Kein Urteil über Extra-Kosten für SMS-Tan

Online-Banking Kein Urteil über Extra-Kosten für SMS-Tan

Kevin Schwarzinger
von Kevin Schwarzinger
13.06.2017
Auf einen Blick
  • Die Kreissparkasse Groß-Gerau verlangt für jede verschickte SMS-Tan zehn Cent.

  • Dagegen haben Verbraucherschützer vor dem Bundesgerichtshof geklagt.
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Online-Überweisungen sind bequem, schnell und meist auch günstiger als klassische Papierüberweisungen. Doch bei einigen Banken haben diese Vorteile ihren Preis. So verlangt die Kreissparkasse Groß-Gerau für das Online-Konto monatlich zwei Euro Kontoführungsgebühr. Damit aber noch nicht genug: Denn zusätzlich kassiert die Bank für jede versendete SMS-Tan zehn Cent – kein Einzelfall.

Zwar gibt es keine genauen Zahlen darüber, wie viele Geldhäuser diese Praxis anwenden, jedoch bietet nur ein Teil der Institute das SMS-Tan-Verfahren kostenlos an. "Manche Banken sagen, fünf SMS im Monat sind frei. Bei anderen fällt ab der ersten SMS ein Betrag an", erklärt Steffen Streudel vom Branchenverband Deutsche Kreditwirtschaft (DK).

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Verbraucherschützer kritisieren die Extra-Gebühr

Nach Meinung der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) müssten durch die monatliche Kontoführungsgebühr sämtliche Kosten für die Sicherheitsabfrage inklusive sein.

"Das Verschicken der Tan ist aus unserer Sicht keine Extra-Leistung, sondern ein notwendiger Vorgang beim Online-Banking", kritisiert Bankenexperte der VZBV Frank-Christian Pauli. Es sei schließlich auch die Vorstellung absurd, dass ein Hotelgast ein Zimmer buche und für jede Benutzung der Schlüsselkarte eine Gebühr entrichten müsse.

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Anbieter
Monatspreis
Dispozinsen
Jahrespreis
Girocard
 
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6,90%
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7,43%
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Geldeingang 1.000 €, niedrigster Kontostand 500 €

Mit Sorge betrachten Verbraucherschützer den Trend, dass immer mehr Kreditinstitute Kosten rund ums Girokonto in kleinere Entgelte aufteilen. "Das macht es immer schwieriger, die verschiedenen Angebote zu vergleichen", so Pauli.

Für Dienstag wurde mit Spannung die Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) erwartet. Das Urteil wollen die Karlsruher Richter jedoch erst am 25. Juli bekannt geben, wie das Gericht am Mittag mitteilte. Der Ausgang ist offen. (Az. XI ZR 260/15)

Bereits im Mai 2015 gab es vor dem Oberlandesgericht in Frankfurt am Main einen Dämpfer für die Verbraucherschützer. Die konkrete Dienstleistung sei als solche freiwillige Sonderleistung der Bank gesetzlich nicht geregelt, zitiert die Anwaltskanzlei Wilde, Beuge, Solmecke das Urteil. (Az. 10 U 35/13)

Sollte der BGH am 25. Juli ein verbraucherfreundliches Urteil fällen, könnten nicht nur Kunden der Kreissparkasse die erhobenen Gebühren zurückverlangen, es hätte auch eine Signalwirkung für Kunden anderer Kreditinstitute.

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Jahrgang 1988, studierte Geschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und war währenddessen bereits als Werkstudent bei biallo.de angestellt. Seit 2016 ist er Mitglied der Redaktion und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de