Der absolute Gebühren-Wahnsinn!

Girokonto Der absolute Gebühren-Wahnsinn!

Sebastian Schick
von Sebastian Schick
09.02.2017
Auf einen Blick
  • Immer mehr Filialbanken drehen kräftig an der Gebührenschraube.
  • Scheinbar kostenlose Girokonten werden schnell zur Gebührenfalle.
  • Die Direktbanken freuen sich über den Kundenzulauf von Filialbanken.
Artikelbewertung
Teilen
Schrift

Negativzinsen für Privatkunden – dieses Tabu wollen die Filialbanken bislang noch nicht brechen. Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen drehen allerdings immer mehr Geldinstitute an der Gebührenschraube. Beispiel Stadtsparkasse Düsseldorf: Ab 01.05.2017 werden für das klassische Standard-Konto monatlich 7,90 Euro fällig statt 6,50 Euro. Macht eine Gebührenerhöhung von mehr als 20 Prozent.

"Dieser Preis ist auch im Marktumfeld aus unserer Sicht völlig gerechtfertigt", erklärt Gerd Meyer, Pressesprecher der Stadtsparkasse Düsseldorf, gegenüber biallo.de. Meyer verweist auf neue Produkte rund um die Girocard wie zum Beispiel das kontaktlose Zahlen mit NFC-Technik oder die Einführung eines Cashback-Programms. "Die neue Girokarte ist damit mit Zusatzleistungen verbunden, sodass ein Preisvergleich mit dem bisherigen Produkt zu einem falschen Ergebnis kommt", betont Meyer.

Die Gefahr, dass Kunden zu den günstigeren Direktbanken wechseln könnten, sieht das Geldinstitut nicht: "Das Produkt und Dienstleistungsangebot der Stadtsparkasse Düsseldorf ist viel umfangreicher als das einer Direktbank", so Meyer. "Aus diesem Grunde verzeichnen wir auch keine Abwanderung von Kunden. Die Zahl der Kunden, die bei uns ein Girokonto unterhalten, wächst weiterhin."

Darf es noch was extra kosten?

Das Beispiel der Stadtsparkasse Düsseldorf ist nur eines von vielen. Auffallend ist, dass immer mehr Filialbanken Extragebühren erheben. So werden Dienstleistungen, die bislang zum normalen Service zählten, zunehmend gesondert berechnet. Kunden der Berliner Sparkasse, der Frankfurter Sparkasse sowie der Stadtsparkasse München müssen zum Beispiel für die Nutzung des Kontoauszugsdruckers bis zu 2,50 Euro berappen.

Auch der Gang zum Bankschalter kann teuer werden. Die Stadtsparkasse München verlangt pro Auszahlung am Schalter eine Extragebühr von 2,50 Euro. Bei der Targobank werden sogar 3,50 Euro fällig. Die Einrichtung eines Dauerauftrags durch einen Mitarbeiter kostet bei den genannten Geldhäusern jeweils zwischen 1,50 Euro und 3,50 Euro. Beleghafte Überweisungen sind ähnlich teuer. Damit können sich die Kosten für ein scheinbar kostenloses Girokonto schnell auf mehrere hundert Euro pro Jahr belaufen.

Immer die gleiche Begründung

Die Filialbanken begründen die Gebührenerhöhungen meist mit der Niedrigzinspolitik der EZB. So liege der negative Einlagezins, den die Banken der EZB für kurzfristige Einlagen zahlen müssen, nach wie vor bei minus 0,4 Prozent. Dass Sie mit Dispo- und Ratenkrediten nicht selten zweistellige Margen einfahren, erwähnen die Geldinstitute nicht.

Auch wenn die Stadtsparkasse Düsseldorf offenbar keine Kundenabwanderung verzeichnet - mit den zum Teil drastischen Gebührenerhöhungen vergraulen viele Filialbanken ihre Kunden. Davon profitieren die Direktbanken. Zwar gibt es hier keine Bankschalter oder Kontoauszugsdrucker, allerdings immer noch das Girokonto zum Nulltarif, inklusive Girocard und Kreditkarte sowie beleghafte Überweisungen.

