Kontoführungsgebühren

Deutsche zahlen im Schnitt 72,00 Euro im Jahr fürs Girokonto

Update: 11.12.2019
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Auf einen Blick
  • Die Preise für Girokonten sind im Schnitt um rund 20 Prozent gestiegen.
  • Die Spanne für die jährlichen Ausgaben beträgt zwischen null und 210 Euro.
  • Rund 100 Girokonten kosten nichts beziehungsweise fast nichts.
Gebühren fürs Geldabheben, Überweisungen und Daueraufträge – das läppert sich.
nitpicker / Shutterstock.com

Im zu Ende gehenden Jahr müssen Verbraucher bei Banken und Sparkassen im Schnitt 72,00 Euro jährlich für ihr Girokonto zahlen. Das gilt für Leute, die ein klassische Filialkonto plus Girocard nutzen und fünf Überweisungen pro Monat am SB-Terminal durchführen. Im vergangenen Jahr lagen die Kosten noch etwas unter 50 Euro. Nicht berücksichtigt sind dabei Gebühren für Bargeld-Abhebungen, die fast jedes zweite Geldhaus in Rechnung stellt.

Enorme Kostenunterschiede

Die Preisspanne ist in Deutschland riesengroß. Besonders teuer wird es vor allem für ältere Mitbürger, die kein Onlinebanking nutzen oder ärmere Menschen, die sich kein Internet leisten können.

Dafür ein Beispiel: Kunden der Kreissparkasse Augsburg zahlen im Kontomodell "Giro Klassik" vergleichsweise günstige 4,50 Euro Kontoführungsgebühr im Monat. Auch die Girocard ist mit 6,00 Euro pro Jahr nicht überteuert. Doch wenn Kunden Überweisungen am SB-Automaten selbst vornehmen, werden sie mit 2,50 Euro pro Stück zur Ader gelassen. Das Gleiche verlangt das Geldhaus für Bargeldein- und auszahlungen am Schalter oder für telefonische Überweisungen. So kommt man – wenn man unsere Berechnungsgrundlage zugrunde legt – in diesem Fall auf jährliche Kosten von 210 Euro.

Diesen Kunden ist – nicht nur bei dieser Sparkasse – dringend anzuraten, sich die anderen Kontomodelle anzuschauen. Wechselt er in Augsburg zum Premiumkonto-Modell für 8,00 Euro monatlich beziehungsweise 96,00 Euro im Jahr sind alle oben genannten Leistungen im Preis enthalten. Aktuell bieten 320 Banken und Sparkassen solche Konten zu diesem Preis und darunter an. Der durchschnittliche Preis eines Premiumkontos liegt immer noch bei unter zehn Euro im Monat.

Aufruf in eigener Sache

Haben Sie Ärger mit Ihrer Bank oder Sparkasse? Führt Ihre Bank zweifelhafte Gebühren für Dienstleistungen ein, die früher umsonst waren? Machen Sie ihrem Ärger Luft und schreiben Sie uns unter redaktion@biallo.de

Onlinebanking spart Zeit und Geld

Der Königsweg zum Sparen bei allen regionalen Banken und Sparkassen ist – solange man mit seiner Bank zufrieden ist – der Umstieg auf ein Online-Konto. Hier kosten Buchungen in der Regel nichts und der Monatspreis ist meist auch niedriger. Verbraucher, die sich für ein Online-Kontomodell entscheiden, zahlen an ihre Bank oder Sparkasse im Schnitt 45,00 Euro im Jahr – und das bei gleicher Nutzung wie bei einem herkömmlichen Filialkonto.

"Kunden mit hohen Gebühren aus der Filiale zu treiben und ins Internet abzudrängen, dafür werden Banken und Sparkassen einen hohen Preis zahlen", meint Horst Biallo, Gründer des gleichnamigen Verbraucherportals biallo.de. "Ist der Kontakt zum Kunden einmal weg, dürfte ein Wechsel zu einer anderen Bank viel leichter fallen."

  • Biallo-Tipp: Der Wechsel des Girokontos ist kinderleicht. Die Banken übertragen selbstständig sämtliche Zahlungsaufträge von einem Konto zum anderen. Wie das genau funktioniert, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Thema Girokonto-Wechsel.

Preisreduzierung ist die Ausnahme

Preisreduzierungen gab es in diesem Jahr nur in Ausnahmefällen. So senkte die Volksbank Adelebsen die überteuerte Monatspauschale fürs Basiskonto von 17,50 auf nunmehr 5,00 Euro, nachdem sie aufgrund unserer Berichterstattung in den Medien heftig kritisiert wurde.

Erst recht, solange es noch kostenlose Girokonten gibt oder solche, die zumindest auf die monatliche Kontoführungsgebühr verzichten. Momentan gibt es noch 39 ohne monatliche Grundgebühr und ohne Kosten für Girocard und Überweisungen. Und gut 60 Geldhäuser verzichten aktuell immer noch auf den größten Kostenblock, die Monatspauschale, und verlangen nur Cent-Beträge für Überweisungen oder maximal zwölf Euro im Jahr für die Girocard.

Und das sind nicht nur Direktbanken wie ING, DKB oder Consorsbank, sondern auch einige, die mit Filialen vor Ort sind. Dazu zählen Mitglieder der Sparda- und PSD-Banken-Gruppe, aber auch die BBBank oder die Degussa Bank.

Auch wenn diese eisern an ihren attraktiven Girokonten festhalten: Für Januar haben bereits viele Banken die nächsten Preisanpassungen nach oben angekündigt. So die Sparkasse in Erlangen, die Raiffeisenbank Westhausen und die Volksbanken in Coburg und Welzheim. Sie geben – offenbar notgedrungen – ihre kostenlosen Girokonten auf.




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