Edelmetall

So investieren Sie goldrichtig

Update: 27.04.2018
Kevin Schwarzinger
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Auf einen Blick
  • Wenn es an den Börsen knallt, retten sich viele Anleger in den vermeintlich sicheren Hafen Gold.

  • Als Anlage in Krisenzeiten eignen sich Münzen und Barren. Für manche Anleger könnte Papiergold interessant sein.

  • Rohstoff Experte Martin Siegel rechnet damit, dass der Goldpreis sein Allzeithoch von 1.910 US-Dollar aus dem Jahr 2011 überwinden könnte.
Goldbarren mit dem größtmöglichen Feingoldgehalt von 999,9/1.000, auch four nine fine genannt.
Sebastian Duda / Shutterstock.com

Ob drohender Handelskrieg, Syrien-Konflikt oder Trumps Twitter-Tiraden. Selten gab es so viele Risiken an den Finanzmärkten. Vor allem in turbulenten Zeiten genießt Gold den Ruf eines sicheren Hafens – und diesem Ruf machte das Edelmetall zuletzt alle Ehre. Während die Börsen in diesem Jahr zeitweise auf Talfahrt gingen, zeigte sich der Goldpreis von den Turbulenzen unbeeindruckt. Doch der ganz große Durchbruch für das Edelmetall blieb bislang aus.

Denn während der US-Dollar-Index (USDX), der den Wert der US-Leitwährung in Relation zu einem Währungskorb abbildet, auf dem höchsten Stand seit dreieinhalb Monaten notiert und die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe auf den höchsten Stand seit vier Jahren geklettert ist, gerät der Goldpreis zunehmend unter Druck und nähert sich seinem Fünf-Wochen-Tief. Die Entspannungspolitik im Handelsstreit zwischen China und den USA setzt den Goldpreis zusätzlich unter Druck, so die Meinung vieler Experten. Denn nur in der Krise kann Gold sein Potenzial voll ausspielen – doch die nächste Krise kommt bestimmt.

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In physisches Gold investieren

Deutsche Anleger gelten als besonders sicherheitsbewusst. Sie machen meist einen weiten Bogen um die Börse und investieren lieber in konservative Geldanlagen. Daher dürfte es kaum verwunderlich sein, dass Anleger eine besondere Affinität zu dem gelben Edelmetall haben. Laut einer Studie der Lobby-Organisation World Gold Council aus dem Jahr 2016 investierten deutsche Sparer 6,8 Milliarden Euro in Gold.

Demnach entfiel auf Deutschland die weltweit höchste Pro-Kopf-Nachfrage nach Anlagegold. Im Gegensatz zu anderen Edelmetallen spielt Gold für die industrielle Produktion keine Rolle. Es dient überwiegend zum Werterhalt. Besonders beliebt sind dabei Anlagemünzen wie Krügerrand, Wiener Philharmoniker und Maple Leaf.

"Empfehlenswert ist der Kauf von ganzen Unzen. Diese Größe ist mit etwa 1.100 Euro noch überschaubar und wird auch gerne von jedem Händler wieder zurückgekauft", sagt Martin Siegel, Fondsmanager des Stabilitas Pacific Gold and Metals. Grundsätzlich gilt: Je geringer das Gewicht der Münze, desto stärker fällt die Händlermarge in Relation zum Goldwert ins Gewicht.

Wem es beim Goldinvestment hauptsächlich um die Rendite geht, für den eignen sich Goldbarren. Ihre Herstellung ist verhältnismäßig einfach, und der Preis kommt dem reinen Materialwert am nächsten. Dadurch liegen die An- und Verkaufspreise der Händler auch dicht zusammen. Vom Kauf von Tafelbarren (international als CombiBars bezeichnet) mit jeweils nur einem Gramm Gewicht ist abzuraten. "Der Aufschlag auf den Materialwert liegt hier oft über 20 Prozent", schreibt Stiftung Warentest in ihrer Mai-Ausgabe.

