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Auf einen Blick
  • SPACs (Special Purpose Acquisition Company) sind hüllenlose Unternehmen, welche Kapital über einen Börsengang einsammeln.

  • Später möchten SPACs mit dem eingesammelten Geld ein Unternehmen übernehmen. Das übernommene Unternehmen kommt so an die Börse, ohne den Weg des herkömmlichen Börsengangs zu bestreiten (IPO)

  • Kleinanleger erhoffen sich bei der Fusion, dass die Aktien durch die Decke gehen. Oftmals bleibt aber ein Kapitalverlust nicht aus.
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Das schnelle Geld möchte jeder gern verdienen. Genau das ist auch der Grund, warum im Internet immer wieder betrügerische Maschen in puncto Geldanlage funktionieren. Egal ob es sich um Festgeld mit hohen Zinsen oder Trading-Plattformen handelt, die Ihnen hohe Renditen versprechen. Damit Sie auf die unseriösen Anbieter nicht hereinfallen, haben wir Ihnen einen Ratgeber zusammengestellt, wie Sie unseriöse Geldanlagen im Internet erkennen. 

SPACs sind keine unseriösen Geldanlagen, wenn bei den Unternehmen nicht gemogelt wurde. Leider ist dies in der Vergangenheit immer wieder passiert, um Sie als Investoren zu täuschen und zum Kapital investieren zu überreden. SPACs versprechen ihren Investoren Traumrenditen. Oftmals bekommen Sie das genaue Gegenteil. Aus diesem Grund warnt die BaFin aktuell vor den riskanten Investments in SPAC-Aktien. Vor allem Neueinsteiger in das Börsengeschäft sollten vorsichtig sein.

Was sind SPACs?

Um zu verstehen, wie SPACs agieren, müssen Sie erst einmal wissen, was SPACs genau sind. Laut Wikipedia handelt es sich bei SPACs um Special Purpose Acquisition Companys. SPACs sind hüllenlose Unternehmen oder auch Mantelgesellschaften. In der Regel haben diese weder ein Produkt noch ein Geschäft geschweige denn Betriebs- oder Anlagevermögen. Die Mantelgesellschaften sind auch als Blankoscheck-Unternehmen bekannt, da zum Zeitpunkt des Börsengangs die Zielgesellschaft noch nicht bestimmt ist.

Der Initiator des SPAC sammelt zum Beispiel über einen Börsengang oder eine Privatplatzierung Kapital. Das Geld kommt von Investoren, die sich nach dem Zusammenschluss mit einem geeigneten noch nicht börsennotiertem Unternehmen das große Geld erhoffen, indem die Aktien abheben. Durch die Fusion kommt das “eingekaufte” Unternehmen an frisches Kapital, ohne den normalen Börsenweg einhalten zu müssen.

Neu sind SPACs nicht. Doch durch die Unsicherheiten, welche im Zuge der Corona-Pandemie aufgetreten sind, sind Akquisitionszweckunternehmen immer beliebter geworden. Als Gründer der SPACs agieren am Kapitalmarkt tätige Manager, Investmentbanker oder Finanzierungsexperten.

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Abgrenzung SPACs zu anderen Unternehmen

Im Gegensatz zu Unternehmen, welche schon längere Zeit bestehen und börsennotiert sind beziehungsweise einen Börsengang planen, weisen SPACs eine Reihe von Besonderheiten auf. Je nach Mantelgesellschaft unterscheiden sich die folgenden Punkte.

Einzahlung des Emissionserlöses auf ein Treuhandkonto

Der Emissionserlöse (von Anlegern durch Ausgabe von Aktien eingesammeltes Kapital) wird meist auf ein Treuhandkonto eingezahlt. Verwendet werden darf es nur gemäß den im Prospekt des SPACs dargestellten Einzelfällen.

Mitbestimmung der Anleger bei der Unternehmenszusammenführung

In der Regel sollen Sie als Aktionäre mit einer bestimmten Mehrheit (mindestens 50 Prozent) über die Verwendung des Treuhandvermögens entscheiden. Damit dürfen Sie auch über die von der Geschäftsführung vorgeschlagene Unternehmenszusammenführung mitbestimmen.

Rückgaberecht bezüglich der Aktien

Sind Sie als Anleger mit der Unternehmenszusammenführung nicht einverstanden, können Sie Ihre Aktien in der Regel zum Ausgabepreis zurückgeben. Sollten Sie die Aktien über die Börse zu einem höheren Preis erstanden haben, müssen Sie sich beim Erstattungsanspruch trotz allem mit dem Ausgabepreis zufriedengeben. Ein Verlust ist nicht vermeidbar.

