Direktbank

Fyrst-Chef im Interview: "Wir bieten das Beste aus zwei Welten"

09.01.2020
Auf einen Blick
  • Mit der Online- und Smartphone-Bank "Fyrst" will die Deutsche Bank mit ihrer Tochter Postbank Freiberufler, Selbstständige und Start-ups als Kunden gewinnen.

  • Kundenstamm und Mitarbeiterzahl seien schon im ersten halben Jahr deutlich gewachsen, sagt Fyrst-Chef Dr. Jens Wohlfahrt.

  • Neben klassischen Bank-Dienstleistungen will Fyrst auch mit Zusatz-Angeboten wie Hilfe bei der Buchhaltung oder der Steuer punkten.
Laptop mit der Homepage von Fyrst: Die Direktbank will vor allem Selbstständige und Unternehmer gewinnen.
Fyrst/PR

Das Banking soll modern, schnell und einfach sein: Mit dem neuen Digital-Angebot "Fyrst" will die Deutsche Bank Freiberufler, Gründer und Unternehmer gewinnen. Das Online-Angebot will die spezielle Zielgruppe dabei auch mit digitalen Zusatzdiensten wie etwa Hilfe bei der Buchhaltung ansprechen. Angesiedelt ist das Projekt bei der Deutsche-Bank-Tochter Postbank. Fyrst-Chef Dr. Jens Wohlfahrt erklärt im Gespräch mit biallo.de das Konzept.

Herr Dr. Wohlfahrt, Ihr Konkurrent, die Smartphone-Bank N26, ist bekannt wie ein bunter Hund, da haben Sie noch viel aufzuholen. Was können Sie Ihren Kunden bieten, was die zum Beispiel nicht haben?

Jens Wohlfahrt: Fyrst ist seit einem halben Jahr auf dem Markt und hat in der kurzen Zeit schon eine sehr gute Markenbekanntheit aufgebaut. Wir arbeiten daran, das Vertrauen in die Marke weiter zu stärken, insbesondere indem wir unseren Kundinnen und Kunden einen hervorragenden Support bieten. Zudem steht Fyrst für das komplette Geschäftskunden-Angebot. Wir bieten quasi das "Beste aus zwei Welten". Auf der einen Seite die sichere und umfassende Infrastruktur einer Großbank. Mit allen Möglichkeiten des Zahlungsverkehrs wie Instant-Payments, Auslandszahlungsverkehr, Lastschriftverfahren, Kreditlösungen, Bargeldlösungen und Nutzung der Cash Group.

Auf der anderen Seite gibt es volldigitale Antragsstrecken bei der Kontoeröffnung, dem Online- oder Mobile Banking und den Kreditprodukten. Fyrst unterstützt dabei den Kunden rund um sein Business mit integrierbaren Buchhaltungs- und Steuerlösungen sowie Rechnungsmanagement und Websitegestaltung. Und das gilt alles sowohl für natürliche als auch für juristische Personen wie etwa eine GmbH.

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Wenn Sie sich Ihre bisherigen Kunden so anschauen, gibt es da bestimmte Unternehmer und Freiberufler, die besonders auf Fyrst stehen?

Wohlfahrt: Das spannende in unserem Kundenportfolio ist, dass wir quasi in allen Branchen und bei allen Kundengruppen vertreten sind. Auch sind bei den Selbstständigen alle Altersklassen dabei. Das belegt, dass wir mit Fyrst für alle Geschäftskundinnen und -kunden relevant sind, die ihre Bankleistungen ohne persönlichen Berater, schnell, einfach und volldigital abrufen möchten.

Wen dagegen vermissen Sie oder hätten Sie gerne als Kunden?

Wohlfahrt: Wir würden uns auch sehr über nebenberuflich Selbstständige freuen, oder alle Selbstständigen, Gründer und Start-ups, die ein zweites Konto benötigen.

Was glauben Sie: Welches sind für die meisten Ihrer Kunden die Hauptargumente, sich für Sie und nicht für die Sparkasse vor Ort zu entscheiden?

Wohlfahrt: Die Kundinnen und Kunden, die nicht preissensibel sind und Wert auf persönliche Beratung legen, sind bei einer Regionalbank vor Ort sicher gut aufgehoben. Alle anderen finden bei Fyrst alles, was sie benötigen.

Banking können Sie ja als Tochter der Deutschen Bank. Was bieten Sie den Kunden denn noch?

Wohlfahrt: Fyrst steht für klare Kundenzentrierung. Wir bieten Selbstständigen, Gründern und Start-ups einfache, schnelle digitale Abschlussprozesse, sei es im Onboarding – also der Gewinnung und Begleitung des Kunden –, bei den Kredit- oder bei anderen Angeboten, die für die Self Services bereit stehen. Dazu kommen auf unsere Kunden zugeschnittene weitergehende Angebote. Von der Buchhaltung, die direkt in das Fyrst-Konto integrierbar ist, über Telekommunikations- und Website-Angebote bis hin zu Factoringlösungen. Diese Angebote werden wir konsequent ausbauen. Anfang 2020 werden wir hier bereits mit weiteren interessanten Angeboten starten.

Wie viele Kunden entscheiden sich für die kostenlose Base-Version und wie viele für die Complete-Lösung?

Wohlfahrt: Der Fokus liegt auf der Base-Version. Trotzdem entscheiden sich überraschend viele auch für das Complete Konto. Insbesondere für Vielnutzer mit vielen Buchungen ist diese Variante deutlich attraktiver.

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Sie wenden sich an Gründer und sind ja selbst eine Gründung, wenn auch in einer großen Bank. Wie groß ist Ihre Mannschaft?

Wohlfahrt: Ganz genau, wir sind ein Start-up im Unternehmen und haben mit einer Handvoll an Mitarbeitern angefangen. Die Mannschaft bauen wir mit wachsendem Kundenstamm systematisch aus, so dass wir bereits im vergangenen halben Jahr schon deutlich gewachsen sind.

Können Sie Ihr Ding eigentlich selbstständig in Bonn durchziehen oder schauen die Frankfurter Ihnen auf die Finger?

Wohlfahrt: Als Start-up im Konzern sind wir auch an interne Entscheidungsprozesse gebunden, haben aber mit dem eigenständigen Auftritt Fyrst gewisse Freiräume, die wir im Sinne unserer Kundinnen und Kunden nutzen. Das sind insbesondere die Bereiche Vertrieb und Marketing. Die Einbindung im Konzern hat aber auch sehr viele Vorteile, gerade was das Thema Expertise, Ressourcen und Infrastruktur anbelangt.

Herr Dr. Wohlfahrt, vielen Dank für das Gespräch.

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