Auf einen Blick
  • Die US-Notenbank Fed lässt ihren Leitzins zwar wie erwartet unverändert. Sie deutet aber drei Zinssenkungen in diesem Jahr an.

  • Die Aussicht auf sinkende Zinsen treibt die Börsen zu neuen Rekorden. Der Dax hat sich seit der Finanzkrise verfünffacht. Dennoch habe er noch Nachholbedarf, sagt ein Experte.

  • Anlegern sollte bewusst sein, dass die Rekordjagd irgendwann endet. Eine Untersuchung zeigt jedoch: Der Einstieg zu Höchstkursen kann sich auch lohnen.
* Anzeige: Mit Sternchen (*) oder einem (a) gekennzeichnete Links sind Werbelinks. Wenn Sie auf solch einen Link klicken, etwas kaufen oder abschließen, erhalten wir eine Provision. Für Sie ergeben sich keine Mehrkosten und Sie unterstützen unsere Arbeit.

Auch Nichtstun kann die Börsen manchmal in Euphorie versetzen. Das zeigte sich einmal mehr am Mittwoch (20. März 2024) nach der Sitzung der US-amerikanischen Notenbank Fed: Sie ließ ihren Leitzins unverändert bei einer Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent. Und doch feierten Anleger die Aussagen der Notenbank mit einem Kursfeuerwerk.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Mittwoch bereits im Vorfeld der Fed-Sitzung erstmals über der Marke von 18.000 Punkten. Am Donnerstag ging der Kursanstieg dann weiter: Der Index ging am Abend mit 18.179 Punkten aus dem Handel. Auch an den US-Börsen ging es nach oben: Der Leitindex Dow Jones erreichte am Donnerstag ebenso ein Allzeithoch wie der marktbreite S&P 500. Auch der japanische Leitindex Nikkei erzielte einen neuen Rekord und stieg am Freitag zeitweise über 41.000 Punkte – obwohl die japanische Notenbank erstmals seit 17 Jahren ihren Leitzins wieder anhob und damit ihre Negativzins-Ära beendete. Und auch am Goldmarkt ging es bergauf: Die Unze Gold kostete zeitweise mehr als 2.220 US-Dollar – so viele wie nie zuvor.

500 Euro Neukundenbonus ab 10.000 Euro Mindestanlagesumme sichern

Sie liebäugeln schon länger damit, Ihre Geldanlage in professionelle Hände zu geben? Investieren Sie jetzt mit Solidvest, der Online-Vermögensverwaltung von DJE Kapital, direkt in Aktien und Anleihen und sichern Sie sich 500 Euro Neukundenbonus. Unsere Frühlingsaktion läuft bis zum 30.04. – alle wichtigen Infos und die Teilnahmebedingungen finden Sie auf der Aktionsseite. Zur Aktion!
Anzeige

Aussicht auf drei Zinssenkungen 2024 begeistert die Anleger

Was ist der Grund für die Börsen-Euphorie? Auch wenn die US-Währungshüter am Leitzins nichts änderten – sie deuten an, dass es im Laufe der kommenden Monate zu mehreren Zinssenkungen kommen wird. Drei Mal dürfte die Fed bis zum Jahresende die Zinsen herabsetzen – insgesamt um 0,75 Prozentpunkte. Das beflügelte die Börsen, weil die Inflation in den USA zuletzt wieder angezogen hatte. Experten hatten deshalb befürchtet, die Notenbank werde sich mit Zinssenkungen stärker zurückhalten.  

Sinkende Zinsen sind gut für die Aktienmärkte, weil sie Aktien gegenüber Zinsanlagen attraktiver machen. Außerdem senken sie die Kreditkosten für die Unternehmen. Das macht Investitionen günstiger. Mit einer ersten Zinssenkung in den USA rechnen Experten nun im Juni. Ähnliches gilt für Europa: Der Leitzins der Europäischen Zentralbank könnte ebenfalls im Juni erstmals wieder runter gehen.

Anlagestratege: Deutsche Aktien mit Nachholbedarf

Doch wie geht es mit den Börsen weiter – und lohnt sich der Einstieg jetzt noch? Oder sollten Anleger lieber vorsichtig sein, weil nach der Kursrally der vergangenen Monate bald ein Absturz droht? Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege der Deutschen Bank, sieht trotz der Höchststände gerade am Deutschen Aktienmarkt noch Nachholbedarf. 

Viele deutsche Unternehmen seien nicht hoch bewertet, so Stephan zu biallo.de: "Der Abschlag auch zu den US-Werten ist so groß, wie er historisch noch nie gewesen ist. Insofern haben wir gerade bei den deutschen Unternehmen, die weltweit aufgestellt sind, gute Chancen." Prognosen für den Aktienmarkt seien zwar schwierig, meint der Experte. Dennoch glaubt er: Der Leitindex kann in den nächsten zwölf Monaten  die Marke von 19.000 Punkten knacken.

Dax macht 400 Prozent Plus in 15 Jahren

Fakt ist: Seit Jahresanfang hat der Dax gut acht Prozent zugelegt. Er übersprang dabei kurz hintereinander erstmals die Marken von 17.000 und 18.000 Punkten. Die Tabelle zeigt verschiedene Rekordmarken im Dax. Sie macht dabei deutlich: Im vergangenen Vierteljahrhundert ging es unterm Strich mit den Kursen stetig nach oben.