Zeitliche Befristung der SPAC

Eine SPAC hat eine Satzung. In dieser ist der Zeitraum festgelegt, in dem eine geeignete Zielgesellschaft gefunden werden muss und es zu einer Unternehmenszusammenführung kommen soll. Geschieht dies in dem Zeitraum nicht, sehen die meisten Vertragsbedingungen vor, dass eine SPAC liquidiert werden muss.

Bekannte Gründer setzen auf SPACs

Früher waren SPACs ein Nischenthema. Mittlerweile wird fast jeden Tag eine neue Zweckgesellschaft angekündigt. Unter anderem hat zuletzt auch der Hedgefonds-Manager Bill Ackman, der seine Strategie von Warren Buffett abgeschaut haben soll, ein SPAC gegründet. Von den Anlegern erhielt er vier Milliarden Dollar. So viel Geld hat ein SPAC noch nie zuvor bekommen. Ebenfalls mit dabei sind Silicon-Valley-Star Peter Thiel sowie diverse Ex-Politiker, Sportmanager und der ehemalige Chef des Autoherstellers Ford.

Betrug mit SPACs

Tesla-Konkurrent Nikola täuschte beispielsweise seine Investoren. Das Unternehmen setzte auf den Trend Elektrofahrzeuge und auf Kleinanleger, die den Reiz von Aktien während des Lockdowns entdeckt haben. Das Kuriose: Obwohl Nikola noch keinen emissionsfreien Truck auf der Straße hatte, hoben die Aktien nach dem Debüt ab. Sogar General Motors wollte mit zwei Milliarden Dollar einsteigen.

Short Seller Nathan Anderson nahm Nikola unter die Lupe und warf dem Unternehmen Täuschungen vor. Ein entsprechender Bericht wurde zwei Tage nach dem Debüt veröffentlicht. In dem Bericht stand, dass Nikola die essenzielle Technologie nur eingekauft habe. Außerdem soll Nikola die Markenzeichen in Werbematerial überklebt haben. Auch ein entsprechendes Werbevideo sei erstellt wurden. Der im Video zu sehende Laster sei einen Hügel hinaufgeschleppt wurden und von dort heruntergerollt. Mithilfe einer entsprechenden Kameraeinstellung sieht es in dem Video so aus, als fahre der Laster mit eigenem Antrieb auf flachem Gelände.

In einer Pressemitteilung äußerte sich Nikola dann, dass man nie behauptet habe, dass der Truck im Werbevideo mit eigenem Antrieb fahre.

Das manipulierte Video sorgte zunächst für einen ordentlichen Hype und führt dazu, dass das Unternehmen dringend benötigtes Kapital bekam. Doch der Erfolg war von kurzer Dauer. Sowohl General Motors als auch Bosch fuhren Ihre Beteiligungen nach Bekanntwerden des “Schwindels” herunter. Demzufolge sank auch der Wert der Aktie enorm.

Chancen und Risiken bei einer Investition in SPACs

Sie sind kein finanzstarker Risikokapitalanleger? SPACs bieten Ihnen die Möglichkeit von Investments, die sonst nur dieser Gruppe zugänglich sind. Schafft es ein SPAC ein Unternehmen zu finden und hohe Erträge zu erwirtschaften sowie Wertzuwachs zu verzeichnen, ist das Risiko aufgegangen.

Das Risiko bei Akquisitionszweckunternehmen ist, dass Sie in Unbekannte investieren und nicht wissen, ob es am Ende zu einer Unternehmenszusammenführung oder eine Liquidation kommt. Zum Zeitpunkt der Investition sind für Sie die Chancen und Kapitalverlustrisiken schwer zu bewerten.

Als Anleger haben Sie zunächst wenig Einfluss auf das SPAC. Denn die Gründer und Vorstandsmitglieder müssen mit ihrem Verhandlungsgeschick, ihrer Expertise, Engagement und der Vernetzung dafür sorgen, dass es eine positive Wertentwicklung gibt. Bei der Suche nach einem Börsen-tauglichen, aber noch nicht börsennotiertem, Unternehmen stehen die Gründer in Konkurrenz mit vielen anderen Akteuren.

Zudem kann es bei den Vorständen und Aufsichtsräten zu Interessenskonflikten kommen. Diese sind meist nicht nur für die SPAC tätig. Meist üben Sie noch Funktionen in Gesellschaften mit ähnlichen Geschäftszwecken aus. Manchmal halten sie auch Beteiligungen an solchen Gesellschaften.

Teilweise oder umfassender Kapitalverlust möglich

Aufgrund der genannten Umstände gibt es ein hohes Risiko, einen Teil oder das gesamte Kapital zu verlieren. Folgende Szenarien sind dabei denkbar.