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Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
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211,10
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Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities)

Bei Gold-ETCs handelt es sich um befristete Schuldverscheibungen. Das Emittentenrisiko trägt der Investor. Sollte also der Herausgeber eines ETCs in Schieflage geraten, sind Anleger ihr Geld los. "Die Wahrscheinlichkeit, dass ein ETC-Anbieter pleitegeht ist genau so groß wie die Wahrscheinlichkeit vor der Finanzkrise, dass eine etablierte Investmentbank kollabiert. Ich würde daher dringend von Investments in ETCs abraten", warnt Siegel.

Anleger sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass sie in Papiergold investieren. Als echte Krisenvorsorge sind diese Wertpapiere nicht geeignet.

Minen-Aktien – Es droht Totalverlust

Hierbei handelt es sich um eine Aktienanlage. Nur, dass Anleger nicht in die Anteilsscheine von Banken, Automobilherstellern oder Chemiekonzernen investieren, sondern in Gesellschaften, die nach Goldminen suchen oder bereits welche betreiben. Grundsätzlich gilt es zwischen folgenden Unternehmen zu unterscheiden:

  • Explorationsgesellschaften: Sie suchen nach profitablen Goldreserven mit der Absicht, gegebenenfalls später mit der Produktion zu beginnen.

  • Angehende Produzenten: Diese Unternehmen verfügen bereits über die notwendigen Ressourcen und stehen kurz vor Produktionsbeginn.

  • Juniorproduzenten: Unternehmen, die gerade die Produktion aufgenommen haben.

  • Seniorproduzenten: Unternehmen, die bereits seit vielen Jahren Gold fördern. Viele dieser Seniorproduzenten kommen auf ein Fördervolumen von 500.000 Unzen im Jahr.

Wichtig: Wer Minen-Aktien kauft, geht immer Risiken ein. Die Wertentwicklung hängt nicht nur vom Goldpreis ab. Hinzu gesellen sich wirtschaftliche und politische Risiken in den Förderländern. Im schlimmsten Fall droht die Pleite – und dem Anleger der Totalverlust seines Kapitals. Auf der anderen Seite ist die Investition in eine Goldmine eine Möglichkeit, um mit einem Hebeleffekt vom Goldpreis zu profitieren. 

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Optionsscheine – Spiel mit dem Feuer

Die einen schwören darauf und schwärmen von einem Rendite-Turbo dank Hebeleffekt, für die anderen sind Optionsscheine Teufelszeug, das allenfalls für Hasardeure und Spekulanten, nicht aber für Otto-Normal-Sparer geeignet sind. Optionsscheinen eilt der Ruf voraus, außerordentlich komplex und risikobelastet zu sein. Mit Optionsscheinen haben Anleger die Möglichkeit, auf steigende Kurse und Preise zu setzten (Call-Optionsscheine), aber auch auf fallende (Put-Optionsscheine).

Biallo-Tipp: Bei Optionsscheinen handelt es sich einfach ausgedrückt um Finanzwetten. So verlockend die Renditechancen auch sein mögen: Biallo.de rät dringend von Optionen ab. Das Geschäft ist hochriskant, es droht der Totalverlust.

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Der Goldpreis: Quo vadis Aurum?

Wie geht es mit dem Goldpreis nun weiter? Diese Frage beschäftigt derzeit viele Rohstoffexperten. Für Martin Siegel steht fest: Der Goldpreis hat noch Luft nach oben. "Ich glaube, dass Gold deutlich zulegen kann. In einem Umfeld steigender Zinsen sind Investitionen in Anleihen wegen der fallenden Kurse keine Alternative. Immobilien sind weltweit hoch bewertet. Der Goldpreis hat dagegen noch ein Kurspotential von 50 Prozent bis zu seinem bisherigen Allzeithoch".

Die Chance, dass Anleger Gold in einem Szenario mit steigenden Zinsen als Anlagealternative wiederentdecken, hält der Experte für ziemlich groß. Siegel geht davon aus, dass Gold sein Allzeithoch von 2011 mit 1.910 US-Dollar (1.565 Euro) überwinden könnte. "Ob das Potenzial dafür schon innerhalb der kommenden zwölf Monate ausgeschöpft wird, bleibt offen".

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