Edelmetalle

Rohstoff-Guru Weinberg: Goldpreis vor nächstem Kursschub

Update: 10.08.2018
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Auf einen Blick
  • Zuletzt sackte der Goldwert erstmals seit 2017 wieder unter die psychologische Marke von 1.200 US-Dollar je Feinunze.

  • Experten machen dafür die boomende US-Wirtschaft und das gesteigerte Angebot verantwortlich.

  • Anleger dürfen sich aber Hoffnungen auf einen baldigen Preisanstieg machen.
Von der einst historischen Marke von 1.921 US-Dollar ist der Goldpreis dieser Tage weit entfernt.
Olivier Le Moal / Shutterstock.com

Handelskrieg, Irankonflikt, Inflation: Eigentlich müsste der Goldpreis angesichts der geopolitischen Lage durch die Decke gehen. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Laut Daten des World Gold Council (WGC) ist die Goldnachfrage sogar so niedrig wie seit 2009 nicht mehr. Am 7. August 2018 sackte der Goldpreis erstmals seit Frühjahr 2017 wieder unter die Marke von 1.200 US-Dollar.

Zwar hat der Goldpreis die psychologisch wichtige Marke zuletzt wieder zurückerobert. Doch viele Anleger fragen sich derzeit, warum die Krisenwährung gerade in der Krise schwächelt.

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US-Wirtschaft boomt, Gold schmiert ab

"In den letzten Monaten ist der Goldpreis vor allem durch Verkäufe in den USA unter Druck geraten. Diese wurden sowohl durch institutionelle Anleger wie Hedgefonds vorgenommen als auch durch private Investoren. Damit fehlte auf der globalen Nachfrageseite ein wichtiger Baustein, der in den vergangenen Jahren auf dem Markt stets eine verlässliche Komponente war", erklärt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Sprecher der Geschäftsführung bei Degussa Goldhandel. Die Ursache der Verkäufe liege darin, dass die potentiellen Gefahren auf den Finanzmärkten aktuell nicht im Fokus der Anleger stehe.

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Dafür verantwortlichen seien die guten Wirtschaftsdaten aus den USA. Für das zweite Quartal 2018 konnte das Weiße Haus ein Wirtschaftswachstum von 4,1 Prozent verzeichnen. Der aktuell starke US-Dollar macht dem Goldkurs zusätzlich zu schaffen. Denn ein starker US-Dollar verteuert das Edelmetall für Käufer aus anderen Währungszonen und lässt die Nachfrage dementsprechend sinken.

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Angebot lässt die Nachfrage sinken

Doch nicht nur der starke Dollar und der historische Wirtschaftsboom in den USA setzen den Goldpreis mächtig unter Druck. Als weiteren Grund für den Kursverfall machen Analysten das üppige Angebot verantwortlich. So stieg die Goldfördermenge im zweiten Quartal auf 1.120 Tonnen, nahe auf Rekordniveau. Die wichtigen Goldförderländer Kanada, Indonesien und Russland steigerten ihre Produktion im zweistelligen Bereich.

Krise oder keine Krise?

Angesichts der täglichen Krisenmeldungen könnte man meinen, die Welt stehe unmittelbar vor dem Abgrund. Doch Anleger lassen solche Meldungen bis jetzt kalt. "Schaut man auf die Aktienmärkte oder auf die Risikoaufschläge bei den anderen Finanzmärkten muss man feststellen, dass Anleger keine Krise spüren und sich sicher fühlen", sagt Eugen Weinberg, Rohstoffanalyst der Commerzbank. Zu sicher, wie der Experte erklärt: "Wir sehen die Krisen momentan eher als unterbewertet an. Wir sehen durchaus Potenzial für eine schwere Volatilität, für eine steigende Nachfrage nach Gold und somit einen deutlich höheren Goldpreis in den kommenden Monaten."

Wie wird sich der Goldpreis entwickeln?

Der jüngste Absturz des Goldpreises dürfte bei vielen Anlegern für Hochspannung gesorgt haben. Ist jetzt der Zeitpunkt für den Einstieg gekommen? "Es ist eine gute Ausgangslage für denjenigen, der sich mit Goldinvestments längerfristig beschäftigt und Gold in erster Linie nicht als Spekulationsobjekt, sondern als Schutz sucht", erklärt Weinberg.

Dabei können sich Gold-Jünger durchaus Hoffnungen machen. So schätzt der Experte, dass es nach dem massiven Pessimismus zu einem baldigen Preisanstieg kommen könnte. "Nach heutigen Einschätzungen dürfte der Goldpreis bis Ende 2019 über 1.400 vielleicht sogar auf 1.500 US-Dollar je Feinunze steigen".

Video-Interview mit Prof. Polleit: Goldpreis schlägt Dax




  Kevin Schwarzinger


 

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