Ablauf der zeitlichen Befristung - Liquidation der SPAC

Ist es in dem festgelegten Zeitraum nicht zu einem Zusammenschluss mit einem Zielunternehmen gekommen, wird das SPAC liquidiert. Laut den meisten Vertragsbedingungen wird das Treuhandvermögen anteilig an die Anleger ausgeschüttet. Dabei kommt es vor, dass der Liquidationserlös unter dem Ausgabepreis der Aktien liegt. Kein kompletter Kapitalverlust, aber dennoch eine Einbuße für Sie.

Zusammenschluss mit ungeeigneter Zielgesellschaft

Manchmal passiert es auch, dass der Vorstand eine nicht geeignete Zielgesellschaft auswählt. Beispielsweise durch eine unzureichende Prüfung des Unternehmens im Vorfeld. Auch Zeitdruck aufgrund des Ablaufs der Befristung ist kein guter Berater. Ein Schnellschuss kann nach hinten losgehen. Wichtig zu wissen für Sie: Bei einer Liquidation der SPAC gehen die Gründer leer aus. Eine Vergütung gibt es nur bei einem Zusammenschluss. Auch dies kann ein Grund für eine Vereinigung mit einer nicht geeigneten Zielgesellschaft sein. Entscheiden sich Gründer für das “falsche” Unternehmen, kann sich dies negativ auf den Aktienkurs auswirken.

Biallo-Tipp:

Gegebenenfalls ist ein SPAC nicht das richtige Investment für Sie. Alternativ könnten Sie überlegen, Ihr Geld in einen ETF-Sparplan zu investieren. Außerdem erfahren Sie mehr zu  Chancen und Risiken von ETFs.

Ungünstige Bedingungen beim Zusammenschluss

Da die Zielgesellschaften begehrt sind, bestimmen diese in der Regel, zu welchen Bedingungen man sich zusammenschließt. Für die SPAC-Aktionäre müssen dies nicht die besten Bedingungen sein. So können beispielsweise Vorlauf- und Betriebskosten der SPAC (etwa die Ausgabe von Aktien und Optionsscheinen an Gründer zu günstigen Konditionen, Berater- und Prüferhonorare, Due Diligence Kosten) zu Buche schlagen.

Worauf sollten Sie als SPAC-Anleger achten?

Wenn Sie sich nicht ausreichend mit SPACs beschäftigt haben, sollten Sie mit einer Investition vorsichtig sein.

Als Voraussetzung, um in Akquisitionszweckunternehmen zu investieren, gilt, dass Sie sich mit dieser Form der Geldanlage vertraut machen. Schauen Sie sich dabei auch die Zielmärkte an. Dann kommt es natürlich auch auf Ihre Risikobereitschaft an. Sie stellen dem SPAC ja quasi einen Blankocheck für ein Investment aus, dass Sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht kennen.

Zudem sollten Sie sich zutrauen, die Unternehmenszusammenführung kritisch zu betrachten, einschließlich mit Blick auf die Auswirkungen auf Ihr Investment. Können Sie die Technologie der eingekauften Unternehmen bewerten? Sie müssen am Ende entscheiden, ob Sie dem Zusammenschluss zustimmen oder von Ihrem Rückgaberecht Gebrauch machen.

In dem Wertpapierprospekt des jeweiligen SPAC sind beispielsweise die Vergütungsvereinbarungen für Gründer, Berater und Akteure sowie sonstige Kosten aufgegliedert. Dieses Dokument sollten Sie im Vorfeld gründlich lesen und auch verstehen. Eigene Recherchen und gegebenenfalls sachkundige Beratung sollten Sie ebenfalls nicht außer Acht lassen.

Hinweis: Wenn Sie bei SPACs etwas nicht verstehen, dann sollten Sie auch in SPACs nicht investieren.

Auf der Suche nach einem lohnenswerten Investment sollten Sie auch unseren Ratgeber rund um Geldanlagen lesen.

Über die Autorin Franziska Baum

Bereits in ihrer Schulzeit war sie für die Jugendredaktion der Sächsischen Zeitung tätig. Nach ihrem Germanistik-Studium in Dresden sammelte sie weitere Erfahrungen als Online-Redakteurin bei führenden Technik-Magazinen und später im Verbraucherschutz. Seit 2016 war sie als Redakteurin am Aufbau des Onlineportals verbraucherschutz.com (früher onlinewarnungen.de) beteiligt. Dort betreute sie unter anderem den Social Media Bereich, plante und verfasste eigene Tipps, News und Anleitungen zu aktuellen Themen. Durch diese Arbeit hat sie sich ein ausgeprägtes Wissen im Bereich Verbraucherschutz angeeignet, welches sie bei biallo.de ebenso einbringt wie ihr Wissen im Social Media Bereich.

  Franziska Baum