Keine Lust auf Negativzinsen beim Girokonto

Kommentar Keine Lust auf Negativzinsen beim Girokonto

Thomas Brummer
von Thomas Brummer
18.08.2017
Auf einen Blick
  • Bei "Negativzinsen" am Girokonto würden nach einer Umfrage die meisten Verbraucher die Bank wechseln.

  • Dabei zahlt die Mehrheit bereits Negativzinsen in Form der Kontoführungsgebühr.

  • Ziehen Sie die nötigen Konsequenzen daraus.
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Hand aufs Herz. Wie haben Sie nach der flächendeckenden Gebührenwelle beim Girokonto in diesem und dem vergangenen Jahr reagiert? Gar nicht? Wieso auch, denken Sie vielleicht, denn eine Dienstleistung darf ruhig etwas kosten. Das Wort Gebühr lässt schließlich vermuten, dass ich eine Gegenleistung bekomme - eben die sichere Aufbewahrung meines Geldes. Hierfür scheint es breites Verständnis zu geben. Dass die Bank nicht aus reiner Nächstenliebe Kundeneinlagen annimmt, sollte auch klar sein.

Doch wehe, Sie ersetzen das Wort "Kontoführungsgebühr" mit "Negativzins", dann kennt der deutsche Verbraucher keinen Spaß mehr. Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage würden 59 Prozent der Befragten sehr wahrscheinlich ihr Girokonto wechseln. Vielleicht haben da viele emotional geantwortet. "Zins" und dann noch "negativ" – das klingt schon sehr abschreckend, jemand will mich jetzt so richtig abkassieren. Eine Gebühr hingegen wirkt vernünftig und nachvollziehbar.

Sie zahlen doch jetzt schon Negativzinsen

Doch ist eine Kontoführungsgebühr aus Sicht des Kunden nicht das Gleiche? Ein Beispiel: Auf einem Girokonto liegen im Schnitt 2.000 Euro. Im Monat verlangt die Hausbank fünf Euro, macht im Jahr 60 Euro. Das würde einem Negativzins von drei Prozent im Jahr entsprechen. Wie Sie an diesem durchaus realistischen Beispiel sehen, zahlen die meisten Bankkunden in Deutschland bereits einen saftigen Negativzins, wenn auch unter anderer Flagge. Obendrein würde wahrscheinlich der gleiche Kunde mit Negativzins anstelle einer Kontoführungsgebühr wesentlich günstiger wegkommen. Daneben ist der bisherige "Negativzins" in Form der Kontoführungsgebühr höchstgradig unsozial. Hätte nämlich unser Beispielkunde im Schnitt 100.000 Euro auf dem Konto liegen, entspreche die Jahresgebühr von 60 Euro lediglich einem jährlichen Zins in Höhe von 0,06 Prozent. Eine Gebühr, die sich nach dem Vermögen richtet - also ein gewisser Prozentsatz - wäre daher fairer. Nun könnte man natürlich entgegenhalten, dass der Aufwand aus Sicht der Bank nicht mit zunehmendem Vermögen 1:1 wächst – auch richtig.

Ziehen Sie die Konsequenzen daraus

Jetzt kommt die gute Nachricht: Als Verbraucher liegt der Ball bei Ihnen. Dazu müssen Sie sich zunächst eine Frage beantworten; und egal, wie Sie Antworten, sie können nicht verlieren. Sie müssen wissen, welcher Typ Sie sind. Ist Ihnen eine Filiale im Ort wichtig oder reicht Ihnen Online-Banking und eine kostenlose Kreditkarte, mit der Sie im In- und Ausland kostenlos Geld abheben können.

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1. Fall: Filial-Typ

Sie wohnen vielleicht am Land und sind es gewöhnt, einen Ansprechpartner im Ort zu haben. In ländlichen Regionen gibt es häufig zwei Platzhirsche: die Sparkasse und die VR-Bank. Häufig spart ein Wechsel vom einen zum anderen Geldhaus bereits viel Geld. Und wer in der Stadt wohnt, für den lohnt sich oft ein Wechsel zur Sparda- bzw. PSD-Bank.

Beispiele: Wer bei der Volksbank Koblenz-Mittelrhein ein Girokonto führt, zahlt dafür 5,99 Euro (4,99 Euro ab 1.000 Euro Eingang) im Monat. Durch einen Wechsel zur Sparkasse Koblenz zahlt er lediglich noch 2,95 Euro.

Es geht aber auch anders herum. In Baden-Baden macht es etwa Sinn von der Sparkasse zur VR-Bank zu wechseln. Für das günstigste Filialkonto nimmt die Sparkasse Baden-Baden Gaggenau monatlich 4,90 Euro. Die Volksbank Baden-Baden Rastatt begnügt sich dagegen mit 3,50 Euro.

In Städten macht sich häufig der Wechsel zur Sparda-Bank bezahlt. Die ist nämlich vorwiegend in Städten vertreten, aber die Konditionen sind meist wirklich überzeugend. Wechselt beispielsweise ein Kunde von der Kreissparkasse Tübingen (6,50 Euro im Monat) zur Sparda-Bank Baden-Württemberg (0 Euro), so spart er sich im Jahr 78 Euro.

Auch im hohen Norden kann sich ein Wechsel zur Sparda-Bank lohnen. Hamburger Kunden der Postbank oder Deutschen Bank zahlen im Monat fast fünf Euro. Wer zur Sparda-Bank Hamburg wechselt, spart sich diese Gebühren.

2. Fall: Online-Typ

Kostenlose Kontoführung, Gratis-Kreditkarte und keine Gebühren für Abhebungen im In- und Ausland, außerdem haben Sie eine Bankfiliale schon lange nicht mehr von Innen gesehen? Dann sollten Sie sich Gedanken über den Wechsel zu einer Direktbank machen. Seit Jahren gute Angebote in Sachen Online-Girokonto machen etwa DKB, ING-Diba und Consorsbank.

Biallo-Tipp

Ganz egal, welcher Girokonto-Typ Sie sind, unnötige Gebühren können Sie vermeiden oder zumindest reduzieren. Häufig reicht auch schon ein Blick auf die Internetseite der Sparkasse oder VR-Bank am Ort. Sollte hierzu nichts stehen, empfiehlt sich ein Blick in den Preisaushang, der in aller Regel in der Filiale eingesehen werden kann. Seit einigen Monaten ist der Kontowechsel übrigens deutlich erleichtert, denn die alte Bank muss mithelfen.

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Anbieter
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Girocard
 
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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Jahrgang 1985, schloss eine kaufmännische Ausbildung ab. Anschließend studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität Augsburg und war währenddessen als Werkstudent bei LV 1871 und Wealthcap (Fondsgesellschaft von Unicredit) tätig. Nach Beendigung des Studiums schrieb er für das Anlegermagazin „Der Aktionär“. Im Anschluss absolvierte er eine Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf.

Seit Januar 2014 ist er bei biallo.de und verfasst dort überwiegend Artikel zu Geldanlagethemen. Daneben publiziert er regelmäßig in Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier.

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Quelle: www.datenschutzbeauftragter-info.de