Direktbanken freuen sich über Kundenzuwachs

"Zu uns kamen zuletzt sehr viele Kunden der Postbank", sagte ING-Diba-Chef Roland Boekhout jüngst bei Vorlage des Geschäftsberichts für 2016. Die Zahl der Girokonten steigerte Deutschlands größte Direktbank um ein Viertel auf 1,7 Millionen. Hintergrund: Die Postbank hatte im vergangenen Jahr die Gebühren kräftig erhöht. Hier kostet das Girokonto mehr als dreimal so viel wie noch 2015.

Neben ING-Diba bieten auch Comdirect, Consorsbank, DKB, Norisbank, Santander Bank und Santander Consumer Bank das Girokonto weiterhin gratis an – inklusive Girocard und Kreditkarte. Ein Mindestgehaltseingang wird nicht gefordert. Auch bei der Sparda-Bank München und PSD Bank Nürnberg bekommen Kunden die genannten Produkte kostenlos.

Biallo-Tipp

Ärgern Sie sich auch über eine Erhöhung der Kontogebühren bei Ihrer Filialbank? Mit einer Direktbank wie der ING-Diba oder DKB sparen Sie sich die Kontogebühren. Außerdem profitieren Sie von den günstigsten Dispozinsen am Markt. Noch nie war ein Girokonto-Wechsel so einfach wie heute.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Sebastian Schick
Sebastian Schick
Redaktionsleitung
Jetzt Artikel bewerten
E-Mail an den Autor
Artikel kommentieren
Sebastian Schick
Sebastian Schick

nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

E-Mail an den Autor
Artikelbewertung
Teilen
Drucken
Zur Startseite
Sebastian Schick
Sebastian Schick

nach seinem Studium für das Lehramt an Gymnasien mit der Fächerkombination Deutsch/Latein/Geschichte in Würzburg und Berlin entschied sich Sebastian Schick für den Journalismus. 2005 absolvierte er die Ausbildung zum Rundfunkjournalisten an der Akademie für Neue Medien in Kulmbach.

Direkt im Anschluss volontierte er beim Deutschen Anleger Fernsehen (DAF), wo er sich in seiner zehnjährigen Laufbahn ein umfangreiches Fachwissen zum Thema Geldanlage und Börse aneignete. Zuletzt baute er als Chefredakteur in Kooperation mit dem Kurier Medienhaus den österreichischen TV-Sender DAF Austria mit auf. Bei biallo.de schreibt er als Redakteur über das Thema Kredit und Geldanlage. 

E-Mail an den Autor
Newsletter
Keine News mehr verpassen
Bitte geben Sie eine korrekte E-Mail Adresse ein:
Unsere Datenschutzerklärung finden Sie hier.

Regeln für das Schreiben von Kommentaren:

  1. Kommentieren Sie sachlich und ohne persönliche Angriffe.
  2. Verfassen Sie keine Beiträge mit strafbarem, diskriminierendem, rassistischem, anstößigem, beleidigendem oder kommerziellem Inhalt und verweisen Sie nicht auf Seiten mit solchem Inhalt.
  3. Stellen Sie weder zu lange Texte noch Bilder ein, außer, wenn es unbedingt nötig ist.
  4. Veröffentlichen Sie keine personenbezogenen Daten Dritter, wie Namen, Adressen, Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.
  5. Wenn Sie persönliche Mitteilungen oder Texte anderer Verfasser einstellen oder Kommentare anderweitig veröffentlichen möchten, beachten Sie die Rechte Dritter. Bei einer Verletzung dieser Rechte (z.B. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht, Datenschutz) haften Sie.
  6. Sie haben die Möglichkeit, Ihren Benutzernamen frei zu wählen. Sie sollten aber im eigenen Interesse markenrechtlich geschützte Namen vermeiden.

Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de