Stabiler Goldpreis: Zeit für Goldminen-Aktien?

Edelmetalle Stabiler Goldpreis: Zeit für Goldminen-Aktien?

von Lars Becker
09.03.2018
Auf einen Blick
  • Der Goldpreis zeigt sich in den vergangenen Wochen äußerst stabil. Die jüngsten Turbulenzen an den Aktienmärkten lassen das Edelmetall kalt.

  • Experten erwarten in den nächsten Monaten steigende Goldkurse. Das spricht auch für ein Comeback der Goldminen-Aktien.

  • Ein Investment in Goldminen ist allerdings äußerst spekulativ und eher etwas für Profis. Vor allem bei kleinen Explorationsfirmen sollten Anleger sehr vorsichtig sein.

 

 

 

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Der Goldpreis macht seinem Ruf als sicherer Hafen im Moment alle Ehre. Während die Aktienmärkte zuletzt heftig durchgeschüttelt wurden, hielt sich der Preis für eine Feinunze Gold stabil über der 1.300-Dollar-Marke. Auch in Euro gerechnet pendelte der Wert von 1.070 bis 1.080 Euro vor sich hin. Die Ruhe vor dem Sturm? Immer mehr Experten sagen einen Durchbruch des Goldpreises nach oben bevor und das hat gute Gründe.

"In Anleihen investiert wegen der niedrigen Zinssätze kein vernünftiger Anleger mehr. Bei Aktien sind wegen der hohen Bewertungen keine großen Gewinne mehr zu machen. Auch Immobilien sind wegen Rekordpreisen ausgelutscht und die Rendite lohnt sich nicht mehr so richtig", sagt Edelmetall-Experte Martin Siegel im Gespräch mit biallo.de. "Das Potenzial ist also hier nahe Null. Deshalb empfehlen zunehmend Anlageberater und Analysten, dass bei Rohstoffen und Gold noch etwas zu holen ist."

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Geldmengen-Wachstum spricht für Gold

Nicht zu Unrecht: Schließlich hat der Goldpreis noch circa 50 Prozent Luft bis zum Allzeithoch vom 6. September 2011 bei 1.920 US-Dollar. Wegen der Niedrigzinspolitik der Zentralbanken ist weiterhin schier endlos Geld auf dem Markt, das irgendwo angelegt werden muss. "Dass der Preisanstieg bei Öl oder Gold kommen muss, steht fest. Es ist nur die Frage, wann in den nächsten Monaten", sagt Siegel. Den genauen Zeitpunkt kann auch der erfahrene Mann nicht vorhersagen. Genau wie auf allen anderen Märkten werde die Preisentwicklung von den großen Spielern der Branche gesteuert.

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Geduld ist bei Edelmetall-Anlegern die wichtigste Tugend. "Man muss Phasen der Abwärts- und Seitwärtsbewegung wie gerade jetzt aushalten können. Psychologisch ist die Anlage schwieriger als in Aktien, weil es beim Gold fünf Jahre nach unten gehen kann und dann dafür ein Jahr richtig nach oben. Am Ende ist das Ergebnis das Gleiche", sagt Siegel. Sein Stabilitas-Fonds hat sich von Januar bis August 2016 mehr als verdoppelt, seither aber wieder rund ein Drittel abgegeben. Trotzdem hat Gold langfristig die Inflation stets mehr als ausgeglichen. Und die nächste Preisexplosion der begehrten Edelmetalle könnte kurz bevorstehen.

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Drei Anlagestrategien für Edelmetall-Anleger

Für diesen Fall hat Siegel drei Szenarien parat. Fall 1 ist ein risikobereiter Student, der 2.000 Euro möglichst gewinnbringend im Edelmetallsektor anlegen will. Dem würde der Experte ein Investment in Aktien großer Silberminen wie Silvercorp, Wheaton Precious Metals oder Pan American Silver empfehlen. Hier seien kurzfristig bei einem Anstieg der Edelmetallpreise die größten Gewinne zu machen.

Zur Erklärung: Langfristige Beobachtungen zeigen, dass Anleger zu zwei Teilen Gold immer noch ein Teil Silber kaufen. Das Preisverhältnis zwischen beiden Edelmetallen ist allerdings 10:1, deshalb schießt der Silberpreis bei wachsender Nachfrage immer schneller nach oben als der für Gold.

Fall 2 ist ein Erwachsener mit mittlerem Einkommen, der 20.000 Euro anlegen will. Hier empfiehlt Siegel ein Investment von 10.000 Euro in physisches Gold (zum Beispiel über die Anlagemünze Krügerrand oder Barren), 5.000 in Silber und die restlichen 5.000 Euro in Silber- oder Goldaktien wie Evolution Mining, Endeavour Mining und AngloGold Ashanti.

Im Fall 3 eines Millionärs, der eine siebenstellige Summe für seinen Ruhestand anlegen will, empfiehlt der Experte aus Sicherheitsgründen für die gesamte Summe physisches Gold: "Das hat über 5.000 Jahre immer seinen Wert behalten und tendenziell gesteigert." Von ETFs rät Siegel ab, weil man so nur Papier statt echtes Gold besitzt.

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Biallo-Tipp

Gold gehört als Inflations- und Krisenschutz in jedes gut diversifizierte Depot. Biallo.de empfiehlt je nach Risikoneigung eine Beimischung von physischem Gold in Höhe von fünf bis zehn Prozent. Als Hebel auf den Goldpreis eignen sich auch Aktien von Silber- und Goldminenunternehmen. Allerdings ist hier das Risiko auch viel höher. Vor allem vor den sogenannten "Hot Stocks", die in diversen Börsenforen und Newslettern empfohlen werden, sollten Sie sich hüten. Wenn überhaupt, dann sollten Sie nur die Big Player auswählen und nicht das Risiko mit kleinen Explorationsfirmen eingehen.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de