Zinswende USA

Sollten Anleger jetzt US-Anleihen kaufen?

Update: 15.12.2016
Sebastian Schick
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Unser Surf-Tipp!
Auf einen Blick
  • Renditen von US-Anleihen deutlich im Aufwind. Mix aus steigenden Zinsen und steigendem Dollar erscheint verlockend.
  • Landesbank Hessen-Thüringen rechnet nach dem jüngsten Mini-Crash kurzfristig mit Konsolidierung am US-Rentenmarkt.
Zentrale der geldpolitischen Macht: Hauptsitz der Federal Reserve in Washington.

Deutsche Sparer können derzeit nur neidisch über den großen Teich blicken: Während hierzulande die Einführung von Strafzinsen die Runde macht, ist die Zinswende in den USA längst angekommen. Am Mittwochabend hat die US-Notenbank die Leitzinsen um 25 Basispunkte erhöht. Damit liegt der US-Leitzins jetzt in einer Spanne von 0,5 bis 0,75 Prozent. Für 2017 kündigte die Fed-Chefin Janet Yellen weitere Zinsschritte an. Nach Yellens Vorhersage soll der US-Leitzins Ende 2017 schon bei 1,4 Prozent liegen.

Fed drückt Euro Richtung Parität

Der jüngste Zinsschritt in den USA erhöht den Druck auf den Euro. Am Donnerstagmittag ist die europäische Gemeinschaftswährung erstmals seit fast 14 Jahren unter 1,04 Dollar gefallen. So schwach notierte der Euro zuletzt im Januar 2003. Nach Ansicht von Währungsexperten könnte die Parität – also die Währungsgleichheit von Euro und US-Dollar - schon bald erreicht sein.

Der Mix aus steigendem Dollar und steigenden Zinsen scheint für deutsche Anleger äußerst attraktiv zu sein. Schließlich lässt die erhoffte Zinswende hierzulande noch auf sich warten. Wegen der politischen Unsicherheiten um Italien mit seinen Staatsschulden von 2,2 Billionen Euro hat die EZB derzeit wenig Handlungsspielraum. "Eine Chance, zumindest den kritischen negativen Einlagensatz von -0,4 Prozent anzuheben, ergibt sich frühestens in 2018", meint Ulf Krauss, Rentenmarktstratege bei der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Spätestens bis zum Ende seiner Amtszeit im November 2019 dürfte Mario Draghi angesichts nachhaltig höherer Inflationsraten die extreme Zinspolitik zumindest ansatzweise korrigieren."

Und ewig lockt der Zins

Auch wenn die Renditen bei US-Anleihen derzeit verlockend erscheinen, sollten deutsche Anleger das gestiegene Währungsrisiko beachten. Zwar rechnet Krauss nach dem Mini-Crash am US-Rentenmarkt mit einer Konsolidierung. Allerdings seien die Probleme am Devisenmarkt nicht von der Hand zu weisen: "Mittelfristig sehen wir den US-Dollar angesichts seiner hohen Bewertung unter Druck", so der Helaba-Experte. "Wir erwarten einen Euro-Dollar-Kurs von 1,10 am Jahresende 2017."

Biallo-Tipp

Trotz attraktiver Zinscoupons sollten Anleger derzeit lieber einen Bogen um US-Staatsanleihen machen. Zu groß ist das Risiko, dass man sich die Finger verbrennt. Zumal nach dem jüngsten Mini-Crash weitere Kursrückgänge kurz- bis mittelfristig nicht ausgeschlossen sind.
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Anbieter
Zinsertrag
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Betrag 10.000 €, Laufzeit 3 Monate



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