Starten Gold und Silber 2018 ein Comeback?

Edelmetalle Starten Gold und Silber 2018 ein Comeback?

Lars Becker
von Lars Becker
29.12.2017
Auf einen Blick
  • Auf Euro-Basis hat der Goldpreis 2017 Federn gelassen. In der Leitwährung US-Dollar konnte das Edelmetall allerdings zulegen.

  • Edelmetall-Experten sehen für 2018 gute Chancen, dass Gold und Silber ein Comeback starten.
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Die Aktienmärkte knacken immer neue Rekordwerte, Immobilien sind in den meisten Regionen so teuer wie nie zuvor und der Wert eines Bitcoins hat sich binnen Jahresfrist fast verzwanzigfacht. Nicht vom allgemeinen Boom profitiert haben im Jahr 2017 jedoch die Edelmetalle Gold und Silber. Gold ist im 52-Wochen-Vergleich knapp ein Prozent im Minus (Stand 29. Dezember). Dabei spielt auch die Stärke des Euro eine entscheide Rolle - in Dollar gerechnet ist das wichtigste Edelmetall mehr als zwölf Prozent im Plus.

Edelmetalle mit Nachholpotenzial?

"2017 war aus Sicht der Goldanleger ein verlorenes Jahr. Gold und Silber wurden durch die Aktienmärkte und den Hype um die Kryptowährungen in den Schatten gestellt", sagt Edelmetall-Experte Martin Siegel, Fondsmanager des Stabilitas - Pacific Gold+Metals, im Gespräch mit biallo.de.

Warum Gold und Silber vom Aufwärtstrend an den Märkten abgekoppelt sind, lässt sich schwer begründen. Das Umfeld für steigende Preise ist nämlich eigentlich extrem positiv: Die Wirtschaft brummt weltweit und die Zentralbanken überschwemmen den Markt mit billigem Geld. Selbst die jüngsten Zinserhöhungen in den USA haben dem Goldpreis nichts anhaben können.

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"Jetzt braucht es nur noch ein Kaufsignal, dann geht es ab", glaubt Siegel, schränkt aber gleich wieder ein: "Es kann niemand verlässlich prognostizieren, ob das 2018, 2019 oder noch später sein wird." Bei Gold und Silber ist nämlich Geduld und langfristiges Denken gefragt. Zwischen 1981 und 1999 zum Beispiel stürzte der Kurs in den Keller, um dann raketenartig von einem Ausgangswert um die 250 Dollar bis auf den historischen Höchststand von 1920,65 Dollar (6. September 2011) nach oben zu schießen. Seitdem korrigiert das Edelmetall und pendelt aktuell um 1.250 Dollar. "Ich könnte mir gut vorstellen, dass beim Goldpreis in den nächsten Jahren Luft bis 2.500 Dollar ist. Dann hätte sich der Wert in den letzten 20 Jahren verzehnfacht", sagt Siegel.

Bitcoin läuft Gold den Rang ab

Ob dieses Szenario tatsächlich eintritt, hängt jedoch auch davon ab, wie sich die Bitcoin-Blase weiter entwickelt. Immer mehr gierige Anleger versuchen nämlich, in den Kryptowährungen das schnelle Geld zu machen. Mit ungewissem Ausgang. Dagegen hat zumindest physisches Gold den Vorteil, dass es in der Geschichte der Menschheit selbst in Krisenzeiten immer einen Wert behalten hat. Deshalb empfiehlt Siegel als Absicherung zuallererst Standard-Gold: "Ich würde immer in Krügerrand investieren, auch weil er die geringsten An- und Verkaufskosten hat."

Wer es ein bisschen spekulativer mag, kauft physisches Silber. "Langjährige Untersuchungen zeigen, dass Goldanleger im Durchschnitt zu zwei Teilen Gold immer noch ein Teil Silber kaufen. Das Wertverhältnis zwischen Gold und Silber ist aber fast 10:1 und die Preise korrelieren eng miteinander. Das heißt, dass der Silbermarkt deutlich schneller nach oben schießt, aber auch die Wertverluste deutlich höher sein können", erklärt Siegel.

Wer noch risikobereiter ist und an einen Anstieg der Gold- und Silberpreise glaubt, sollte in Minen-Aktien investieren. Die sind zwar deutlich volatiler als die Preise der physischen Edelmetalle, versprechen aber im besten Fall auch höhere Gewinne.

Dabei sollte man auf große Unternehmen wie Evolution Mining, Endeavour Mining, AngloGold Ashanti (alles Gold-Explorationsunternehmen), Wheaton Precious Metals, Pan American Silver oder Silvercorp (alles Unternehmen mit überwiegender Konzentration auf die Silberförderung) setzen. Wer sein Risiko breiter streuen will, kann auf Edelmetall-Fondsoder Zertifikate oder auf den NYSE Arca Gold Bugs Index – einen Aktienindex von internationalen Goldproduzenten – setzen.

Papiergold als Alternative

Wer den aktuellen Goldpreis nur im Depot nachbilden möchte, kann auf physisch abgesicherte Gold-ETFs setzen. Dabei kauft der ETF-Anbieter Gold in Form von Barren und Münzen und lagert diese selbst in seinem Tresor ein. Eine weitere Möglichkeit ist das sogenannte Xetra-Gold: Der ETC wird an der Börse Xetra gehandelt und bildet den Wert von einem Gramm Feingold ab.

"All diese Papiere sind gute Anlageformen in normalen Zeiten. Sie haben nur ein einziges Problem: Im Krisenfall haben sie nicht die gleiche Funktion wie Gold", sagt Siegel. "Das ist ein bisschen so wie ein Rettungsring, der in einem Kasten auf dem Schiff liegen soll, und wenn man diesen Kasten dann öffnet, liegt dort nur ein Zertifikat für einen Rettungsring." Für echte Krisen sollte man also wenigstens ein wenig physisches Gold besitzen.

Biallo-Tipp

Gold gehört als Inflations- und Krisenschutz in jedes gut diversifizierte Depot. Biallo.de empfiehlt je nach Risikoneigung eine Beimischung von physischem Gold in Höhe von fünf bis zehn Prozent. Immer mehr Goldhändler bieten ihr Edelmetall auch mit Fairtrade-Siegel an. Zwar liegt der Ankaufspreis von fair gefördertem und gehandeltem Gold im Schnitt um 20 Prozent höher als bei konventionell gefördertem Gold. Allerdings kann sich der Goldkäufer dann auch sicher sein, dass bei den Minengesellschaften die höchsten Sicherheitsbestimmungen für Mensch und Umwelt umgesetzt werden. So wird der Einsatz von Chemikalien auf das Nötigste reduziert. Kinderabeit ist in Fairtrade-zertifizierten Minen verboten.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de