Von einem Rekord zum nächsten

Markante Höchststände im Deutschen Aktienindex seit 1998

Erstmaliger Sprung über …
Datum
Schlusskurs an diesem Tag
5.000 Punkte
20.03.1998
5.045 Punkte
10.000 Punkte
05.12.2014
10.087 Punkte
15.000 Punkte
30.03.2021
15.008 Punkte
16.000 Punkte
29.11.2023
16.166 Punkte
17.000 Punkte
12.02.2024
17.037 Punkte
18.000 Punkte
20.03.2024
18.015 Punkte

Quelle: onvista.de

Zwischenzeitlich allerdings gab es immer wieder herbe Dämpfer. So sackte der Dax während der Euro-Finanzkrise bis auf 3.600 Punkte ab. Das war am 9. März 2009. Heute jedoch, fast auf den Tag genau 15 Jahre später, notiert der Index fünfmal so hoch.

Sicher investieren: Genossenschaftsanteile als Geldanlage

Die Münchener Hypothekenbank ist Experte für die Finanzierung von Wohn- und Gewerbeimmobilien mit über 125-jähriger Erfahrung. Als Genossenschaftsbank ist sie in besonderem Maße ihren Mitgliedern verpflichtet und an den Kapitalmärkten bei nationalen sowie internationalen Investoren eine geschätzte Adresse. Vom wirtschaftlichen Erfolg der Münchener Hypothekenbank können auch Sie profitieren! Als Mitglied sind Sie nicht nur Kapitalgeber und Miteigentümer, sondern erhalten auch jährlich eine attraktive Dividende. Bis zu 1.000 Genossenschaftsanteile im Wert von 70.000 Euro können Sie zeichnen.  Erfahren Sie mehr!
Anzeige

Wer langfristig investiert, kann auch im Hoch einsteigen

Anlegerinnen und Anleger, die über einen Einstieg nachdenken, sollten sich daher bewusst machen, dass die Rekordjagd irgendwann ein Ende finden wird – und die Kurse auch wieder sinken werden, unter Umständen sogar deutlich. Wer allerdings in den Aktienmarkt investiert, sollte das ohnehin langfristig tun – also mit einem Zeithorizont von zehn Jahren oder mehr.  

In einem solchen Fall ist es nicht so wichtig, ob Anleger auf dem Allzeithoch einsteigen oder nicht. So zeigt eine Untersuchung der Stiftung Warentest: Wer sein Geld – etwa mit einem ETF – in einem Allzeithoch in den Weltaktienindex MSCI World steckte, war in über 60 Prozent der Fälle nach einem Jahr im Plus. Nach drei Jahren waren es sogar über 80 Prozent der Fälle. Fazit der Warentester: Die Gewinnchancen bei einem Einstieg zu Höchstkursen „unterscheiden sich nicht zu groß zu einem Einstieg in den Markt, der unter seinen Höchstständen liegt“. Ausnahmen sind aber möglich: Wer etwa Anfang 2000 in einen MSCI World-ETF investierte, musste bis Ende 2013 Jahre warten, bis er mit seinem Investment im Plus war.

Wer daher sein Risiko verringern will, sollte das investierte Geld am besten aufteilen. Je nach Risikoneigung kann ein Teil über einen weltweiten ETF in den Aktienmarkt fließen, der Rest in Tagesgeld oder Festgeld. Mit den Zinsanlagen lassen sich derzeit noch immer bis zu vier Prozent Rendite pro Jahr erzielen. Das kann als Sicherheitspuffer für mögliche Verluste am Aktienmarkt dienen. Vorsichtigere Anleger können außerdem den Anteil, den sie in Aktien stecken, aufteilen und schrittweise über längere Zeit investieren – bei möglichen Kursrückgängen kaufen sie dann die Anteile günstiger ein. Welche Anlagestrategie die passende für Sie ist, erläutern wir in einem weiteren Ratgeber. Und wir geben auch Tipps, wie Anlegerinnen und Anleger zum Beispiel 10.000 Euro am besten investieren.

3,45 % Zinsen – für Neukunden, 12 Monate lang

Lassen Sie Ihr Geld zwölf Monate mit einem garantierten Top-Zins von 3,45 Prozent wachsen! Gleichzeitig flexibel bleiben Sie mit dem Open Flexgeldkonto, dass ohne Angaben von Gründen die Auflösung noch vor Laufzeitende erlaubt. In diesem Fall erhalten Sie Ihr gesamt Erspartes zurück und noch immer 1,5 Prozent für den Zeitraum, in dem Sie das Flexgeld gehalten haben. Und als Teil des Banco Santander-Konzerns ist die Openbank Mitglied des spanischen Einlagensicherungsfonds, der Ihr Erspartes bis zu 100.000 Euro absichert. Informieren Sie sich! 

Anzeige


Teilen:
Über den Autor Andreas Jalsovec

hat als Redakteur für mehrere (Wirtschafts-) Redaktionen gearbeitet – unter anderem für das Anlegermagazin Börse Online, die Münchner Abendzeitung, die Schwäbische Zeitung und die Nachrichtenagentur epd. Der promovierte Ökonom schreibt vor allem über Anleger- und Verbraucherthemen. Neben seiner Tätigkeit für Biallo.de arbeitet er für die Wirtschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.

Beliebte Artikel