der mir den Rücken gestärkt hat."

Freitag steht Blütezeit noch bevor

Chefcoach Schuster glaubt, dass die Blütezeit von Richard Freitag erst jetzt beginnt. Gerade deshalb, weil er ganz offensichtlich die nötige Lockerheit gefunden hat, seitdem er den Schnauzbart trägt: "Ich will auch Olympia vor allem genießen. Das ist etwas Einmaliges, da kann man glücklich sein, das überhaupt zu erleben. Ich sage immer: Sport und die Liebe zur Bewegung sollte eine Lebenseinstellung sein. Und nicht die Jagd nach dem Podest. Oder nach Geld."

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de