Tages- und Festgeld

Niederlande: Gute Aussichten für sicherheitsbewusste Anleger

Update: 09.10.2020
Auf einen Blick
  • Im Hinblick auf Zinsniveau, Bonität und Sicherheit kann sich Sparen mit niederländischem Festgeld und Tagesgeld durchaus lohnen.
  • Eine Geldanlage in den Niederlanden punktet neben den Zinsen vor allem mit einem hohen Maß an Sicherheit. 

  • Auch in den Niederlanden gilt: Bis zu 100.000 Euro pro Anleger sind komplett abgesichert.
Das beste niederländische Tages- und Festgeldangebot auf biallo.de bietet derzeit die Leaseplan Bank.
MattiaAT / Shutterstock.com

Wer an die Niederlande denkt, dem fallen vermutlich zuerst die typischen Klischees wie Tulpen, Grachten, Windmühlen, Holzschuhe und Käse ein. Was viele Menschen jedoch nicht wissen: Die Niederlande sind ein wichtiger Finanzstandort in der Welt. Zu den ansässigen Unternehmen gehört beispielsweise die ING Groep, die zu den größten Banken weltweit zählt.

Biallo-Tipp: Bis zu zehn Prozent Dividende

Eine interessante Alternative zu Tages- und Festgeld sind Genossenschaftsanteile bei Volks- und Raiffeisenbanken. In der Spitze winken bis zu zehn Prozent Rendite. Einige Banken gehen sogar bundesweit auf Mitgliederfang. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel:  Die besten Dividenden bei Volksbanken.

Wie sicher ist Tagesgeld und Festgeld in den Niederlanden?

Mit der besten Bonitätsbewertung AAA (Triple A) erreichen die Niederlande bei allen drei größten Rating-Agenturen die höchstmögliche Bewertung. Derzeit erfüllen in der Eurozone nur noch Deutschland und Luxemburg die Voraussetzungen für die Dreifach-A-Note. Das bedeutet: Es handelt sich bei dem Land um einen Schuldner höchster Bonität und Ausfälle sind auch langfristig nicht zu erwarten. 

Die drei weltweit einflussreichsten Agenturen sind Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch. Um die Bonität eines Staates, Unternehmens oder einer Bank zu bewerten, nutzen die Agenturen Buchstabencodes.

  • Biallo-Tipp: Wie wir die Sicherheit einer Tages- beziehungsweise Festgeldanlage bewerten, können Sie unter Tagesgeld-Test sowie Festgeld-Test nachlesen.
Agentur Beste Bonität Sichere Anlage Durchschnittlich spekulativ Höchst spekulativ Risikohaft Zahlungsausfall
S&P AAA A- BBB B- CCC D
Moody's Aaa A3 Baa1 B3 Caa1 C
Fitch AAA A- BBB B- CCC D

Niederländsiche Banken im Festgeld-Vergleich

Anbieter Zinsen 1 Jahr p.a. Zinsen 2 Jahre p.a.
Leaseplan Bank 0,55 % 0,65 %
Amsterdam Trade Bank 0,40 % 0,55 %
NIBC Direct 0,35 & 0,40 %
DHB Bank 0,30 % 0,40 %

Stand: 9. Oktober 2020.

Niederländische Banken im Tagesgeld-Vergleich

Anbieter Zinsen p.a. Anlagebetrag
Leaseplan Bank 0,30 % bis 500.000 €
NIBC Direct 0,20 % keine Beschränkungen
Rabodirect 0,10 % bis 350.000 €

Stand: 9. Oktober 2020

Wie ist die aktuelle Wirtschafts- und Zinssituation?

Die Corona-Krise ist auch für die niederländsiche Wirtschaft nicht folgenlos geblieben – trotz umfangreicher Hilfsmaßnahmen. So rechnen Analysten, dass das Bruttoinlandsprodukt der fünft größten Volkswirtschaft der Europäischen Union um fünf Prozent schrumpfen wird. Zudem soll die Arbeitslosigkeit deutlich zulegen – und zwar auf knapp sechs Prozent. Die weitere Entwicklung hängt ganz davon ab, ob ein weiterer Lockdown kommt. 

Worst-Case-Szenario: Was mache ich bei einer Bankenpleite?

Grundsätzlich gilt: Bankeinlagen sind innerhalb der Europäischen Union (EU) bis zu einer maximalen Anlagesumme von 100.000 Euro gesetzlich geschützt, so will es die EU-Richtlinie zur Einlagensicherung. Bislang gibt es allerdings noch kein gemeinsames europäisches Einlagensicherungssystem. Die Einlagensicherung ist nach wie vor national organisiert.

Stiftung Warentest hat das Einlagensicherungssystem getestet

Im Februar 2015 prüfte das Verbrauchermagazin "Stiftung Warentest" die niederländische Einlagensicherung anhand eines konkreten Beispiels – die Pleite der DSB Bank im Jahre 2009. Als damals das niederländische Bankhaus in Konkurs ging und seine Anleger nicht mehr entschädigen konnte, sprang die holländische Einlagensicherung ein und zahlte rund 3,2 Milliarden Euro an die geschädigten Anleger aus – allerdings nur bis zu einer Höhe von 100.000 Euro.

Der Vorgang wurde von der Zentralbank der Niederlande (DNB) koordiniert. Alle Anleger wurden zu 100 Prozent entschädigt. Anschließend holte sich die Zentralbank das Geld von den 170 Banken zurück, die sie beaufsichtigt. "Stiftung Warentest" kam zum Ergebnis: "Um ihre Guthaben in den Nieder­landen müssen sich deutsche Sparer also nicht sorgen."


Die niederländische Einlagensicherung in der Praxis

Sobald die Niederländische Zentralbank (DNB) den sogenannten Entschädigungsfall festgestellt hat, werden die betroffenen Anleger persönlich informiert. Zudem wird eine entsprechende Information auf der Internetseite der Zentralbank veröffentlicht. Sparer können dann innerhalb von drei Monaten ihre Ansprüche geltend machen. Die entsprechenden Anträge stehen geschädigten Anleger auf der Webseite der Zentralbank zur Verfügung.

Wichtig: Die Anträge müssen auf Englisch gestellt werden. Die Rückzahlung beginnt innerhalb von 15 Werktagen nach Feststellung des Entschädigungsfalls.

Was ist steuerlich zu beachten?

Das Doppelbesteuerungsabkommen mit den Niederlanden besagt, dass die entsprechende Quellensteuer von 15 Prozent vollständig in Deutschland angerechnet werden kann. 

Biallo-Empfehlung

Fest- und Tagesgelder in den Niederlanden sind aus unserer Sicht uneingeschränkt zu empfehlen, da die Bonität des Landes als vorbildlich einzustufen ist. Allerdings liegen sowohl die Festgeldzinsen als auch Tagesgeldzinsennatürlich wie überall in Europa nicht mehr auf Höchstniveau. Im Vergleich zu den durchschnittlichen Zinsen, die es derzeit auf Tages- und Festgeld gibt, können sich die Angebote der niederländischen Banken durchaus sehen lassen.

Generell gilt: Sie sollten nicht alle Ersparnisse auf Festgeld beziehungsweise Tagesgeld parken und auch andere Anlageformen in Betracht zu ziehen – zum Beispiel mit einem ETF-Sparplan auf den MSCI World Index. Damit können Sie langfristig Vermögen aufbauen und ihr Risiko optimal diversifizieren.

Wir haben uns die verschiedenen Länder und deren Banken genauer angesehen:




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