Bleibt der 500-Euro-Schein?

Euro Bleibt der 500-Euro-Schein?

Ines Baur
von Ines Baur
20.12.2017
Auf einen Blick
  • Zur Eindämmung krimineller Machenschaften will der Rat der Europäischen Zentralbank den 500-Euro-Schein ab 2018 nicht mehr ausgeben und die vorhandenen Scheine peu à peu einsammeln. 

  • Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen – der 500er könnte zurück kommen. Jetzt ist sogar eine neue Serie ist im Gespräch.
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Nicht gucken. Wissen Sie, wer oder was auf dem 500 Euro-Schein abgebildet ist?
Lösung: Alle Euro-Scheine zeigen fiktive Motive der europäischen Architektur aus verschiedenen kunstgeschichtlichen Epochen. Den 500er prägt das Bild der modernen Architektur des 20. und 21.Jahrhunderts. Wie lange man noch das Bildchen auf dem Schein anschauen kann, ist fraglich. 

Am 4. Mai 2016 beschloss der Rat der Europäischen Zentralbank die Abschaffung des 500-Euro-Scheines im Jahr 2018. Jetzt sieht es anders aus, das letzte Wort zum Schicksal des 500-Euro-Scheins ist wohl noch nicht gesprochen. "Die Entscheidung des EZB-Rates, den 500er nicht mehr auszugeben, bezieht sich nur auf die zweite Banknotenserie mit neuen Sicherheitsmerkmalen", sagt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. "Wahrscheinlich wird eine neue Banknotenserie im Euroraum im Laufe des nächsten Jahrzehnts kommen."

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Wer soll das bezahlen?

Im August 2017 waren 519 Millionen Stück der 500er im Bargeldumlauf (Quelle: Statista.com). Die sich im Umlauf befindlichen 500-Euro-Noten müssten durch kleinere Scheine ersetzt werden. "Zur Kompensation werden mehr 50er, 100er und 200er produziert werden müssen. Dafür fallen im Eurosystem erhebliche zusätzliche Kosten an. Die Bundesbank muss davon ungefähr ein Viertel tragen", sagt Thiele. Eine finanzielle Herausforderung, bedenkt man, dass sich die Druckkosten – nach Schätzungen der der nationalen Notenbanken und der EZB – auf über 500 Millionen Euro belaufen.

Weiter kommen logistische Schwierigkeiten und Kosten für die Vernichtung der ausgedienten 500er auf die EZB zu. Die Druckkapazitäten von (legalen) Geldscheinherstellern sind weltweit begrenzt und in der Regel gut ausgelastet. Umtauschlogistik und Vernichtung der ausgedienten 500er machen nach Schätzungen einen weiteren dreistelligen Millionenbetrag aus.

Die Kosten müssen die nationalen Notenbanken tragen, da sie Auftraggeber der Druckereien sind. Auf die Bundesbank entfiele ein Viertel der Gesamtkosten. Das würde einen Gewinn merklich schmälern.

Spielgeld für Terroristen und Geldwäscher

Aber warum überhaupt sollen die lila Scheine aus dem Verkehr gezogen werden? Ziel der Abschaffung ist es, Kriminellen das Handwerk zu erschweren. Kriminelle und Terroristen nutzen den 500er Schein angeblich besonders häufig für ihre Machenschaften. Ob allerdings die Einstellung der 500er das richtige Mittel ist, bleibt umstritten. Sowohl die Bundesbank als auch die österreichische Zentralbank stehen dieser Theorie kritisch gegenüber. "Die Bundesbank war dagegen, die Produktion des 500-Euro-Scheins einzustellen. Diese Aktion hat mir nicht eingeleuchtet", bekräftigt Thiele.

Weiter sind und bleiben sämtliche im Umlauf befindliche 500-Euro-Banknoten gesetzliches Zahlungsmittel. Geschäfte müssen sie annehmen und Kreditinstitute in kleinere Stückelungen wechseln oder – wie die gute alte D-Mark – umtauschen. Lesen Sie auch "Das verschwundene Vermögen".

Ein Stück sehr teures Papier

Der 500-Euro-Schein ist weltweit einer der Geldnoten mit dem höchsten Wert. Große Scheine gibt es nur in der Schweiz (1000-Franken-Schein = circa 860 Euro), Kanada (1000-Dollar-Note = circa 660 Euro) und Singapur (1000-Singapur-Dollar = circa 630 Euro).

Die USA haben 100-Dollar (85 Euro) als höchste Banknote. In Großbritannien entspricht die 50-Pfund-Note als höchster Schein umgerechnet etwa 57 Euro.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de