Wirecard: Bafin nimmt Shortseller ins Visier

Verbot von Leerverkäufen Wirecard: Bafin nimmt Shortseller ins Visier

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
18.02.2019
Auf einen Blick
  • Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) verbietet ab sofort sogenannte Leerverkaufspositionen in Aktien der Wirecard AG. Dadurch erhofft sich die oberste Finanzbehörde ein Ende der Talfahrt.

  • Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen Journalisten der "Financial Times" wegen des Verdachts auf Kursmanipulation.

  • Zuvor hatte die britische Börsenzeitung in einer Reihe von Beiträgen dem deutschen Dax-Konzern unter anderem Bilanz-Manipulation vorgeworfen. 
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Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat sich im Fall Wirecard jetzt eingeschaltet. So ist es ab sofort verboten, neue sogenannte Netto-Leerverkaufspositionen einzugehen oder bestehende zu erhöhen. Sprich, es ist Spekulanten untersagt, mit Leerverkäufen auf fallende Kurse des Dax-Konzern zu setzen.

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Im Kurssturz sieht die Bafin "eine ernstzunehmende Bedrohung für das Marktvertrauen", wie die Behörde am Montag mitteilte. In den vergangenen Wochen hat die Wirecard-Aktie eine rasante Talfahrt hingelegt und in kurzer Zeit knapp 40 Prozent ihres Wertes verloren. Ein Umstand, den sich die sogenannten Shortseller zunutze machen.

"Bereits in der Vergangenheit waren inländische Unternehmen Ziel sogenannter Short-Attacken, wodurch die inländische Marktintegrität und das Vertrauen des Marktes in die faire und effiziente Preisbildung gefährdet wurden", heißt es weiter.

Die Maßnahme der obersten Finanzbehörde hat bereits Wirkung gezeigt. Der Aktienkurs des Fintech-Unternehmens legte zwischenzeitlich um mehr als zehn Prozent zu.

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Was sind eigentlich Leerverkäufe?

Ein sogenannter Leerverkauf (englisch short sale) ist eine äußerst umstrittene Praxis im Finanzwesen. Leerverkäufer sind Spekulanten, die auf fallende Aktienkurse setzen. Dafür leihen sie sich Aktienpakete gegen eine Gebühr und verkaufen sie umgehend.

Geht die Rechnung auf, können sie später die Papiere günstiger erwerben und dem Verleiher zurückgeben. Die Differenz zwischen Verkaufs- und Rückkaufpreis macht dann den Gewinn aus. Gefährlich wird es, wenn eine Aktie bereits schwächelt. Dann können diese Leerverkäufe den Abwärtstrend weiter verstärken.

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Welche Rolle spielen die Medienberichte?

Auslöser für den Absturz von Wirecard waren mehrere Berichte der britischen Börsenzeitung "Financial Times" über mutmaßliche Bilanz-Manipulation der Niederlassung in Singapur. Der Konzern bestreitet vehement alle Vorwürfe und kündigte bereits juristische Schritte an. Im Raum stehen außerdem Gerüchte über eine mögliche Kursmanipulation. So ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft gegen einen Journalisten der "Financial Times".

Es lege eine Aussage eines Kaufinteressenten von Wirecard vor, der Informationen über einen bevorstehenden Bericht der Zeitung über das Unternehmen erhalten haben soll, so die Ermittler gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA).

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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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