"Viele Anleger sind völlig ratlos"

Geldanlage "Viele Anleger sind völlig ratlos"

Horst Biallo
von Horst Biallo
13.12.2016
Auf einen Blick
  • Targobank-Studie: Drei von vier Deutschen wissen nicht, wie sie ihr Erspartes am besten anlegen sollen.
  • Zwei Drittel lassen Geld lieber auf dem Girokonto und verschenken somit Zinsen.

 

 

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Riesengroß ist die Unsicherheit bei vielen Geldanlegern. Mehr als drei Viertel wissen nicht, wohin mit dem Ersparten. Zur gleichen Zeit geben 36 Prozent der Anleger an, dass ihre aktuelle Anlagestrategie wenig bis überhaupt nicht zum derzeitigen Marktumfeld passt. Das sind zwei wichtige Erkenntnisse aus einer Befragung, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Targobank durchgeführt hat.

"Die Niedrigzinsen machen viele Anleger völlig ratlos", meint Alfredo Garces, Direktor Vorsorge & Vermögen bei Targobank. Bedenklich auch, dass fast zwei Drittel der Aussage zustimmen: "Bevor ich bei der Geldanlage etwas falsch mache, lasse ich lieber erstmal alles, so wie es ist und warte ab." So parken die meisten ihr Geld lieber auf dem Girokonto.  

Sicherheit hat Vorrang  

Entsprechend der Verlustängste ist auch das Sicherheitsbedürfnis vieler Anleger ausgeprägt. So beschreiben mehr als zwei Drittel (65 Prozent) ihre persönliche Anlagestrategie als konservativ (40 Prozent) bis sicherheitsorientiert (25 Prozent). Lediglich jeder Zehnte hat seine Anlagestrategie mit gewinnorientiert (8 Prozent) beziehungsweise risikobewusst (1 Prozent) beschrieben. Zurückhaltend äußert sich auch die Mehrheit der Befragten hinsichtlich der Renditeerwartung.  

Eigentlich schade, denn attraktive Offerten im Tages- und Festgeld-Bereich gibt es weiterhin. Man muss sie nur kennen. Dazu gehören die Festgelder der Denizbank mit Laufzeiten zwischen einem und zehn Jahren. Bei einem Jahr sind es 1,00 Prozent, bei drei Jahren immerhin schon 1,25 und bei sechs Jahren 1,50 Prozent. Die Einlagensicherung beträgt 100.000 Euro pro Person.  

Wer darüber hinaus Geld anlegen will oder wem die schwedische Einlagensicherung sicherer erscheint, dem bietet Klarna interessante Konditionen mit 0,85 Prozent für ein Jahr Anlagedauer bis hin zu 1,15 Prozent bei vier Jahren.  

Tagesgeldkonto gewinnt an Attraktivität  

Und statt Sparbuch oder Girokonto heißt die Devise natürlich weiterhin Tagesgeldkonto. Hier hat Consorsbank jetzt die Zinsen von 0,60 Prozent auf satte 1,00 Prozent angehoben. Es gibt zunächst eine Zinsgarantie von sechs Monaten für Beträge bis 25.000 Euro. Die Zinsgarantie steigt sogar auf zwölf Monate, wenn man bei der Consorsbank innerhalb der ersten vier Monate ein Wertpapierdepot eröffnet und einen Wertpapiersparplan über 50 Euro monatlich abschließt oder wahlweise ein Depotvolumen in Höhe von 1.000 Euro überträgt.  

Deutsche Blue Chips wieder gefragt  

Dass eine Minderheit von Privatanlegern auch wagemutig sein kann, das zeigt eine Analyse der ING-Diba. Deren Fazit: Aktien rücken im Jahr 2016 wieder stärker in den Fokus. Gefragt sind vor allem Dax-Titel. Tendenziell ist die Aktienquote umso höher, je älter der Anleger ist.  

Im Durchschnitt haben die 920.000 ING-Diba Kunden ein Volumen von 30.000 Euro angelegt. Bei Aktien investieren die Privatanleger am liebsten in bekannte Namen wie die Volkswagen AG Vorzugs-Aktie, die Daimler-Aktie, Allianz und Deutsche Bank. Einziger ausländischer Top-Titel in den vergangenen drei Jahren war die Apple-Aktie.

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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de