Bis zu 50 Euro, wenn das Sparbuch verloren geht

Bankgebühren-Abzocke 50 Euro, wenn das Sparbuch verloren geht

Horst Biallo
von Horst Biallo
17.10.2016
Auf einen Blick

 

In der Minizinsphase werden viele Banken und Sparkassen sehr einfallsreich, um ihre Kunden zu schröpfen. Sie lassen sich beispielsweise die Neu-Ausstellung eines Sparbuchs kräftig vergüten.

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Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW) bei zwölf Banken und Sparkassen an Rhein und Ruhr ergab eine breite Spanne. Kundenfreundlich sind Sparda-Bank West und Targobank. Sie verlangen nur drei Euro für ein neues Sparbuch. Gar nichts nimmt die Stadtsparkasse Duisburg. Aber nur, wenn weniger als 500 Euro auf dem Konto sind. Darüber verlangt sie jedoch happige 40 Euro vom Kunden. Am kräftigsten kassiert die VR-Bank-Rhein-Sieg, in Siegburg. Sie verlangt stolze 50 Euro, wenn das Sparbuch verloren wurde und sie ein neues ausstellen muss.


Viele Banken, unterschiedliche Gebühren

In der Mitte des Preisfeldes lagen Deutsche Bank, Sparkasse Bochum, Commerzbank, Postbank und Hypovereinsbank mit Preisen zwischen zehn und 20 Euro. Die Sparkasse Wuppertal beweist Kreativität in der Gebührengestaltung. Bei Verlust des Sparbuchs, auf dem weniger als 5.000 Euro waren, zahlen ihre Kunden 15 Euro. Bei Diebstahl oder höheren Anlagebeträge werden schon 25 Euro fällig.

Wir wollten wissen, ob diese Gebührenschinderei nur ein Phänomen aus NRW ist oder es bundesweit ähnliche Tendenzen gibt. Die Antwort lautet: „Leider ja“.

Beispiele aus München, Frankfurt und Berlin

In München bekommt man bei der Stadtsparkasse kostenlos Ersatz, während die Kunden der Konkurrenz vor Ort, der Münchner Bank zehn Euro für die Sperre zahlt und zusätzlich 25 Euro Bearbeitungsgebühren. Erweist sich die Sparkasse in München kundenfreundlich im Gegensatz zur Volksbank, ist das in Frankfurt genau anders herum. Die Frankfurter Sparkasse nimmt 7,50 Euro, die Volksbank nichts.

In Berlin kassiert die dortige Sparkasse 5,50 Euro für die Sperre und 15 Euro für die Verlustmeldung. Kulanter ist da die Berliner Bank, eine Tochter der Deutschen Bank. Sie erledigt die Neuausstellung umsonst. Das Gleiche gilt für die Berliner Volksbank.

Nach alldem kommen die Verbraucherschützer aus NRW zu folgendem Fazit: „Aufgrund solch hoher Entgelte und der momentan ohnehin niedrigen Verzinsung rät die Verbraucherzentrale NRW zum Abschied vom Sparbuch. Besser ist es, als Alternative ein Tagesgeldkonto zu eröffnen.“

Die Vorteile lägen auf der Hand. Das Ersparte sei uneingeschränkt kurzfristig verfügbar und wirft höhere Zinsen ab. Anders als beim Sparbuch entfallen auch Strafzinsen für das spontane Abheben von Beträgen über 2.000 Euro. Zudem drohen beim Verlust der Zugangsdaten zum Tagesgeldkonto nur geringe oder gar keine Extrakosten.

Biallo-Tipp: Haben Sie auch schon Erfahrungen mit überhöhten Bankgebühren gemacht? Für Fragen und Anregungen kontaktieren Sie uns überredaktion@biallo.de oder nutzen Sie einfach unsere Kommentarfunktion.

Biallo-Lesetipp:

Der Wechsel des Girokontos wird zum Kinderspiel. Die Banken übertragen jetzt selbstständig sämtliche Zahlungsaufträge von einem Konto zum anderen. Mehr lesen Sie in unserem Beitrag: "Girokonto-Wechsel: Fünf Schritte genügen".

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Herausgeber und Gründer biallo.de
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Jahrgang 1954, studierte Wirtschaft und absolvierte eine Ausbildung zum Wirtschaftsjournalisten bei der Tageszeitung Die Welt. Später machte er sich selbstständig, schrieb für Wirtschaftswoche, Stern und zahlreiche Tageszeitungen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher, u.a. "Die geheimen deutschen Weltmeister" und "Die Doktormacher". Im Jahr 1999 gründete er das Verbraucherportal www.biallo.de, vier Jahre später www.geldsparen.de und 2009 www.biallo.at. Horst Biallo ist verheiratet und hat drei Kinder.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de