Girokonto

Das Preiskarussell der Banken dreht sich immer schneller

Update: 29.07.2020
Anzeige
Den Business-Alltag vereinfachen?
Lassen Sie doch Ihr Geschäftskonto
für sich arbeiten!

Unser Surf-Tipp!
Auf einen Blick
  • Eine aktuelle Biallo-Auswertung zeigt: Die Gebührenerhöhungen für Girokonten setzen sich massiv fort.
  • Geldhäuser werden immer erfinderischer, um Gebühren und Entgelte zu verlangen.
  • Einige Banken und Sparkassen haben ihre Preise glatt verdoppelt.
Etliche Banken haben die Preise für ihre Girokonten erhöht. Verbraucher sollten reagieren, wenn sie nicht in die Kostenfalle tappen wollen.
Bildagentur Zoonar GmbH / Shutterstock.com

Sieht man sich die Preiserhöhungen einiger regionaler Banken und Sparkassen an, gewinnt man den Eindruck, der Vorstand handelt nach dem Motto: "Wenn schon, denn schon!" Da wird nicht nur die monatliche Grundgebühr angehoben, sondern auch viele andere Posten – und das gleich kräftig.

Die sächsische Sparkasse Muldental hat den Monatspreis für das Konto "Giro Life", das Studenten auch in der Filiale nutzen können, von 0,90 auf 1,90 Euro mehr als verdoppelt. Das "Giro Classic" und das Basiskonto kosten nun 6,90 statt 4,90 Euro und zugleich wird der Preis der Girocards um 1,00 auf 8,90 Euro angehoben. Wer sich eine goldene Kreditkarte leisten will, zahlt 15,00 Euro mehr und damit 84,00 Euro. Auch die Partnerkarte wird um diesen Betrag erhöht auf nunmehr 70 Euro.

Noch ein Beispiel gefällig? Diesmal aus dem blauen Lager, den Volks- und Raiffeisenbanken. Die badische Volksbank hob nicht nur die Monatspauschalen für alle Konten an. Sie verfünffachte den Preis für die Online-Überweisung auf nunmehr 0,50 Euro. Und die Girokarte, die vorher beim Onlinekonto kostenlos war, kostet nun 10,00 Euro pro Jahr. Und wer kein Onlinebanking macht und die Überweisung am Bankterminal eingibt, zahlt auch 0,50 Euro. Vorher waren es 0,15 Euro.

 Fast so viele im ersten Halbjahr 2020, wie im ganzen letzten Jahr

Haben im vergangenen Jahr 550 Banken und Sparkassen ihre Preise für Girokonten angehoben, waren es bis Mitte 2020 bereits 497 Geldhäuser. Auch sind die nächsten Erhöhungen schon angekündigt.

Die Preise haben dieses Jahr angepasst:

  • 301 von 806 Volks- und Raiffeisenbanken,
  • 180 von 380 Sparkassen,
  • sechs PSD-Banken,
  • drei Sparda-Banken,
  • vier regionale Privatbanken,
  • drei Direktbanken.

So haben sich die durchschnittlichen Monatspreise aller Geldhäuser entwickelt:

Monatspreise

2018

2019

Juni 2020

Basiskonten

4,78 Euro

4,84 Euro

5,03 Euro

Onlinekonten

2,73 Euro

3,63 Euro

3,83 Euro

Filialkonten

4,19 Euro

4,39 Euro

4,55 Euro

Premiumkonten

9,42 Euro

9,93 Euro

10,20 Euro

Weiterhin konnten wir aufdecken, dass nicht nur die Monatspauschalen angehoben wurden. Insbesondere die Gebühren für Überweisungen und Girocards sind gestiegen. Daraufhin haben wir die jährlichen Kosten für klassische Filialkonten und Onlinekonten ermittelt und folgenden Musterfall entworfen, um auf einen Jahrespreis zu kommen:

  • zwölf Monatspauschalen,
  • fünf Überweisungen online pro Monat bei den Onlinekonten,
  • fünf Überweisungen pro Monat am SB-Automaten bei den Filialkonten,
  • einen Jahrespreis für die Girocard.

Lesen Sie auch: Premiumkonten – Flatrate schlägt Einzelabrechnung

 Jahrespreis Onlinekonten

2018

2019

Juni 2020

Alle Banken

41,57 Euro

44,30 Euro

46,42 Euro

VR-Banken

41,97 Euro

43,28 Euro

45,31 Euro

Sparkassen

45,57 Euro

50,50 Euro

52,88 Euro

Privatbanken (überregional und regional)

22,23 Euro

24,30 Euro

26,78 Euro

Direktbanken

26,74 Euro

18,98 Euro

18,98 Euro

Sparda-Banken

5,20 Euro

9,45 Euro

22,47 Euro

PSD-Banken

3,04 Euro

5,08 Euro

13,20 Euro

Direktbanken

1,79 Euro

1,57 Euro

18,98 Euro

Rechner giroonline
3
 
Anbieter
Monatspreis
Dispozinsen
Jahrespreis
Girocard
 
1.
0,00
Sofortdispo 6,74%
0,00
2.
  0,00
Sofortdispo 6,99%
0,00
ING
3.
0,00
Sofortdispo 7,25%
0,00

 Jahrespreis Filialkonten

2018

2019

Juni 2020

Alle Banken

70,12 Euro

71,04 Euro

73,46 Euro

VR-Banken

68,87 Euro

69,14 Euro

70,36 Euro

Sparkassen

73,37 Euro

76,09 Euro

81,80 Euro

Privatbanken (überregional und regional)

59,26 Euro

62,80 Euro

66,11 Euro

Sparda-Banken

19,27 Euro

26,47 Euro

38,22 Euro

PSD-Banken

kein Angebot

Direktbanken

kein Angebot

Diese Entwicklung dürfte sich nun im zweiten Halbjahr 2020 weiter fortsetzen. Preiserhöhungen haben beispielsweise zum 1. September angekündigt:

  • Wartburg Sparkasse,
  • Sparkasse Emden,
  • Sparkasse Rottal-Inn.

Zudem geben die Sparda-Bank Baden-Württemberg und die 1822 Direkt der Online-Ableger der Frankfurter Sparkasse, in Kürze ihre kostenlosen Girokonten auf. Dennoch verbleiben noch rund 40 Banken, für die deren Kunden weder eine monatliche Grundgebühr zahlen müssen, noch Gebühren für Girocard und Überweisungen. Welche das sind, können Sie in unserem Ratgeber "kostenloses Girokonto" nachlesen.

Lesen Sie auch: Knapp 50 Banken mit fast kostenlosen Girokonten

Aufruf in eigener Sache

Führt Ihre Hausbank auch zweifelhafte Gebühren für Dienstleistungen ein, die früher umsonst waren? Machen Sie Ihrem Ärger Luft und schreiben Sie uns unter redaktion@biallo.de . Vielen Dank für Ihre Unterstützung!





 

Biallo Video Stream

 
 
 
Powered by Telsso Clouds