„5 Prozent sollte das Maximum beim Dispo sein“

Umfrage zum Girokonto „5 Prozent sollte das Maximum beim Dispo sein“

Lars Becker
von Lars Becker
27.08.2017
Auf einen Blick
  • Wer hin und wieder ins Minus rutscht, sollte auf die Höhe des Dispos achten.

  • Beim Dispokredit gibt es enorme Unterschiede bei den Banken.

  • Biallo.de hat Verbraucher dazu befragt.
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Obwohl der Leitzins der Europäischen Zentralbank bei null Prozent liegt, verlangen Banken und Sparkassen von ihren Kunden hohe Dispozinsen. Im Schnitt sind es 10,26 Prozent, wie der Biallo-Index zeigt. Wir haben Verbraucher aus der Region München dazu befragt. Sie finden diesen Satz deutlich zu hoch – wissen aber auf der anderen Seite nicht, wie viel sie selbst zahlen müssen.

Wissen Sie, wie hoch der Dispozins bei Ihrem Girokonto ist?

Nur einer der befragten Personen hat ansatzweise eine Ahnung. "Zwischen zehn und zwölf Prozent dürften das sein", sagt Max Schöngen. Christian Schrader kennt die Höhe seines Dispozines nicht, weiß aber immerhin, "wo ich die Zahl finden kann". Felix Matthey kennt nur die Höhe seiner Dispolinie, weiß aber nicht, wie viel Zinsen er dafür bezahlt. Zu den günstigsten Anbietern zählen Direktbanken wie Comdirect (6,5 %) oder die DKB (6,9 %). Das bundesweit teuerste Geldinstitut verlangt dagegen nach einer vielbeachteten Untersuchung von biallo.de knapp 14 Prozent. Der Überziehnungszins kann übrigens noch deutlich höher ausfallen. Vergleichen beim Dispo lohnt sich also!

Verlangt Ihre Bank noch einen Überziehungszins?

Auch bei dieser Frage herrscht weitgehende Ratlosigkeit. Vor allem aber deshalb, weil der Überziehungszins von den Befragten durchweg noch nie in Anspruch genommen wurde. "Ich habe 1000 Euro Dispo, die ich nicht überziehen darf. Weitergehende Überweisungen oder Daueraufträge werden von meinem Geldinstitut schlichtweg nicht ausgeführt", so Felix Matthey. Auch für Christian Schrader stellt sich die Frage nicht, "weil ich den Dispo eigentlich nie brauche und demnach auch nicht überziehen würde." In diesem Bereich gibt es übrigens positive Entwicklungen. Viele Sparkassen und Banken haben den Zusatzaufschlag bei Überziehung des eingeräumten Disporahmens abgeschafft. Bei anderen beträgt der Aufschlag auf den Dispozins oft noch einmal satte fünf Prozent. Max Schöngen: "Ich tippe, dass ich bei meinem Institut mindestens 15 Prozent zahlen müsste."

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Welchen (Dispo-) Zins halten Sie unter den aktuellen Gegebenheiten für angemessen?

In dieser Frage herrscht große Einigkeit: Die von den meisten Banken und Sparkassen aufgerufenen Prozentsätze sind deutlich zu hoch. "Die Zinsen, die man zum Beispiel auf Tagesgeld oder dem Sparbuch bekommt, sind ja extrem niedrig. Deshalb sollten auch die Dispozinsen viel niedriger sein, als sie derzeit sind" fordert Linda Schwabe. Die drei befragten Männer sind sich bei ihrer Empfehlung weitgehend einig. "Vier bis fünf Prozent" würde Matthey noch akzeptabel finden. Christian Schrader spricht Klartext: "Vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen müssen die Banken auf ihre Kunden zugehen. Fünf Prozent sollte das Maximum sein."

Überziehen Sie Ihr Konto mehr oder weniger regelmäßig?

Zumindest die Umfrage-Teilnehmern sind beim Umgang mit ihren Finanzen sehr diszipliniert. "Es ist schon lange her, dass ich mal im Dispo war. Und dann waren es maximal 200 Euro", verrät Matthey. Max Schöngen passiert eine Überziehung des Kontos "wenn nur unabsichtlich". Für Linda Schwabe ist Leben auf Pump sogar generell undenkbar: "Ich überziehe nie. Ich stamme aus Ostdeutschland und bin so erzogen, dass ich mit den vorhandenen Mitteln auskommen muss." So eine Einstellung haben aber keinesfalls alle: Banken und Sparkassen kassieren Millionen von ihren Kunden durch deren Überziehung der Konten. In Zeiten niedriger Zinsen ist das eine wichtige Einnahmequelle für Geldinstitute. Derzeit können sich Banken und Sparkassen bei der Europäischen Zentralbank für 0 Prozent Geld leihen. Die im Schnitt rund zehn Prozent Dispozins sind also der Reingewinn. Vor der Finanzkrise 2008 lag der Abstand zwischen EZB-Leitzins und Durchschnitts-Dispozins nur bei gut acht Prozent. Dann stieg er 2010 sogar auf fast zwölf Prozent. Jetzt liegen wir ungefähr in der Mitte.

Sind Sie wegen der Überziehung Ihres Kontos schon mal von einem Bankberater kontaktiert und auf eine kostengünstige Alternative hingewiesen worden?

Nur Christian Schrader hat überhaupt einmal mit einem Bankberater persönlich zum Thema Girokonto gesprochen: "Einmal jährlich werden da alle Möglichkeiten und aktuellen Entwicklungen beleuchtet." Bei den anderen Befragten war das nie ein Thema. Dabei können chronische Konto-Überzieher mit einem Raten- oder Abrufkredit richtig viel Geld sparen. Der Zinssatz liegt teilweise bei unter drei Prozent und damit weit unter den üblichen Dispo- und Überziehungszinsen.

Biallo-Tipp

Ganz egal, ob Sie regelmäßig überziehen oder nicht, mit einem kostenlosen Girokonto fährt jeder günstiger. Eine Biallo-Untersuchung hat ergeben, dass es bundesweit mindestens 40 kostenlose Girokonten gibt. Sie können übrigens auch mit offenem Dispo Ihr Girokonto wechseln.

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Monatspreis
Dispozinsen
Jahrespreis
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Geldeingang 1.000 €, niedrigster Kontostand 500 €
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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de