Sicherer Hafen im hohen Norden

Geldanlagen in exotischen Märkten Sicherer Hafen im hohen Norden

von Lars Becker
27.04.2017
Auf einen Blick
  • Norwegen eröffnet Geldanlegern Chancen. Die Leistungsbilanz des Landes und die Wachstumsaussichten sind positiv.

  • Marktkenner sehen in Aktienfonds wie auch Einzelwerten von Unternehmen noch viel Potenzial.  
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7955 Milliarden Norwegische Kronen - das ist der gigantische Marktwert des staatlichen Pensionsfonds. Diese umgerechnet etwa 855 Milliarden Euro machen virtuell jeden der 5,25 Millionen Norweger in ihrer Landeswährung zum Millionär. Der größte Staatsfonds der Welt investiert seit fast drei Jahrzehnten Einnahmen aus der Öl- und Gasförderung weltweit in Aktien, Anleihen und Immobilien. Dem Fonds, der jährlich eine Rendite von drei bis vier Prozent an den norwegischen Staatshaushalt abführt, gehören auch beträchtliche Anteile von Dax-Unternehmen. Zum Beispiel über drei Prozent von BMW.

"Der Staatsfonds der Norweger ist eine super Idee und in Sachen Zukunftssicherung ausgesprochen sinnvoll, weil die Wirtschaft des Landes momentan sehr stark von endlichen Ressourcen wie Öl oder Gas lebt. Meiner Meinung nach wäre solch ein Fonds auch für Deutschland mit seinen Leitungsbilanzüberschüssen ein probates Mittel, das politisch leider kaum diskutiert wird", erklärt Ulrich Stephan gegenüber biallo.de.

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Der Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank für die Privat- und Firmenkunden findet Norwegen aber nicht nur deshalb interessant. Auch für die eigene Geldanlage ist das Land der Wikinger eine spannende Alternative. Die Stimmungsindikatoren sprechen für sich: Der PMI-Einkaufsmanagerindex ist auf einem Dreieinhalbjahreshoch. Zudem wurde zuletzt die norwegische Krone im Verhältnis zum Euro abgewertet, die Löhne steigen nur moderat, die Zinsen sind niedrig, die Leistungsbilanz und die Wachstumsprognosen positiv. Mit zwei Prozent rechnet das Analystenteam von Stephan in diesem und dem nächsten Jahr.

Nische mit speziellem Markt

"Wir gehen zudem davon aus, dass die norwegische Krone zur Stärke tendieren und sich im Verhältnis zum Euro in Richtung 8,50 bewegen wird. 2018 könnten es sogar 8 Kronen werden", so Stephan. Aktuell bekommt man für einen Euro 9,30 norwegische Kronen. Falls also die Prognose von Stephan eintrifft, wäre ein Investment in norwegische Firmen schon allein wegen der Wechselkursveränderungen interessant. Dazu kommt, dass Norwegen als vergleichsweise sicherer Hafen für Anleger gilt. In Zeiten politischer Unsicherheiten könnte das dem Aktienmarkt in Norwegen zusätzliche Mittelzuflüsse bringen.

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"Norwegen ist sicher eine Nische mit einem kleinen und sehr speziellen Markt. Energiewerte mit dem Staatsunternehmen Statoil machen etwa 30 Prozent im Index aus, Finanzwerte etwa 15 Prozent. Beide Branchen sind in der derzeitigen Entwicklung interessant", so Stephan. Der Index der Osloer Börse (OBX) hat in den letzten drei Monaten über vier Prozent an Wert verloren, gerade deshalb kann ein Einstieg jedoch interessant sein. Um breit zu diversifizieren, ist die Anlage in einem Aktienfonds wie dem DNB Norge zum empfehlen.

3
 
Name
ISIN
Wertzuwachs p.a.
 
1.
Synergy Smaller Cies A
FR0010376343
16,46%
2.
H & A Aktien Small Cap EMU B
LU0100177426
16,39%
3.
Lupus alpha Smaller Euro Champions A
LU0129232442
16,27%
Laufzeit: 5 Jahre

Vielverprechende Einzelwerte

Es gibt aber auch interessante Einzelwerte wie der Aluminiumproduzent Norsk Hydro oder Marine Harvest, der größte Zuchtlachskonzern der Welt. Wie sich der Kurs des OBX-Schwergewichts Statoil künftig entwickeln wird, hängt auch davon ab, welche Richtung der Ölpreis nach dem im Mai anstehenden Opec-Treffen nehmen wird. Stephan: "Ich gehe davon aus, dass die im Dezember von der OPEC beschlossenen Produktionskürzungen verlängert werden. Damit dürfte sich der Ölpreis bei 55 bis 60 Dollar pro Barrel einpendeln. Von einem stabilen bis leicht steigendem Ölpreis wird Norwegen weiter profitieren", so Stephan.

Biallo-Tipp

Norwegen kann in politisch unsicheren Zeiten durchaus ein guter Tipp für sicherheitsbewusste Anleger sein. Die Rücksetzer des Aktienmarkts der letzten Monate und die Abwertung der norwegischen Krone sind gute Argumente für einen Einstieg - allerdings nur mit einem Teil des Vermögens und breit gestreut.

Gute Aussichten für Norwegen also, das allerdings auch vor großen Herausforderungen steht. Die Immobilienpreise gehen momentan durch die Decke und die rohstoffgetriebene Wirtschaft muss mit Blick auf die Zukunft umgebaut werden. Investitionen in neue Industriezweige, digitale Dienste und Bildung sind nötig. Genügend Geld dafür hat das Land durch seinen Staatsfonds jedenfalls auf der hohen Kante.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de