Datenschutz-Grundverordnung

Wie Anleger von der DSGVO profitieren

Update: 22.05.2018
Peter Hermann
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Auf einen Blick
  • Die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) tritt am 25. Mai in Kraft.

  • Unternehmen sind in der Pflicht, die Vorteile für Anleger überwiegen.

  • Anbieter von Wertpapiergeschäften müssen in der Kommunikation mit dem Kunden strenge Regeln einhalten.
Unternehmen, die sich nicht an die neue EU-Regelung halten, drohen Bußgelder von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes.
Andreas Berheide / Shutterstock.com

Banken, Finanzdienstleister, Anlageberater und Makler jeglicher Couleur können sich derzeit kaum über zu wenig Arbeit beklagen. Durch die am 25. Mai 2018 in Kraft tretende Datenschutzgrundverordnung, kurz DSGVO, besteht praktisch bei allen Unternehmen in Deutschland erhöhter Handlungsbedarf.

Schließlich drohen bei Verstößen hohe Bußgelder und nervige Abmahnungen. Ihnen als Anleger bringt die neue Verordnung vor allem mehr Transparenz, sie bietet aber auch verbesserten Schutz vor unzulässiger Weitergabe vertraulicher Informationen.

Mailboxen könnten sich füllen und Postboten zu Überstunden gezwungen werden, denn dieser Tage flattern vielen Verbrauchern und Anlegern Nachrichten zu diesem Thema ins Haus. Wer dazu neigt, Gegenstände des täglichen Bedarfs im Internet zu kaufen, gehört sicherlich zu dem Personenkreis, der eine Menge zu lesen bekommt.

Da aber auch zahlreiche Anleger ihre Wertpapiergeschäfte allein aus Kostengründen online abwickeln, gehören auch sie zu den bevorzugten Kandidaten im Hinblick auf das Informationsbedürfnis von Anbietern.

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DSGVO: Was sich dahinter verbirgt

Die EU-Datenschutzgrundverordnung ersetzt die bislang geltende Datenschutzrichtlinie, die durch das Bundesdatenschutzgesetz umgesetzt wurde. Hinter dem etwas sperrigen Begriff der DSGVO verbirgt sich die Vereinheitlichung der Datenschutzregeln sämtlicher 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft. Hierdurch wird die Rechtsposition der Nutzer deutlich verbessert. Vorteile für Anleger und Verbraucher sind:

  • Sie müssen zukünftig in die Nutzung vieler persönlicher Daten vorher explizit einwilligen.

  • Sie haben das Recht, Unternehmen zu fragen, welche Informationen über Sie gespeichert sind.

  • Sie können die Herausgabe bestimmter Daten verlangen.

  • Sie haben ein Recht auf Löschung.

Die Regularien gelten für sämtliche Unternehmen, die in Europa Geschäfte machen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu vier Prozent des Jahresumsatzes. Die nationalen Datenschützer können entsprechende Vergehen auch vor Ort ahnden – damit sind die Zeiten vorbei, in denen sich beispielsweise Vertreter von Social-Media wie Twitter oder Facebook hinter nachgiebigen Behörden und schwammigen Regeln verstecken konnten.

Lesen Sie auch: DSGVO – Was sich für Mieter und Vermieter am 25. Mai ändert

3
 
Anbieter
Zinsertrag
Zinssatz
 
1.
211,10
1,05%
2.
  201,00
1,00%
3.
  172,74
0,86%
Betrag 10.000 €, Laufzeit 2 Jahre

Wie Sie in Zukunft bei Ihren Wertpapiergeschäften kommunizieren

Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung muss für Anleger im Zusammenhang mit den seit Anfang des Jahres geltenden Mifid II-Bestimmungen gesehen werden – und zwar in Verbindung mit den neuen Vorschriften zur Kommunikation bei der Abwicklung von Wertpapiergeschäften. Eine Broschüre der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) liefert eine Erklärung dafür, wie dies schon sehr bald in der Praxis aussehen soll.

Dienstleister der Wertpapierbranche sind demnach zum sogenannten Taping verpflichtet: Es müssen sämtliche Telefongespräche und weitere elektronische Kommunikation aufgezeichnet werden, die in Verbindung mit einem Wertpapierauftrag stehen. Hierbei kommt es nicht darauf an, ob es sich dabei um eine Anlageberatung handelt oder ob es um den Handel von Wertpapieren geht, bei dem auf eine Anlageberatung verzichtet werden kann.

Im Zweifel beziehungsweise im Streitfall lässt sich durch die Aufzeichnung der Verlauf eines Gesprächs nachweisen. Anhand dieser Unterlagen kann die Aufsicht prüfen, ob der entsprechende Dienstleister die aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt hat oder nicht. Diese Aufzeichnungen müssen dabei so sicher aufbewahrt werden, dass unbefugte Dritte keinerlei Zugriff haben.

Die Anbieter dürfen diese nur an die betreffenden Kunden selbst sowie an die Aufsichts- oder Strafverfolgungsbehörden herausgeben. Selbst innerhalb der Bank oder des Finanzdienstleisters ist der Zugriff eingeschränkt: Zugang haben lediglich eindeutig autorisierte Personen. Darüber hinaus müssen die aufgezeichneten Unterlagen grundsätzlich nach fünf Jahren gelöscht werden.

Außerdem muss der Wertpapierdienstleister Sie darüber informieren, dass die Kommunikation mit Ihnen aufgezeichnet wird. Sollten Sie Einwände haben, können Sie dem widersprechen. Allerdings darf der Anbieter Sie dann weder telefonisch noch per elektronischer Kommunikation beraten und auch keine beratungsfreien Aufträge per Telefon oder Internet annehmen. Wenn Sie also widersprechen, sollten Sie sich dies vor Augen führen.

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